Ludolf Bode

Wappen der Bode zu Braunschweig

Ludolf Bode (geboren um 1483; gestorben 1537 in Braunschweig) war ein Bürgermeister des Braunschweiger Weichbildes Altstadt.

Leben

Bode war ein Sohn des gleichnamigen Ludolf Bode[n] und dessen Frau Margaret[h]e von Beyerstidde. Er war als Kaufmann tätig, gehörte in den Jahren 1516 bis 1536 dem Rat der Altstadt an und war ab 1519 Bürgermeister der Altstadt (damals war die Bezeichnung Bürgervorsteher üblich). Durch seine Heirat oder den Kauf war er Besitzer des ehemaligen Beyerstidde’schen Hauses, das mit der Brandnummer 300 belegt ist und sich in der Poststraße 7 befand. Hier stand vorher ein Postgebäude. In den Jahren 1515 bis 1522 war er zudem Zeugherr der Artillerie der Stadt Braunschweig. Der Bildschnitzer Simon Stappen soll für Bode und dessen erste Ehefrau Ilse Damman eine Brauttruhe mit dem geschnitzten Familienwappen angefertigt haben. In den Kirchenbüchern der Martinikirche ist Bode gemeinsam mit dem Ratsherrn Tile von der Leyne (Tile von der Leine, besaß ein Haus am Eiermarkt 7) als Provisor und Ausrichter des Festes der Kreuzerhöhung und des Auctortages im Jahr 1525 verzeichnet, das seit etwa 1356 vom Rat in allen Pfarrkirchen zum Andenken an die Errettung der Stadt von der Pest im Jahr 1350 in regelmäßigen Abständen abgehalten wurde.

Das Wappen der Familie Bode zeigte auf silbernem Grund in der Mitte einen grünen Hügel, aus dem zwei wie eine 8 ineinander verschlungene Ranken emporragen, an deren nach unten hängenden Spitzen jeweils eine goldene Birne hängt.

Vorfahren

Die Kaufmannsfamilie Bode wanderte um 1404 nach Braunschweig ein. Sie waren als Patrizier- und Ratsfamilie in den Jahren 1516 bis 1574 im Rat der Altstadt vertreten. Ab 1620 waren sie nicht mehr in Braunschweig ansässig. Als älteste Vorfahren werden im Jahr 1404 Ludelef und Hinrik Bode erwähnt.

Ludelef Bode (Neubürger in Braunschweig um 1404)

Nachkommen

Bode war zweimal verheiratet:

Als ein weiterer Nachkomme wird Ludolf Bode erwähnt, der sich von 1601 bis 1611 in Riga aufhielt und 1620 nach Braunschweig zurückkehrte.

Mögliche Nachfahren

Der Kunsthistoriker Wilhelm von Bode (1845–1929) führt seine Abstammung auf den hier beschriebenen Bürgermeister Ludolf Bode zurück:

„Meine Vorfahren väterlicherseits waren meist Gelehrte oder Beamte. Im Anfänge des 16. Jahrhunderts war Ludolf Bode als Bürgervorsteher einer der geachtetsten Männer der Stadt. Dreihundert Jahre später hat mein Großvater, Wilhelm Bode, als Stadtdirektor (Bürgermeister) in Braunschweig durch fast dreißig Jahre der Stadt aus dem traurigen Zustand […] wieder zu einer gesunden Entwicklung verholfen und namentlich auch den wissenschaftlichen und Kunst-Anstalten persönlich große Dienste erwiesen“

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ von Meier, Oberstleutnant A.D.: Die Artillerie der Stadt Braunschweig. In: Ed. Jacobs (Hrsg.): Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde. 30. Jahrgang. Angerstein, Wernigerode 1897, S. 110 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. ↑ Stappen, Simon. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 671.
  3. ↑ Andrea Boockmann: DI 35, Stadt Braunschweig I, Nr. 223†. In: Die Inschriften der Stadt Braunschweig (= Die Deutschen Inschriften. Band 35 = Göttinger Reihe. Band 5). Band 1: Bis 1528. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 1993, ISBN 3-88226-513-2, urn:nbn:de:0238-di035g005k0022308.
  4. ↑ Hermann Dürre: Geschichte der Stadt Braunschweig im Mittelalter. Grüneberg, Braunschweig 1861, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10018948-1, S. 455, 595 (opacplus.bsb-muenchen.de).
  5. ↑ Sophie Reidemeister: Wappentafel. In: Die Genealogien Braunschweiger Patrizier- und Ratsgeschlechter aus der Zeit der Selbständigkeit der Stadt (vor 1671). Johann Heinrich Meyer, Braunschweig 1948, zwischen S. 16 und 17, doi:10.24355/dbbs.084-201805081401-0 (leopard.tu-braunschweig.de [PDF]).
  6. 1 2 Sophie Reidemeister: 3. Bode. In: Die Genealogien Braunschweiger Patrizier- und Ratsgeschlechter aus der Zeit der Selbständigkeit der Stadt (vor 1671). Johann Heinrich Meyer, Braunschweig 1948, S. 18–19, doi:10.24355/dbbs.084-201805081401-0 (leopard.tu-braunschweig.de [PDF]).
  7. ↑ Sophie Reidemeister: 2. Beyerstede. In: Die Genealogien Braunschweiger Patrizier- und Ratsgeschlechter aus der Zeit der Selbständigkeit der Stadt (vor 1671). Johann Heinrich Meyer, Braunschweig 1948, S. 17, doi:10.24355/dbbs.084-201805081401-0 (leopard.tu-braunschweig.de [PDF]).
  8. ↑ Sabine Wehking: DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 608†. In: Die Inschriften der Stadt Braunschweig (= Die Deutschen Inschriften. Band 56 = Göttinger Reihe. Band 9). Band 2: Von 1529 bis 1671. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-89500-251-8, urn:nbn:de:0238-di056g009k0060801.
  9. ↑ Wilhelm von Bode: Vorfahren und Familie. In: Mein Leben. H. Reckendorf, Berlin 1930, S. 5 (Textarchiv – Internet Archive).
  10. ↑ Theodor Müller: Stadtdirektor Wilhelm Bode – Leben und Werk (= Braunschweiger Werkstücke. Band 29.) Waisenhaus-Buchdruckerei, Braunschweig 1963, S. 14, doi:10.24355/dbbs.084-201801301718.
Personendaten
NAME Bode, Ludolf
ALTERNATIVNAMEN Boden, Ludolf
KURZBESCHREIBUNG Bürgermeister des Braunschweiger Weichbildes Altstadt
GEBURTSDATUM 15. Jahrhundert
STERBEDATUM 1537
STERBEORT Braunschweig