Lucy Orta

Lucy Orta (* 1966 in Royal Sutton Coldfield) ist eine britische bildende Künstlerin.

Orta wandte sich nach dem Abschluss einer Modedesignausbildung der bildenden Kunst zu und gründete 1991 mit ihrem Partner Jorge Orta 1992 das Studio Orta in Paris und im Jahr 2000 Les Moulins in Boissy-le-Châtel östlich von Paris im Département Seine-et-Marne. Es besteht aus vier jahrelang sorgfältig restaurierten ehemaligen Industriegebäuden entlang eines acht km langen Abschnitts des Grand Morin. Zu den Standorten gehören Moulin Sainte-Marie, Moulin de Boissy, Moulin la Vacherie und La Laiterie. Les Moulins, das Künstlerateliers, Werkstätten, Bühnenräume sowie Ausstellungs- und Veranstaltungsorte umfasst, dient der Schaffung und Präsentation neuer Formen zeitgenössischer Kunst. Zum Studio gehört außerdem ein rund 20 Hektar großer Skulpturenpark.

2001 erhielt sie den Visual Arta Award der Andy Warhol Foundation for Visual Arts. In Anerkennung ihrer innovativen sozial motivierten Arbeit wurde sie zur Leiterin von Man & Humanity ernannt, einem wegweisenden Masterstudiengang zur Förderung von sozialem und nachhaltigem Design, den sie 2002 zusammen mit Lidewij Edelkoort an der Design Academy Eindhoven gründete. Seit 2002 ist sie Professorin am London College of Fashion. An der University of the Arts London hat sie den Lehrstuhl für Kunst und Umwelt inne, ist Mitglied des Centre for Sustainable Fashion und installierte das Art for the Environment Artist in Residency Program. Für ihren akademischen Beitrag zur bildenden Kunst verliehen ihr die Nottingham Trent University den Ehrentitel Honorary Master of Arts und die University of Brighton den Honorary Doctor of Letters.

Künstlerisches Schaffen

Seit 2005 arbeitet sie mit ihrem Partner in Koautorenschaft als Lucy+Jorge Orta zusammen. Ihre künstlerische Arbeit konzentriert sich auf soziale und ökologische Themen, wie etwa Umwelt und Ernährung. Sie bedienen sich dabei einer Vielzahl von unterschiedlichen Techniken und Medien von Zeichnungen, Malerei, Skulpturen und Installationen über Modedesign, Fotografie und Videokunst bis hin zu Licht und Performance. Sie setzen hierbei Alltagsgegenstände ein, so Zelte, Decken und Schlafsäcke in Refuge Wear und Body Architecture und beziehen in ihre Präsentationen häufig marginalisierte Personengruppen wie Strafgefangene, Asylsuchende und Obdachlose ein.

Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Ihre Werke wurden u. a. im Musée National d’Art Moderne in Paris (1994), dem Museum of Contemporary Art Sydney (1999), dem Contemporary Art Museum der University of South Florida (2001), dem Barbican Centre in London, im Museum Boijmans Van Beuningen Rotterdam (2006) und im Natural History Museum in London (2010) vorgestellt.

Antarctica, 2007

Quellen

Commons: Lucy & Jorge Orta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Studio Orta: Les Moulins. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  2. 1 2 Studio Orta: Lucy Orta. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  3. 1 2 Emscherkunst: Lucy und Jorge Orta. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  4. ↑ Studio Orta: Selected Artworks Emscherkunst. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  5. ↑ Studio Orta: Bird Woman. Spirits of the Emscher Valley. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  6. ↑ Les nouveaux commanditaires: Le chemin des fées. Lucy Orta, Jorge Orta. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  7. ↑ Studio Orta: Selected Artworks Spirits of the Huveaune. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  8. ↑ Studio Orta: Cloud-Meteoros. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  9. ↑ Studio Orta: Selected Artworks Diana. Abgerufen am 25. Oktober 2022
  10. ↑ Studio Orta: Atoll Totipotent. Abgerufen am 25. Oktober 2022