
Ein Luthier ist ein Handwerker für die Herstellung und Reparatur von Saiteninstrumenten mit einem Hals und einem Korpus. Ursprünglich war ein Luthier ein Lautenmacher, wobei im Rahmen der weiteren Entwicklung der Saiteninstrumente dieser Begriff auch für Geigenbauer und Gitarrenbauer angewendet wird. Auch elektrische Gitarren und Ukulelen werden von Luthiers gefertigt.
Der Begriff Luthier entstand im 19. Jhrdt. und leitet sich von dem französischen Wort für die Laute luth ab. Im Altfranzösischen wurde der Begriff lut oder leut geschrieben, im Provencalischen laut, spanisch laud, portugiesisch alaude, italienisch liuto, dänisch luth und holländisch luit.
Der Ursprung des Begriffes Laute oder lut(h) wird in dem arabischen Begriff al-'ud angenommen, was man mit Holz oder Stock übersetzen kann.
Gesichert ist die Existenz des Berufes des Lautenmachers seit der Renaissance und dem Zeitalter des Barock. Anfänglich bauten die Lautenmacher gezupft zu spielende Saiteninstrumente, allerdings entwickelten die Lautenmacher zunehmend Instrumente aus heute bekannten modernen Intrumentenfamilien, zu denen sowohl Zupfinstrumente wie auch Streichinstrumente gehören.
Mit der Weiterentwicklung der Streichinstrumente hat sich aus dem Beruf des Saiteninstrumentenmachers ein weiterer Beruf des Bogenbauers abgespaltet.
Es handelt sich hierbei um Instrumente mit einem mandelförmigen Korpus und einem mehr oder weniger langen Hals mit dem Griffbrett. Orientalische Vorformen reichen weit in die Vorgeschichte zurück und ihr Anfang kann nicht genau datiert werden, allerdings kamen sie über die Araber auch nach Europa, wobei der Begriff der Laute nicht mit dem deutschen Wort "laut" als Beschreibung für die Lautstärke verwandt ist, sondern von dem arabischen "al oud" abstammt, wobei "al" der Artikel ist und oud oder 'ud für "Stock" oder "Stab" steht.
Lauten waren anfangs mit Plektren gespielte Instrumente, die in der weitern Entwicklung auch mit den Fingern angeschlagen wurden. Im Barockzeitalter gab es schließlich mehrchörige Instrumente, zu denen auch die Theorben (auch Archiliuto und Chitarrone) gehörten. John Dowland ist einer der bekanntesten Komponisten für Lautenmusik, wobei auch von J.S. Bach Lautenwerke überliefert sind.
Auch die Mandoline gehört zur Lautenfamilie. Die Spielweise ist mit einem Plektron tremolierend. Komponisten wie Vivaldi, Mozart, Beethoven und Paganini schrieben Werke für dieses Instrument.
Im Barockzeitalter begann man mit unterschiedlichen Besaitungen für die Instrumente zu experimentieren und es begann sich so aus der Laute die Barock-Gitarre herauszubilden, die anfangs noch einen bauchigen Korpus besaß, wie z. B. ein Exemplar von Renatus Lechner zeigt, der ein Instrument von Matteo Sellas nachgebaut hat.
Andrea Amati war ein Lautenmacher, der als der Erfinder der modernen Violinen gilt. Auch seine Söhne bauten Streichinstrumente. Die Familie Amati hat auch den berühmten Geigenbaumeister Antonio Stradivari ausgebildet.

Die heute bekannten Streichinstrumentenfamilien sind die Violen und die Gamben. Zu ihnen gehören die Violine, die Bratsche, das Cello und der Kontrabass. Weitere Instrumente aus dieser Familie sind die Viola d’amore und die Viola da Gamba, wobei Instrumente aus der Gambenfamilie im Sitzen mit zwischen die Beine geklemmten Instrument und von innen gegriffenen Bogenhaaren gespielt werden. Die viola d'amore wird auch zu den Gambeninstrumenten gezählt und einer der bedeutenden Komponisten für dieses Instrument war Johann Matheson. Wegen seiner Formgebung wird auch der Kontrabass zu den Gamben gerechnet. Ihnen allen gemein ist, dass sie einen Bogen zur Klangerzeugung nutzen.
Zum Beginn des 19. Jhrdts. setzte sich eine sechssaitige Bespannung der Gitarre durch, wobei einige klassische Komponisten in ihren Werken für Gitarre auch sieben- bis zehnsaitige Instrumente bzw. Tieferstimmungen der Baßsaiten erforderlich machten.
Als besondere Form bildete sich auch im 19. Jhrdt. die sog. Wandervogellaute heraus, die auch als Gitarrenlaute in Marktneukirchen massenweise gebaut wurde und über fein ziselierte Schallöcher und einen bauchigen Korpus wie Mittelalterlauten verf̟ügt.
Moderne Gitarren werden eingeteilt in die Bautypen Flattop und Archtopː
Konzertgitarren haben im Allgemeinen eine flache Decke aus Fichte oder Zeder, die Zargen, der Boden und der Hals sind oftmals aus Ahorn gefertigt. Die Saiten werden aus Nylon gefertigt. Man bezeichnet sie auch als Flattop.
Die Archtop-Gitarre ist der Typ der Jazz-Gitarre und wurde gebaut zu einer Vergrößerung des Klangvolumens, damit die Gitarre auch in Orchestern verwendet werden kann. Hierbei wurde die Gitarre mit einer gewölbten Decke versehen wie ein Streichinstrument. Sie wurde erfunden von dem Gitarrenbauer Orville Gibson. Er baute auch die erste E-Gitarre, die auch auf dem Archtop-Prinzip beruhte. Zeitgleich wurden auch von Rickenbacker elektrische Gitarren entwickelt, die im weitern Verlaufe ihrer Entwicklung auch als Vollholz- oder solidbody-Gitarren gebaut wurden.