Ludwig Fischbeck

Scheune in Worpswede; Öl auf Leinwand

Ludwig Fischbeck (* 20. September 1866 in Oldenburg; † 23. November 1954 in Hohenböken) war Oldenburger Hofkunsthändler, Maler und Radierer.

Leben

Familie

Carl Wilhelm Ludwig Fischbeck wurde als Sohn des Kaufmanns Carl Heinrich Fischbeck und seiner Frau Anna Charlotte Helene geb. Mohrmann geboren. Zur Familie gehörten noch vier Geschwister.

Künstlerische Ausbildung

Nach Abschluss seiner Schulzeit begann Ludwig Fischbeck eine Ausbildung zum Dekorationsmaler bei seinem Onkel Wilhelm Mohrmann. Dieser war als Hoftheatermaler in der Residenzstadt Oldenburg tätig und wurde darüber hinaus regelmäßig für auswärtige Aufträge engagiert. Zu seinen Aufgaben gehörte die Gestaltung festlicher Räume mit Theatervorhängen, Deckengemälden und Wanddekorationen.

Im Anschluss seiner Lehre ging Fischbeck nach München, wo er vier Semester lang an der Kunstakademie von Joseph Wenglein studierte. Dort spezialisierte er sich besonders auf die Landschaftsmalerei. Während seiner Münchner Zeit war er zudem Mitglied der Münchener „Schlaraffia“, in deren Umfeld er Kontakte zu später bekannten Persönlichkeiten knüpfte. Zu diesen gehörten der Schriftsteller Benno Rauchenegger, der Dialektdichter Peter Auzinger und der Hofschauspieler Konrad Dreher.

Künstlerheim in Hasbruch

Das Ende des Ersten Weltkrieges und der Zusammenbruch der deutschen Monarchie wirkten sich auch auf das Wirtschaftsleben der Residenzstadt Oldenburg aus. 1919 bot sich Ludwig Fischbeck die Möglichkeit, ein Haus in unmittelbarer Nähe des Hasbruchs zu beziehen und zu erwerben. Daraufhin verkaufte der 52-Jährige sein Geschäfts- und Wohnhaus in Oldenburg und zog nach Hohenböken.

Fischbeck plante, das Haus als Künstlerheim zu nutzen. Der geplante Erwerb wurde von den Eigentümern jedoch wiederholt hinausgezögert und schließlich nicht vollzogen. Das für den Kauf vorgesehene Kapital verlor durch die Inflation der Jahre 1919 bis 1923 erheblich an Wert. Fischbeck war damit zunehmend auf die Einkünfte aus seiner künstlerischen Tätigkeit angewiesen.

Letzte Jahre

In seinen letzten Lebensjahren litt Ludwig Fischbeck an einem fortschreitenden Grauen Star, der schließlich zu einer weitgehenden Erblindung führte. Zuletzt konnte er lediglich zwischen Hell und Dunkel unterscheiden. Spaziergänge im Hasbruch waren ihm daher nur noch in Begleitung möglich. Dabei wurde er von seiner langjährigen Haushaltshilfe Lissy Leutbecher unterstützt, die bis zu seinem Tod seinen Haushalt führte.

Ludwig Fischbeck starb am 23. November 1954 im Alter von 88 Jahren. Seine Beisetzung fand vier Tage später auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg statt. An der Trauerfeier nahmen neben zahlreichen Oldenburger Bürgern auch Mitglieder der Schlaraffia teil. Auch die ehemalige Großherzogin Elisabeth von Oldenburg bekundete ihr Beileid.

Großherzoglicher Hofkunsthandel in Oldenburg

Ludwig Fischbeck stand als Hofkunsthändler in engem Kontakt mit der großherzoglichen Familie zu Oldenburg. Er wurde wiederholt bei der Auswahl von Geschenken und Ehrengaben zu Geburtstagen und anderen besonderen Anlässen zu Rate gezogen. Zu den für die großherzogliche Familie bestimmten Geschenken gehörten unter anderem Porträts mit eigenhändigen Widmungen und Familienbilder, die Fischbeck auf Wunsch auch kurzfristig rahmen und zustellen oder versenden ließ.

Auch zu privaten Anlässen berücksichtigte Fischbeck die Mitglieder der großherzoglichen Familie. Als Dank erhielt er regelmäßig handschriftliche Briefe, teilweise mit beigefügten Fotografien. Diese Schreiben sowie weitere Briefe namhafter Persönlichkeiten, darunter Hermann Allmers, Arthur Fitger, Georg Ruseler, Harro Magnussen und Marie Stein-Ranke, bewahrte Fischbeck auf. Auf diese Weise entstand eine umfangreiche Sammlung von Autographen.

Ludwig Fischbeck zählte im Jahr 1891 zu den Mitbegründern der „Schlaraffia Oldenburgia“. Die Schlaraffia ist eine Vereinigung von Männern, deren Ziel es ist, die Pflege von Humor und Kunst unter bestimmten vorgeschriebenen Formen auszuüben. Der Wahlspruch der Schlaraffen ist: in arte voluptas und das Symbol ist der Uhu.

Wirken als Landschaftsmaler und Radierer

Zeichnung von Ludwig Fischbeck: Glockenturm zu Wardenburg (1886)

Neben seiner Tätigkeit im Kunsthandel widmete sich Ludwig Fischbeck weiterhin der Malerei und der Radierkunst. An den Wochenenden unternahm er regelmäßig Ausflüge in das Oldenburger Land, wo er Motive aus Wald und Heide sowie aus Marsch- und Geestlandschaften zeichnete und malte.

Zu seinen bevorzugten Motiven gehörten die Heide und der Hasbruch. Darüber hinaus arbeitete Fischbeck unter anderem in Dötlingen, im Ammerland, in der Wesermarsch, in Dangast und auf der Insel Wangerooge. In Dötlingen hielt er sich regelmäßig auf und besuchte dort seinen Malerfreund Georg Müller vom Siel. Der Ort entwickelte sich um diese Zeit zu einem Treffpunkt verschiedener Künstler.

Fischbecks Landschaftsbilder und Radierungen wurden auch als Kunstdrucke veröffentlicht. Die Verlage Hanfstaengl in München und Scherl in Berlin nahmen Werke des Künstlers in ihre Programme auf und verbreiteten sie über ihre illustrierten Kataloge.

Literatur

Personendaten
NAME Fischbeck, Ludwig
KURZBESCHREIBUNG deutscher Hofkunsthändler, Maler und Radierer
GEBURTSDATUM 20. September 1866
GEBURTSORT Oldenburg
STERBEDATUM 23. November 1954
STERBEORT Hohenböken