Lydia Schieth

Lydia Schieth (2023)

Lydia Schieth (* 1952 in München) ist eine deutsche Schriftstellerin, Germanistin und Literaturwissenschaftlerin.

Leben

Lydia Schieth hat nach dem Abitur Germanistik, Geschichte, Philosophie und Sozialkunde an der Universität Regensburg, der Universität Hamburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Bamberg studiert. 1978 erlangte sie das Erste Staatsexamen und 1981 das Zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Bayern. Danach arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bamberg am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft bei Wulf Segebrecht. Anschließend war sie bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin an den St. Marien Schulen der Schulstiftung der Diözese Regensburg tätig. Zuletzt war sie als Studiendirektorin die stellvertretende Leiterin des Gymnasiums.

Ihre Forschungen zur Frauenliteratur mündeten zunächst in ihrer Dissertation Die Entwicklung des deutschen Frauenromans im ausgehenden 18. Jahrhundert. Mit dieser Arbeit hatte sie die Weichen zum Forschungsgebiet der Frauenliteratur gestellt, in dem sie weiterhin wirkt. Die Dissertation findet bis in die Gegenwart Anerkennung in der Forschung und wird in vielen Werken zur Frauenliteratur zitiert. Auch ihre weiteren Werke zur Frauenliteratur sind Gegenstand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Insbesondere der von ihr erarbeitete Katalog zur Ausstellung Fürs schöne Geschlecht. Frauenalmanache zwischen 1800 und 1850 in der Staatsbibliothek Bamberg 1992–1993 fand in der Forschung zur Frauenliteratur erhebliche Beachtung. Neben der Thematik der Frauenliteratur umfasst ihr Werk Arbeiten zu Schriftstellern wie Theodor Fontane, E. T. A. Hoffmann und dem Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti, zu dem sie im Zusammenhang mit jüdischen deutschsprachigen Schriftstellern den Beitrag Elias Canetti. Ein Europäer erinnert sich schrieb, der ebenfalls eine große wissenschaftliche Resonanz fand. Sie ist Mitglied der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft. Weitere Arbeiten sind belletristische Werke mit Bezügen zu Autoren, die früher den Gegenstand ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit bildeten. Sie fanden die Aufmerksamkeit und positive Resonanz in literarischen Fachpublikationen. Mit dem Beitrag Die Funktion phantastischer Frauengestalten in ausgewählten Texten E.T.A. Hoffmanns verband sie 2024 die Forschungen zu Frauenliteratur und E.T.A. Hoffmann miteinander.

Werk (Auswahl)

