
Das Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) ist ein Museum für zeitgenössische Kunst in Barcelona.
Bereits 1959 gründete Alexandre Cirici Pellicer einen Verein, um in Barcelona ein Museum für zeitgenössische Kunst einzurichten. Das Museum selbst wurde 1988 begründet. Am 28. November 1995 wurde das vom amerikanischen Architekten Richard Meier entworfene Gebäude im Altstadtviertel El Raval eröffnet.
Das Museum beinhaltet hauptsächlich Kunst aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie Werke vieler zeitgenössischer Künstler. 2011 übereigneten die Töchter des katalanischen Fotografen Xavier Miserachs das Archiv des 1998 Verstorbenen mit über 80.000 Negativen dem Museum.
Die Ursprünge des Museums gehen auf das Jahr 1959 zurück, als der Kunstkritiker Alexandre Cirici Pellicer gemeinsam mit Cesáreo Rodríguez-Aguilera begann, eine Sammlung für ein künftiges Museum zeitgenössischer Kunst zusammenzutragen. Auf der Suche nach einem Standort organisierte die Gruppe eine Reihe von Ausstellungen mit damals tätigen Künstlern. Die im Februar 1963 gezeigte, politisch motivierte Ausstellung L’art i la pau machte die Grenzen des unter der Franco-Diktatur Möglichen deutlich und führte zum Ende des Vorhabens; ein Teil der zusammengetragenen Werke gelangte an das Museu Víctor Balaguer in Vilanova i la Geltrú.
1985 griff Joan Rigol, der damalige Kulturminister der Generalitat de Catalunya, die Idee eines Museums für zeitgenössische Kunst wieder auf. Ein zwischen Generalitat und Stadtverwaltung vereinbarter Kulturpakt sah ein Konsortium beider Verwaltungen vor und bestimmte die ehemalige Casa de la Caritat als Standort. 1986 wandte sich die von Pasqual Maragall geführte Stadtverwaltung an den Architekten Richard Meier. 1987 wurde die Stiftung Fundació MACBA gegründet, deren erster Vorsitzender der Unternehmer Leopoldo Rodés war. 1988 entstand mit der Gründung des Konsortiums aus Generalitat, Stadtverwaltung und Fundació MACBA das Museum als Institution; die offizielle Eröffnung erfolgte am 28. November 1995.
Das MACBA wird von einem 1988 gegründeten Konsortium getragen. Diesem gehören die Generalitat de Catalunya, die Stadt Barcelona und, seit 2007, das spanische Kulturministerium an; hinzu kommt die private Fundació MACBA. Am 14. April 2008 verabschiedete der Vorstand neue Statuten. Die drei öffentlichen Träger finanzieren den laufenden Betrieb, während die Fundació MACBA die Mittel für den Aufbau der ständigen Sammlung aufbringt.
Die ständige Sammlung wird überwiegend in wechselnden Ausstellungen gezeigt und ist seit der Eröffnung des Museums stark gewachsen.
Ab 2010 befand sich die Sammlung des französischen Sammlers Philippe Méaille als langfristige Leihgabe im MACBA, mehr als 500 Werke der Künstlergruppe Art & Language, deren weltweit umfangreichsten Bestand sie umfasst. 2014 wurde ein Teil in der Ausstellung Art & Language Uncompleted gezeigt. Im Oktober 2017 zog Méaille die Leihgabe unter Verweis auf die politische Instabilität nach dem katalanischen Unabhängigkeitsreferendum zurück und überführte die Werke an das Château de Montsoreau-Museum of Contemporary Art im Loiretal.
2020 erhielt das Museum die Sammlung des Unternehmers Rafael Tous als Schenkung. Sie umfasst rund tausend Werke von etwa dreißig Künstlern und gilt als der umfassendste Bestand konzeptueller Kunst in Katalonien und Spanien; der damalige Direktor Ferran Barenblit bezeichnete sie als die bedeutendste Schenkung in der Geschichte des Museums.
An der Spitze des MACBA standen seit der Gründungsphase folgende Personen:
Bartomeu Marí trat im März 2015 als Direktor zurück, nachdem eine Installation der österreichischen Künstlerin Ines Doujak einen Zensurstreit ausgelöst hatte. Im Juli 2015 wurde Ferran Barenblit zum neuen Direktor ernannt. 2021 übernahm Elvira Dyangani Ose die Leitung; sie war die erste Schwarze Frau an der Spitze des Hauses. Nachdem sie im Januar 2026 zur künstlerischen Leiterin der Public Art Abu Dhabi Biennial ernannt worden war und das Konsortium beide Ämter für unvereinbar erklärt hatte, schied Dyangani Ose im April 2026 vor Ablauf ihres Vertrages aus.
Am 10. Juni 2026 gab das Museum bekannt, dass der Schriftsteller und Kunsthistoriker Valentín Roma (* 1970 in Ripollet) neuer Direktor des MACBA wird. Roma hatte zuvor neun Jahre lang das Ausstellungshaus La Virreina Centre de la Imatge in Barcelona geleitet. Der Consell General des MACBA-Konsortiums folgte einem einstimmigen Vorschlag der Auswahlkommission; Roma wurde unter 21 vorausgewählten Bewerbern bestimmt. Sein Mandat ist auf fünf Jahre angelegt und kann um bis zu drei weitere Jahre verlängert werden; es sollte wenige Wochen nach der Ernennung beginnen. Roma war bereits von 2013 bis 2015 Chefkurator des MACBA; diese Tätigkeit endete im Zuge der Kontroverse um die von ihm mitkuratierte Ausstellung La bestia y el soberano, in der eine Arbeit von Ines Doujak mit einer Darstellung von Juan Carlos I. einen öffentlichen Streit auslöste.
Die künstlerische Arbeit unterhalb der Direktion lag über weite Strecken bei einer Chefkuratorin bzw. einem Chefkurator (conservador en cap). Zu den Amtsinhabern zählten:
Während ihrer Amtszeit kuratierte Chus Martínez unter anderem die Retrospektive von Thomas Bayrle, eine Einzelschau der Otolith Group sowie die Ausstellung Are you Ready for TV?. Valentín Roma, der 2026 zum Direktor des Museums ernannt wurde, war von 2013 bis 2015 Chefkurator; seine Tätigkeit endete im Zuge der Kontroverse um die Ausstellung La bestia y el soberano.
Tanya Barson, zuvor Kuratorin für internationale Kunst an der Tate Modern, trat das Amt zum 1. September 2016 an und verantwortete die Bereiche Sammlung, Ausstellungen und Publikationen; zeitgleich kam Pablo Martínez als Programmleiter an das Museum. Im Juli 2021 wurden Barson und Pablo Martínez unmittelbar nach der Ernennung von Elvira Dyangani Ose zur Direktorin im Zuge einer Umstrukturierung des Organisationsmodells per E-Mail entlassen. Die Entlassungen lösten in der Kunstwelt Kritik aus.
Seit 2006 nutzt das MACBA die Kapelle des ehemaligen Engelsklosters als zusätzliche Ausstellungsfläche. Diese befindet sich nur wenige Schritte entfernt vom Hauptgebäude. Dort werden vor allem experimentelle Installationen gezeigt. 2011 war dort beispielsweise die Installation De Paso der deutschen Künstlerin Natascha Sadr Haghighian zu sehen.
Die große Terrasse vor dem MACBA ist ein beliebter Treffpunkt für Skateboarder.
Koordinaten: 41° 22′ 59,5″ N, 2° 10′ 1,2″ O