| Mátra | |
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| Lage in Ungarn | |
| Höchster Gipfel | Kékes (1014 m) |
| Lage | Komitat Heves, Komitat Nógrád, nördliches Ungarn ca. 60 km östlich der Donau |
| Koordinaten | 47° 53′ N, 19° 56′ O |
| Besonderheiten | Höchstes Mittelgebirge Ungarns |
Das Mátra-Gebirge ist ein Mittelgebirge in Nordungarn mit etwa 900 km2 Fläche. Es liegt zwischen den Flüsschen Zagyva und ihrem Nebenfluss Tarna. Es ist hauptsächlich aus mäßig blockigem Andesit aus dem Miozän aufgebaut, der über dem Rhyolithischen Tuff des pannonischen Beckens liegt. Erste Andesit-Ablagerungen erfolgten im Eozän, andere folgten im unteren Miozän. Die Hauptmasse des Gebirges besteht aus Nagyhérsas Andesit und Kékes Andesit. Die höchste Erhebung ist der Kékes, mit 1014 Metern der höchste Berg Ungarns. Im Osten schließt sich das Mittelgebirge Bükk und im Westen das Hügelland von Cserhát an das Mátra-Gebirge an. Das Gebiet war im austrocknenden Pannonischen Meer lange Zeit eine Insel.
Wichtigstes urbanes Zentrum ist Gyöngyös, eine Stadt mit annähernd 35.000 Einwohnern; sie ist nach Eger die zweitgrößte Stadt des Komitats Heves, in dem das Gebirge liegt.
Im Matra-Gebirge lagen zahlreiche Bergwerke. Das Bergwerk von Gyöngyösoroszi, das 1987 geschlossen wurde, war eines der größten ungarischen Bergwerke. Es förderte Zink und Blei, sowie in geringeren Mengen Kupfer, Silber, Gold, Arsen, Cadmium, Barium und Antimon. Insgesamt wurden hier seit den 1950er Jahren 3,5 Mt Erz gefördert. Das Bergwerk von Lahoca in Recsk (Kleingebiet Pétervására) im östlichen Teil des Gebirges besteht seit den 1850er Jahren. 1926 wurde das Bergwerk verstaatlicht. Die Hauptförderung fand ab 1930 statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Förderung zunächst eingestellt, aber in den 1958 wieder aufgenommen. Hier wurde bis 1984 Kupfer abgebaut, insgesamt wurden hier 3,1 Mt Erz gefördert, das 0,61 % Cu und 2,5 mg/kg Au enthielt. 1993 kaufte die australische Rhodes Mining NL, Perth das Bergwerk auf und ließ auf der Suche nach Gold 57 Bohrungen durchführen. 1998 wurde die Suche wegen des fallenden Goldpreises eingestellt. Weitere Bergwerkssiedlungen lagen in Tatabánya, Oroszlány, Pécs und Bükkábrány. Die meisten Bergwerke wurden nach dem Ende des Sozialismus geschlossen. Dies führte zu lokaler hoher Arbeitslosigkeit und Landflucht, die verbliebene Bevölkerung ist überaltert. Örtliche Eisenbahnlinien wurden 2007 eingestellt, damit ist der öffentliche Nahverkehr sehr schlecht.
Der Bergbau führte auch zu Umweltverschmutzung. Im Umfeld des Bergwerks von Gyöngyösoroszi wurden stark erhöhte Schwermetallwerte (vor allem Blei und Cadmium) festgestellt. Sie stammen von den Abraumhalden, dem Abraum der Schlämmung und dem Grubenwasser oder gelangten bei wiederholten Dammbrüchen der Schlämmbecken in die Toka und den Száraz. Zusätzlich wurden Schlämmrückstände im Dorf Gyöngyösoroszi als Baumaterial verwendet. Das Erz-Bergwerk Mátraszentimre wurde 1985 geschlossen, jedoch nicht verfüllt, wodurch stark säurehaltiges Grubenwasser in die Umwelt gelangte. Seit 2008 werden die Schächte mit der Asche des Kohlekraftwerks Mátra verfüllt, die in der Nähe des aufgelassenen Bergwerks von Gyöngyösoroszi abgelagert worden war (Visonta-Teich).
Das waldreiche (vor allem Buchen- und Eichenwälder), touristisch sehr gut erschlossene Gebiet ist reich an Luftkurorten und Heilbädern. Mátraháza, Mátrafüred und Galyatető sind die bekanntesten. Das Flüsschen Zagyva, das zur Theiß entwässert, ist bei Kanusportlern beliebt. Die Landschaft wird auch durch zahlreiche Seen geprägt.
Neben dem Tourismus ist im heute vor allem der Weinbau die Lebensgrundlage der ländlich lebenden Bevölkerung. Insbesondere an den unteren Südhängen des Gebirges werden, hauptsächlich auf Rhyolith, aber auch Mergel- und Lössböden eine Reihe von Weinen angebaut, wie Traminer- und Muskateller. Berühmt ist die Region für den Kekfrankos und für den Lindenblättrigen aus Debrő. Letzterer wurde meist lieblich bis halbsüß ausgebaut und lieferte oft nur bescheidene Qualitäten. Neben verschiedenen Verschnitten werden heute aber wieder sehr gute bis herausragende sortenreine Weine aus dem Lindenblättrigen angeboten.
In dem Gebirge befinden sich zahlreiche paläolithische Fundstellen, darunter die Moustérien-Freilandfundstelle Szurdokpüspöki‑Lapos‑tanya. Im Matra-Gebirge wurden auch Süßwasserquarzite abgebaut, die sich in zahlreichen neolithischen Fundstellen des nördlichen Alfölds finden. Eine, allerdings undatierte Abbaustelle ist zum Beispiel aus Gyöngyöstarján-Köves-tető bekannt.