MPlayer

MPlayer
MPlayer Logo

MPlayer mit der Benutzeroberfläche GMPlayer
Basisdaten
Entwickler The MPlayer-Project
Erscheinungsjahr 2000
Aktuelle Version 1.5
(27. Februar 2022)
Betriebssystem Linux, macOS, Windows, DOS, FreeDOS, AmigaOS 4, FreeBSD u. a.
Programmier­sprache C
Kategorie Mediaplayer
Lizenz GNU GPL 2.0 oder später
deutschsprachig ja
mplayerhq.hu

MPlayer ist ein unter der GNU-GPL-Lizenz stehender Mediaplayer. Er zeichnet sich insbesondere durch seine breite Unterstützung von Dateiformaten und seine Plattformunabhängigkeit aus.

So läuft das Programm neben Linux, dem Betriebssystem seiner Herkunft, auf Windows, macOS, DOS/FreeDOS, FreeBSD, MorphOS, OS/2 und vielen anderen Plattformen. Es unterstützt eine Vielzahl von Video- und Audio-Codecs, darunter auch plattformexklusive, wodurch etwa Windows Media auch außerhalb von Windows wiedergegeben werden kann. Darüber hinaus unterstützt er DVB. Eine besondere Fehlertoleranz ermöglicht es dem mehrfach ausgezeichneten Player, auch defekte Dateien abzuspielen. Eine weitere Stärke ist dabei der Wegfall jeglicher Installation, so dass MPlayer nicht mit bereits installierten Codecs kollidiert und sich sehr einfach als Ausgabeprogramm (englisch „viewer“) in andere Programme integrieren lässt.

Aufbau

MPlayer in der Kommandozeile unter Microsoft Windows

MPlayer ist kommandozeilenorientiert. Optional verfügbar sind eine grafische Bedienungsoberfläche, sowie MEncoder, ein Programm, das sämtliche abspielbaren Dateien und Datenströme in andere Formate wandeln kann, etwa von MPEG-1 zu MPEG-4.

Das Programm selbst greift beim Start auf seine mitgebrachte Formatbibliothek zurück, aus der ein passender Dekodierungsalgorithmus herausgesucht wird. Dieses Reservoir basiert auf FFmpegs libavcodec, an deren Programmierung Entwickler aus dem MPlayer-Project beteiligt sind, sowie einigen weiteren, meist exotischen Codecs. Außerdem besteht die Möglichkeit, Binär-Codecs zum Abspielen proprietärer Formate zu verwenden, wie Windows-32-Bit-DLLs sowie macOS-Bibliotheken.

Lizenz

Die im Programm verwendeten Binär-Codecs sind in der Open-Source-Szene lizenzrechtlich stark umstritten. Die GPL verlangt ausdrücklich, dass bei der Weitergabe des Programms der vollständige Quellcode mitgeliefert werden muss, was nicht möglich ist, wenn unter dieser Lizenz stehende Programme mit proprietären vermischt werden. Ein Benutzer oder eine Distribution kann folglich den MPlayer nicht weiterverbreiten, ohne gegen die GPL zu verstoßen. Die Entwickler widersprechen dieser Auslegung der Lizenz vehement. Diese Codecs stehen nur als separate Pakete zum Herunterladen (essential oder all) zur Verfügung und sind zum Betrieb von MPlayer nicht erforderlich.

Benutzeroberflächen

MPlayer hat selbst keine grafische Benutzeroberfläche außer die Videoausgabe. Die Bedienung geschieht über die Tastatur. Allerdings gibt es eine Vielzahl an zusätzlichen Programmen (Front-Ends), die MPlayer um eine grafische Benutzeroberflächen erweitern. Dazu gehören:

Programm Betriebssysteme Beschreibung
Gnome MPlayer Linux nutzt GTK+
GMPlayer Linux, Windows nutzt Visual Basic .NET
SMPlayer Linux, Windows nutzt Qt, bietet sehr viele Funktionen (ähnlich zum VLC media player)
KMPlayer Linux nutzt Qt
ROSA Media Player Linux, Windows basiert auf SMPlayer, ist aber eingeschränkter/leichtgewichtiger
MPlayerX macOS eine bösartige Version des Mplayers für MacOS, die Malware verteilt

Benutzung in anderen Projekten

Es existiert eine Vielzahl von Projekten, die auf dem Quelltext von MPlayer aufbauen. Zum Beispiel wurde MPlayer auf die Xbox (XBMC Media Center) und den Amiga portiert. Die Distribution MoviX beinhaltet ein bootfähiges Linux samt MPlayer und wird mit dem Film auf eine CD gebrannt.

Abspaltungen

Es gibt mehrere Abspaltungen von MPlayer. Dazu gehören:

Wikibooks: Linux-Praxisbuch:_MPlayer – Installation und Nutzung des MPlayers unter Linux
Commons: MPlayer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ MPlayer 1.5 released. 27. Februar 2022 (englisch).
  2. ↑ MPlayer - The Movie Player. (abgerufen am 28. Februar 2022).
  3. ↑ „Video Codecs“ in der Dokumentation auf der Projektseite, 2012.
  4. ↑ „Audio Codecs“ in der Dokumentation auf der Projektseite, 2012.
  5. ↑ GMPlayer
  6. ↑ SMPlayer
  7. ↑ KMPlayer
  8. ↑ ROSA Media Player (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  9. ↑ blog.malwarebytes.com
  10. ↑ mpv
  11. ↑ MPlayerXP
  12. ↑ mplayer2
  13. ↑ MPlayer-WW. (Memento vom 4. Januar 2012 im Internet Archive) In: mplayer-ww.com (englisch).