Ludwig Keiser

Ludwig Keiser, um 1886

Johann Ludwig Keiser (Nachname auch Kaiser oder Keyser geschrieben; * 14. Dezember 1816 in Zug, Kanton Zug; † 8. Januar 1890 in Zürich) war ein Schweizer Bildhauer und Lehrer.

Leben

Ludwig Keiser war der Sohn des Jakob Basil Keiser und der Maria Anna Barbara Paula, geborene Bosshard. Er erhielt seinen ersten Zeichenunterricht durch Johann Kaspar Moos, der auch der erste Lehrer von Melchior Paul von Deschwanden war. Keiser absolvierte eine Lehre beim Stuckateur Georg Rust in Solothurn. Nachdem er sich für ein Jahr autodidaktisch im Antiksaal in Bern weiter geschult hatte, siedelte er 1836 nach München über und bildete sich zunächst unter Hofstukkateur Viota weiter. Danach studierte Keiser bei Ludwig Schwanthaler, wo er einer von fünfzig Angestellten war, die für Schwanthaler arbeiteten. Dabei war Keiser zunehmend selbstständig an bedeutenden Werken tätig. Ab 1838 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste München.

Keisers erster Entwurf für ein Werk, ein Relief für das Zeughaus in Zug, das an Peter Kolin erinnert, wurde nicht ausgeführt. 1853 gewann er den Wettbewerb für das Winkelrieddenkmal in Stans. Auch dieser Entwurf wurde nicht umgesetzt, sondern derjenige von Ferdinand Schlöth, der einen zwei Jahre später ausgeschriebenen zweiten Wettbewerb für sich entschied.

Kaiser kehrte 1853 in die Schweiz zurück und brachte nicht nur Schwanenthalers Stil, sondern auch dessen Vorliebe für Altertümer und insbesondere für das Mittelalter mit. Ab 1855 unterrichtete er am Polytechnikum Zürich ornamentales Zeichnen und Modellieren. 1857 wurde er Professor der Modellklasse. 1861 gewann er den Wettbewerb für das Basler Oekolampad-Denkmal.

Er starb 1890 im Alter von 73 Jahren in Zürich.

Keisers Bruder war der Grabbildhauer Johann Albert (1825–1905). Dieser führte gelegentlich Entwürfe für seinen Bruder aus.

Werk

Statue Heinrich Pestalozzis (1857–1860), Museum Oskar Reinhart, Winterthur

Kaiser schuf Bauplastiken, Porträtbüsten, Reliefs und Grabmäler.

Literatur

Commons: Ludwig Keiser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gemäss Dieter Ulrich: Ludwig Keiser. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 8. August 2007. jedoch am 14. Oktober
  2. ↑ Matrikelbucheintrag für Ludwig Keiser, abgerufen am 13. Februar 2021.
  3. ↑ Fotografie des Winkelrieddenkmal-Entwurfs, doi:10.5169/seals-395183#35, abgerufen am 13. Februar 2021.
  4. ↑ Stefan Hess: Zwischen Winckelmann und Winkelried. Der Basler Bildhauer Ferdinand Schlöth (1818–1891). Berlin 2010, S. 30 ff.
  5. 1 2 3 4 Keiser, Johann Albert. In: Sikart, abgerufen am 9. Juni 2026.
  6. ↑ Porträtbüsten, geschaffen von Ludwig Keiser, doi:10.5169/seals-395183#38, abgerufen am 13. Februar 2021
  7. ↑ Grabdenkmal in Chur für Johann Gaudenz von Salis-Seewis, abgerufen am 13. Februar 2021.
  8. ↑ Ludwig Keiser. In: Kunst Museum Winterthur. Abgerufen am 9. Juni 2026.
  9. ↑ Grabdenkmal Guido Otto Wesendonck (Sarkophag mit schlafendem Knaben). In: Kunstbestand der Stadt Zürich. Abgerufen am 30. Juli 2026.
  10. ↑ Zürich. Winterthur. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 289, 15. Oktober 1860, S. 1155 (online).
  11. ↑ Walther Gimmi: Das Zollinger-Denkmal im Botanischen Garten in Zürich. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweites Blatt. Nr. 54, 23. Februar 1893, S. 5 (online).
  12. ↑ Porträtbüste des Architekten Ferdinand Stadler. In: Kunsthaus Zürich. Abgerufen am 9. Juni 2026.
  13. ↑ Hermes auf der Schildkröte. In: Kunsthaus Zürich. Abgerufen am 9. Juni 2026.
  14. ↑ Das Dubsdenkmal auf dem Uetliberg. In: Neue Alpenpost. Band 7, Nr. 13, 25. September 1880, S. 104 (online).
Personendaten
NAME Keiser, Ludwig
ALTERNATIVNAMEN Kaiser, Ludwig; Keiser, Johann Ludwig; Keyser, Ludwig
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Bildhauer
GEBURTSDATUM 14. Oktober 1816
GEBURTSORT Zug
STERBEDATUM 8. Januar 1890
STERBEORT Zürich