Ludwig Kapeller

Ludwig Kapeller (* 22. Dezember 1892 in Wien; † 18. Oktober 1967) war ein österreichischer Rundfunkjournalist, Zeitschriftenchefredakteur und Schriftsteller, der viele Jahre in Berlin lebte.

Leben und Wirken

Ludwig Kapeller studierte an einer Universität und war danach als Schauspieler tätig. Ab 1915 schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen, besonders für die Vossische Zeitung des Ullstein Verlags in Berlin. Ab etwa 1924 wurde er Chefredakteur der Zeitschrift Funk, in der er auch sehr sachkundig die Möglichkeiten und Perspektiven dieses neuen Mediums beschrieb. 1931 wurde er außerdem Leiter der Rundfunkprogrammzeitschrift Sieben Tage, die allerdings schon einige völkische und intolerante Tendenzen aufwies. Ab 1933 blieb Ludwig Kapeller als wichtiger Mitarbeiter im Ullstein Verlag nach den Umstrukturierungen. 1934 übernahm er kurzzeitig die Schriftleitung der beliebten Zeitschrift Koralle.

Nach 1945 schrieb Ludwig Kapeller zunächst für Rundfunkzeitschriften in Ost-Berlin, besonders für Der Rundfunk. Später arbeitete er für den Springer-Verlag in West-Berlin, mit dessen Inhaber Axel Springer er aber nicht besonders harmonierte. In seinen letzten Jahren verfasste er einige umfangreiche Sachbücher.

Publizistisches Schaffen

Ludwig Kapeller veröffentlichte zahlreiche Artikel, besonders in Zeitungen und Zeitschriften des Ullstein Verlages, wie der Vossischen Zeitung, Uhu, Koralle, und verschiedener Rundfunk- und Filmmagazine, wie Funk, Die Sendung, Sieben Tage, Lichtbild-Bühne. Außerdem verfasste er einige umfassende Sachbücher, besonders zu Verkehrsübersichten, sowie Kriminalromane. Das Schimpfbuch (1962) erklärt sehr akribisch die etymologischen Herleitungen vieler umgangssprachlicher Begriffe und Schimpfwörter.

Romane
Sachliteratur
Hörspiel

Rundfunkvisionen

Kapeller beschrieb den Rundfunk der Zukunft 1926 so

„Der Rundfunk von morgen: ein Druck auf den Knopf, und rauschender Schall, mit Tiefen und Perspektiven; und noch ein Druck: bewegtes Bild, Ton und Klang illustrierend, eine Drehung am Hebel, und England kommt, Boxkampf in London, mit Fäustekrachen und Schmerzensstöhnen, mit den raschen Gesten der Kämpfer; oder Amerika meldet sich, mit Jazz-Band-Synkopen und den schwarzen Gesichtern der ‚Chocolate-Kiddies‘; oder Rom mit Verdiklängen, mit den bunten Bildern italienischer Opern. Oder plötzlich, unheimlich, erleben wir gräßlich im ‚505‘, von meerumpeitschender Rundfunk-Regie irgendwo inszeniert, mit Sirenengeheul und Wogenprall, mit Verzweiflungsschreien, einen Untergang der ‚Titanic‘, nächtliches Bild menschlichen Todeskampfes. Und übermorgen vielleicht: der plastische, farbige, sprechende Rundfunk-Film, Erlebnis mit allen Sinnen erfassend und durch die Technik meistern, daß durch den Druck auf schwarzen Knopf Millionen Erlebenshungriger es sich enthülle.“

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Lu Seegers: Hör zu! 2001, S. 94 f., mit einigen biographischen Kurzangaben.
  2. ↑ Zum Beispiel eine Bemerkung in Funk, 22/1926, S. 176 Digitalisat (PDF; 1,5 MB), Leserbrief von Schirokauer und Antwort von Ludwig Kapeller.
  3. ↑ Der Bummerang ARD-Hörspieldatenbank, nicht mehr in Archiven vorhanden.
  4. ↑ Der Rundfunk von morgen. In: Uhu. Oktober 1926, S. 70.
Personendaten
NAME Kapeller, Ludwig
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Rundfunkjournalist, Zeitschriftenchefredakteur und Schriftsteller in Berlin
GEBURTSDATUM 22. Dezember 1892
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 18. Oktober 1967