Commons: Lydia Schieth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Lydia Schieth: Die Entwicklung des deutschen Frauenromans im ausgehenden 18. Jahrhundert: ein Beitrag zur Gattungsgeschichte. Lang, 1987, ISBN 3-8204-0050-8 (google.com [abgerufen am 16. Mai 2023] Kurzbiografie auf dem Einbandrücken).
  2. ↑ Henny Levin: Neuerscheinung eines Dialogbandes zu Hoffmanns Bamberg-inspirierten Werken. In: E.T.A. Hoffmann-Portal. Staatsbibliothek zu Berlin, 29. November 2021, abgerufen am 12. Mai 2023 (deutsch).
  3. ↑ Christoph Hägele: E.T.A. Hoffmann: eine fragmentarische Biografie in sieben Dialogen. In: Fränkischer Tag. 16. Dezember 2021, abgerufen am 12. Mai 2023.
  4. ↑ St Marien-Schulen Regensburg: Dr. Lydia Schieth verabschiedet – St. Marien-Schulen Regensburg. Abgerufen am 12. Mai 2023.
  5. ↑ Lydia Schieth: Die Entwicklung des deutschen Frauenromans im ausgehenden 18. Jahrhundert: ein Beitrag zur Gattungsgeschichte. Lang, 1987, ISBN 3-8204-0050-8 (google.com [abgerufen am 12. Mai 2023] als Auszugsansicht verfügbar).
  6. ↑ Helga Gallas, Magdalene Heuser: Untersuchungen zum Roman von Frauen um 1800. Walter de Gruyter, 2013, ISBN 978-3-11-094214-9, S. 149 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  7. ↑ Birgit Wägenbaur: Die Pathologie der Liebe: Literarische Weiblichkeitsentwürfe um 1800. Erich Schmidt Verlag, 1996, ISBN 3-503-03732-2, S. 14 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  8. ↑ Sigrun Schmid: Der "selbstverschuldeten Unmündigkeit" entkommen: Perspektiven bürgerlicher Frauenliteratur; dargestellt an Romanbeispielen Sophie von La Roches, Therese Hubers, Friederike Helene Ungers, Caroline Auguste Fischers, Johanna Schopenhauers und Sophie Bernhardis. Königshausen & Neumann, 1999, ISBN 3-8260-1566-5, S. 37 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  9. ↑ Wilhelm Kühlmann: Killy Literaturlexikon, Band 12, Vo – Z. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-022039-1, S. 502 (google.com [abgerufen am 11. Mai 2023]).
  10. ↑ Ralf Trautwein: Die Literarisierung des Lebens in Elias Canettis Autobiographie. Galda & Wilch, 1997, ISBN 3-931397-01-7, S. 116 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  11. ↑ Andrea Ressel: Alter und Gesellschaft: Diskurse über die Versorgung von alten Menschen in der Aufklärungspublizistik. Cuvillier Verlag, 2018, ISBN 978-3-7369-8928-3, S. 52 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  12. ↑ Paul Gerhard Klussmann, York-Gothart Mix: Literarische Leitmedien: Almanach und Taschenbuch im kulturwissenschaftlichen Kontext. Otto Harrassowitz Verlag, 1998, ISBN 3-447-03710-5, S. 85 (google.com [abgerufen am 12. Mai 2023]).
  13. ↑ Georg Braungart, Harald Fricke, Klaus Grubmüller, Jan-Dirk Müller, Friedrich Vollhardt, Klaus Weimar: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft: Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Bd. I: A – G. Bd. II: H – O. Bd III: P – Z. Walter de Gruyter, 2010, ISBN 978-3-11-091467-2, S. 55 (google.com [abgerufen am 12. Mai 2023]).
  14. ↑ Birte Giesler: Literatursprünge: das erzählerische Werk von Friederike Helene Unger. Wallstein Verlag, 2003, ISBN 3-89244-652-0, S. 57, Fußnote 59 (google.com [abgerufen am 12. Mai 2023]).
  15. ↑ Hans-Wolf Jäger: "Öffentlichkeit" im 18. Jahrhundert. Wallstein Verlag, 1997, ISBN 3-89244-274-6, S. 324 (google.com [abgerufen am 12. Mai 2023]).
  16. ↑ Jochen Golz, Albert Meier, Edit Zehm: Goethe-Jahrbuch 129, 2012. Wallstein Verlag, 2013, ISBN 978-3-8353-2506-7, S. 134 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  17. ↑ Ortwin Beisbart, Ulf Abraham: Einige werden bleiben-- und mit ihnen das Vermächtnis: der Beitrag jüdischer Schriftsteller zur deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Bayerische Verlagsanstalt, 1992, ISBN 3-87052-852-4, S. 77–104 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  18. ↑ Ralf Trautwein: Die Literarisierung des Lebens in Elias Canettis Autobiographie. Galda & Wilch, 1997, ISBN 3-931397-01-7, S. 40 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  19. ↑ Jürgen Wertheimer: Suchbild Europa: künstlerische Konzepte der Moderne. Rodopi, 1995, ISBN 90-5183-853-0, S. 11 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  20. ↑ Peter Delvaux, Jan Papiór: Eurovisionen: Vorstellungen von Europa in Literatur und Philosophie. Rodopi, 1996, ISBN 90-420-0067-8, S. 171 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  21. ↑ Kurt Bartsch, Gerhard Melzer: Elias Canetti. Droschl, 2005, ISBN 3-85420-686-0, S. 299 (google.com [abgerufen am 13. Mai 2023]).
  22. ↑ E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft: Publikationen der Mitglieder, abgerufen am 12. Mai 2023.
  23. ↑ Bernd Hesse: Lydia Schieth. Bamberger Schlagabtausch über E.T.A. Hoffmann in sieben Dialogen, Bamberg 2021. Buchbesprechung, in: Claudia Liebrand, Harald Neumeyer und Thomas Wortmann (Hrsg.): E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch, Band 30, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-503-21145-6, S. 131–132.
Personendaten
NAME Schieth, Lydia
KURZBESCHREIBUNG deutsche Schriftstellerin, Germanistin und Literaturwissenschaftlerin
GEBURTSDATUM 1952
GEBURTSORT München