MICPCH-Syndrom

Klassifikation nach ICD-10
Q04.3 Sonstige Reduktionsdeformitäten des Gehirns
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das MICPCH-Syndrom, Akronym für MIkroCephalie, Pons, Cerebellum Hypoplasie, ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit den namensgebenden Hauptmerkmalen.

Diese Fehlbildung des Kleinhirns wird zur Gruppe der nicht-syndromalen X-chromosomalen mentalen Retardierungen gezählt.

Klinisch stehen Intelligenzminderung, eventuell Nystagmus, bis ausgeprägter geistiger Behinderung im Vordergrund.

Synonyme sind: X-chromosomale Intelligenzminderung – Mikrozephalie – Hirnstamm- und Kleinhirn-Hypoplasie; Intelligenzminderung, X-chromosomale, Typ Najm; X-chromosomale Intelligenzminderung – Mikrozephalie – pontozerebelläre Hypoplasie; Geistige Retardierung, X-chromosomale, Typ Najm; CASK-Syndrom

Die Bezeichnung bezieht sich auf die Erstautorin der Erstbeschreibung aus dem Jahre 2008 durch die Hamburger Humangenetikerin Juliane Najm, Denise Horn und Mitarbeiter.

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt X-chromosomal dominant. Bislang wurde über etwa 35 Familien berichtet, das weibliche Geschlecht ist häufiger, aber weniger schwer betroffen.

Ursache

Der Erkrankung liegen Mutationen im CASK-Gen auf dem X-Chromosom Genort p11.4 zugrunde, welches für ein Protein aus der Gruppe der membran-assoziierten Guanylat-Kinasen (MAGUK) kodiert.

Dieses Gen ist auch beim FG-Syndrom Typ 4 beteiligt.

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus den klinischen Befunden und der medizinischen Bildgebung (Magnetresonanztomographie), die Bestätigung erfolgt durch humangenetische Untersuchung.

Therapie

Eine ursächliche Behandlung ist nicht bekannt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Eintrag zu Intelligenzminderung, X-chromosomale, Typ Najm. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  2. ↑ J. Najm, D. Horn, I. Wimplinger et al.: Mutations of CASK cause an X-linked brain malformation phenotype with microcephaly and hypoplasia of the brainstem and cerebellum. In: Nature genetics. Band 40, Nummer 9, September 2008, S. 1065–1067, doi:10.1038/ng.194, PMID 19165920.
  3. ↑ Mental retardation and microcephaly with pontine and cerebellar hypoplasia. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  4. ↑ T. Nakajiri, K. Kobayashi, N. Okamoto, M. Oka, F. Miya, K. Kosaki, H. Yoshinaga: Late-onset epileptic spasms in a female patient with a CASK mutation. In: Brain & development. Band 37, Nummer 9, Oktober 2015, S. 919–923, doi:10.1016/j.braindev.2015.02.007, PMID 25765806 (Review).