Luigi Malice

Luigi Malice

Luigi Malice (* 14. März 1937 in Neapel; † 14. Oktober 2026 in Brancaleone) war ein italienischer Avantgardekünstler.

Leben

Malice war Schüler in der Akademie der schönen Künste in Neapel und besuchte dort Kurse von Emilio Notte. Seine malerischen Anfänge 1960 lassen einen figurativen Aufbau erkennen, der von der Richtung Novecento beeinflusst zu sein scheint. In dieser Zeit war der Einfluss von Malern wie Striccoli, Chiancone und Brancaccio. Zu Beginn der 1960er-Jahre kam Malice der Informellen Kunst näher, mit Vorliebe zum „materiellen“ Aspekt, die er von Domenico Spinosa abschaute. 1963 zog Malice nach Kalabrien. In den Werken dieser Jahre, wie Giorgio Di Genova bemerkte, wechselten sich „konstruktivistische Tendenz und lyrische Hingabe“ ab; manchmal traten sie in Kontrast mit expressionistischen „Ausstoßungen“ und wurden durch chromatischen Anhäufungen gelöst, die teilweise an atmosphärischen Phänomenen oder an Luftbewegungen erinnerten, und teilweise durch implosive Konzentrationen von Farben zur Materie wurden. In all diesen Lösungen vermischten sich die beiden Seiten des Informellen, die „Abstraction lyrique“ und der „abstrakte Expressionismus“.

Ab 1968 bestanden Malice künstlerische Interessen nicht mehr aus dem Kontrast zwischen Licht und Farbe, sondern aus Licht und Schatten. Diese neue Form der Kunst, „Topological Art“, kurz „Top Art“ genannt, lebte von den Effekten, die die Modulation des Schattens auf den Oberflächen ausübten, durch die Anwendung von modellierten, mehrschichtigen Holzgerüsten, welche mit einem (meistens) weißen, wachstuchartigen Leintuch plastisch bedeckt wurden. Malices Top Art war das Ergebnis einer persönlichen Beobachtung der zeitgenössischen fotokinetisch-visuellen Recherchen in Europa. Einerseits schaute er sich von der Schaffung der geformten Leinwände der Minimalisten (Künstler wie Enrico Castellani, Agostino Bonalumi oder Simeti) ab, anderseits orientierte er sich an den Original-Werken des apulischen Künstlers Pino Pascali. In Malices geformten Leintüchern zeigten sich die Verknüpfung von wesentlichen Formen (wie Kreisen, Sinuslinien usw.) und meistens anthropomorphen Silhouetten. Diese Phase dauerte fast 20 Jahre lang bis Mitte der 1980er Jahre. Danach widmete sich Malice wieder der Malerei und begann die Ära der „Neu-Informalen Zeit“, die noch bis heute aktuell war. Bis 2007 war Luigi Malice Dozent an der Akademie der Kunst in Reggio Calabria, von 1984 bis 1989 deren Direktor.

Zu seinen wichtigsten Ausstellungen gehörten die im Palazzo Reale in Neapel im Dezember 1992 und die anthologische Ausstellung in Reggio Calabria, „Luigi Malice. Percorsi della Memoria. 1959 – 1999“, sowie die beiden Ausstellungen in Bayswater (bei der „DOC Art Gallery“) und in Perth („Artage Gallery“) während seines Aufenthaltes in West-Australien im März 2004 bei einem italienisch-australischen Kulturaustausch. Im Februar 2011 wurde Malices Teilnahme an der 54. Ausstellung der Biennale von Venedig von Kritiker Giorgio di Genova empfohlen.

Werke

Ausstellungen

Einzelausstellungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Addio a Luigi Malice, si spegne a 89 anni il maestro dell’arte contemporanea calabrese. Reggio TV, 15. Oktober 2026, abgerufen am 15. Oktober 2026 (italienisch).
  2. ↑ Luigi Malice. Percorsi della Memoria 1959–1999. Edizioni Gangemi, 1999, archiviert vom Original am 3. September 2014; abgerufen am 15. Oktober 2026 (italienisch).
  3. ↑ Luigi Malice – Figurative beginnings – Years 1959–1963. In: luigimalice.net16.net. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. August 2011. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  4. ↑ Giorgio di Genova: Storia dell’Arte Italiana del ‘900. Generazione anni trenta. Band 5. Edizioni BORA, Bologna 2000, S. 41, 116–117, 635 (Bilder 190 u. 1187).
  5. ↑ Attilio Spanò: La Top Art di Luigi Malice alla VI Biennale di Arte Contemporanea di Monterosso Calabro. In: DAIDALOS. Beni Culturali in Calabria. Nr. 07/08, 2003, S. 68–71.
  6. ↑ Luigi Malice – neo informale – Since 1986. In: luigimalice.net16.net. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. August 2011. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  7. ↑ Museo delle Generazioni Italiane del ‘900 ‘G.Bargellini’. Katalog der Dauerausstellungen. Band 3: Generazione anni trenta. Edizioni Bora, Bologna 2001, S. 15.
Personendaten
NAME Malice, Luigi
KURZBESCHREIBUNG italienischer Künstler und Maler
GEBURTSDATUM 14. März 1937
GEBURTSORT Neapel
STERBEDATUM 14. Oktober 2026
STERBEORT Brancaleone