Ludwig Dunte

Kupferstich aus Johann Christoph Brotze: Sammlung verschiedner Liefländischer Monumente

Ludwig Dunte (* 21. November 1597 in Reval; † 2. Dezember 1639 ebenda) war ein deutsch-baltischer lutherischer Gelehrter, Erzieher und Prediger.

Leben

Der Sohn des Revaler Ratsherrn Jobst Dunte und der Margaretha Singelbring besuchte Schulen in Reval und Riga, bevor er in Rostock, Gießen, Straßburg und Tübingen studierte. In Wittenberg schloss er seine Studien ab und erlangte die Magisterwürde. Nach Reisen durch den Ostseeraum wurde er Erzieher der Mündel des schwedischen Feldherrn Jacob de la Gardie, Johannes und Antonius Willemann, die er auf Studienreisen durch die Niederlande, England und Frankreich begleitete. Hier eignete er sich die englische und französische Sprache so gut an, dass er Sterbenden Seelsorge leisten konnte. 1627 wurde er als Prediger der deutschen Gemeinde in Reval ordiniert. Trotz verschiedener Angebote blieb er in seiner Heimatstadt und wurde schließlich Diakon an St. Olai. Aufgrund einer Predigt gegen den Stadtrat wurde ihm ein dreiwöchiges Kanzelverbot auferlegt. Wohl in diesem Zusammenhang zog er sich eine Krankheit zu, an deren Folgen er 1639 starb.

Er führte eine Gelehrtenfreundschaft mit dem Rigaer Theologieprofessor Hermann Samson (1579–1643) und dem Wittenberger Theologieprofessor und Lübecker Superintendenten Nikolaus Hunnius. Dunte sprach neben Deutsch, Englisch und Französisch auch Lateinisch und Hebräisch.

Dunte verfasste neben anderen Werken ein einflussreiches Erbauungsbuch (Wahre und rechtmäßige Übung), das sich am zwei Jahre zuvor erstmals auf Deutsch erschienenen Buch Praxis Pietatis des Lewis Bayly orientierte. In seiner in sieben Teilen verfassten Schrift legt Dunte besonderen Wert auf Meditation, die eng mit dem Hören und Lesen des Wortes Gottes (der Bibel) verbunden wird. Daneben betont er den Wert der Sonntagsheiligung und des Abendmahls, die jeweils in einem der sieben Abschnitte thematisiert werden.

Werke

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag im Rostocker Matrikelportal (1617).
  2. ↑ Martin Klöker: Literarisches Leben in Revalin der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Tübingen 2005, S. 207.
  3. ↑ Ulrike Gleixner: Pietismus und Bürgertum : eine historische Anthropologie der Frömmigkeit : Württemberg 17. - 19. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, ISBN 3-525-36841-0, S. 36 f.
  4. ↑ Udo Sträter: Meditation und Kirchenreform in der lutherischen Kirche des 17. Jahrhunderts. Mohr, 1995, ISBN 3-16-146299-8, S. 56.
Personendaten
NAME Dunte, Ludwig
KURZBESCHREIBUNG deutsch-baltischer Gelehrter, Erzieher und Prediger
GEBURTSDATUM 21. November 1597
GEBURTSORT Reval
STERBEDATUM 2. Dezember 1639
STERBEORT Reval