
Luigi Fumi, seit 1897 Conte (Graf) Fumi, (geboren am 17. September 1849 in Orvieto; gestorben am 22. Februar 1934 ebenda) war ein italienischer Archivar und Historiker, der sich mit der Geschichte Umbriens und seiner Heimatstadt befasste.
Fumi war ein Sohn des Francesco Fumi († 14. April 1884) und dessen Frau Angela oder Angelina (geborene Valentini). Er schloss 1869 das Gymnasium in Siena ab und besuchte zwei Jahre lang die Universität Pisa, um dort Französisch und Deutsch zu lernen. Danach studierte er zunächst Jura und Geisteswissenschaften, ehe er sich der Geschichts- und Archivforschung zuwandte. Er wurde ein Schüler der toskanischen Archivare Clemente Lupi (1840–1919) und Francesco Bonaini (1806–1874) und erlernte von ihnen die Grundprinzipien der historischen Organisation von Sammlungen, der Paläographie, Diplomatik und Archivkunde. Diese Kenntnisse setzte er anschließend von 1873 bis 1875 bei der Reorganisation des Stadtarchivs von Orvieto ein und erstellte dessen erstes Nachschlagewerk Inventario segreto del Comune di Orvieto. Als Präfekt des städtischen historischen Archivs seiner Heimatstadt widmete er sich dem Studium der Kathedrale Santa Maria Assunta und des Orvietaner Urkundenbuchs.
Am 20. Oktober 1876 begann er seine Karriere als Archivar in der italienischen staatlichen Archivverwaltung und war bis 1881 im Dienst des Staatsarchivs von Siena tätig und blieb bis 1890 Mitglied des Staatsarchivs von Siena. Er war vom 15. September 1898 bis 8. Januar 1899 kurzzeitig Direktor des Staatsarchivs von Mantua, ehe er vom 16. Januar 1899 bis 5. Juni 1900 die Leitung des Staatsarchivs in Rom (Archivio di Stato di Roma) übernahm. Vom 7. Juni 1901 bis 16. Juni 1907 leitete er das Staatsarchiv von Lucca (Archivio di Stato di Lucca) und übernahm 1907 die Leitung des Staatsarchivs von Mailand (Archivio di Stato di Milano), das er bis zu seinem Ruhestand 1920 leitete. Hier setzte er sich für Unterrichtsreformen und eine Modernisierung an der Schule für Archivstudien, Paläographie und Diplomatik ein. Er kehrte im Ruhestand nach Orvieto zurück, wo er 1934 völlig erblindet starb.
Fumi widmete sich zeitlebens der historischen Erforschung der Städte Umbriens und verbesserte die von Luca Peroni (1745–1832) entwickelte Archivierungsmethode, indem er die neuen Ideen des 1908 auf Italienisch erschienenen Handbuchs der niederländischen Archivare weiterentwickelte und das Provenienzprinzip in die Archivorganisation einführte.
Am 17. April 1879 heiratete er in Siena Bianca (geborene Cambi Gado; * 12. Oktober 1858), mit der er drei Söhne hatte:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fumi, Luigi |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Archivar und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 17. September 1849 |
| GEBURTSORT | Orvieto |
| STERBEDATUM | 22. Februar 1934 |
| STERBEORT | Orvieto |