
Ludwig Anton Max Joseph Ritter und Edler von Poschinger (* 22. Februar 1844 in München, Königreich Bayern; † 4. November 1917 ebenda) war ein bayerischer Offizier. Er befehligte die 4. Kavallerie-Brigade und eine Kavallerie-Division und schied im Rang eines Generals der Kavallerie zur Disposition aus dem Dienst.
Poschinger entstammte der Münchner Linie des bayerischen Adelsgeschlechts Poschinger, die auf Joseph Anton Reichsritter und Edler von Poschinger, Handelsmann in Passau, zurückgeht. Er war der Sohn des Münchner Kaufmanns Ludwig von Poschinger (1814–1884) und der Therese, geborene Bachmair aus Vilshofen († 1902). Seine Geschwister waren der Kunstmaler Richard von Poschinger (1839–1915), der Bismarck-Biograph Heinrich von Poschinger (1845–1911) sowie Rosina (1849–1935), die 1873 Ferdinand Fischler Graf von Treuberg heiratete und auf Schloss Holzen bei Nordendorf lebte.
Poschinger diente in der Kavallerie der Bayerischen Armee. Sein Truppenteil war über mehr als ein Jahrzehnt das 4. Chevaulegers-Regiment „König“ mit Garnison in Augsburg. Im Militär-Handbuch des Königreiches Bayern ist er 1876 als Premier-Lieutenant dieses Regiments verzeichnet, 1878 und 1880 als Rittmeister und 1887 weiterhin als Rittmeister, zu diesem Zeitpunkt als Chef der 4. Eskadron. Bereits 1876 führte er das Eiserne Kreuz II. Klasse. Sein Regiment hatte 1870/71 als Divisionskavallerieregiment der 2. bayerischen Infanterie-Division am Deutsch-Französischen Krieg teilgenommen, unter anderem bei Wörth, Beaumont, Sedan, Coulmiers, Orleans, Beaugency und vor Paris.
1897 stand Poschinger als Generalmajor an der Spitze der in Bamberg stationierten 4. Kavallerie-Brigade, zu der das 1. und das 2. Ulanen-Regiment gehörten. Sein Brigadeadjutant war Philipp von Hellingrath, der spätere bayerische Kriegsminister. In der Paradeordnung für die große Parade des II. Armee-Korps bei Würzburg am 1. September 1897 ist Poschinger als Kommandeur der 4. Kavallerie-Brigade verzeichnet. Für das ihm unterstellte 1. Ulanen-Regiment war vorgesehen, dass Kaiser Wilhelm II. es selbst vorbeiführen werde.
Um 1901 führte er als Generalleutnant die Kavallerie-Division im Verband des II. Armee-Korps. Bei seinem Tod führte er den Rang eines Generals der Kavallerie z. D.

Poschinger starb am 4. November 1917 in München. Die Aussegnung fand am 6. November 1917 in der Aussegnungshalle des Schwabinger Friedhofs statt. Anschließend wurde der Leichnam zur Bestattung nach Aufkirchen überführt. König Ludwig III. ließ sich durch Flügeladjutant Freiherr von Perfall vertreten. Unter den Trauergästen waren Kriegsminister von Hellingrath und zahlreiche Generale. Das Offizierkorps des 4. Chevaulegers-Regiments legte einen Kranz nieder. Unter den Blumenspenden waren solche des Königs und der Militär-Reitschule.
Poschinger heiratete am 30. August 1869 in Burtenbach Wilhelmine Elisabeth Klara von Stetten (* 6. März 1850 in Augsburg; † 22. Mai 1902 in München), Tochter des Fideikommissherrn Johann von Stetten, Herrn auf Burtenbach. Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor: Ludwig (1870–1958), später Oberst, Walter (1872–1932), später Oberstleutnant, Ottmar (1873–1942), königlich bayerischer Kämmerer und Major, der 1906 Gerda Camphausen heiratete und 1908 die Genehmigung zur Namensvereinigung als Ritter von Poschinger-Camphausen erhielt, sowie Maximilian (1876–1919).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Poschinger, Ludwig von |
| ALTERNATIVNAMEN | Poschinger, Ludwig Anton Max Joseph Ritter und Edler von |
| KURZBESCHREIBUNG | bayerischer General der Kavallerie |
| GEBURTSDATUM | 22. Februar 1844 |
| GEBURTSORT | München, Königreich Bayern |
| STERBEDATUM | 4. November 1917 |
| STERBEORT | München |