
Machrie Moor, Englisch Machrie Moor Stone Circles, ist ein multipler Fundplatz megalithischer Monumente des Neolithikums bzw. der Frühen Bronzezeit. Er befindet sich auf der schottischen Insel Arran.
Die Ortsbezeichnung Machrie leitet sich ab vom Schottisch-Gälischen Am Machaire mit der Bedeutung „Ebene, offene, flache Landschaft, Feld, weite Bucht“. Dies ist verwandt mit dem Mittelirischen machaire mit praktisch identischer Bedeutung, jedoch mit der Ausweitung auf „Schlachtfeld, Schlacht“. Dahinter verbirgt sich die protokeltische Wurzel *makaryos. Machair wird aber auch für einen speziellen Landschaftstypus verwendet.
Das englische moor bezeichnet eine Moorlandschaft.
Im Jahr 1861 machte James Bryce eine Inventur der Steinkreise von Machrie Moor und nummerierte sie von 1 bis 5. Die Nummern 6 bis 10 vergab er an andere Monumente in der Umgebung. Im Jahr 1978 wurde ein weiterer Steinkreis entdeckt. Er war vollkommen von Torf bedeckt; ihm wurde sodann die Nummer Machrie Moor 11 zugewiesen. Etwa einen Kilometer weiter westlich der verfallenen Moss Farm befindet sich der Moss Farm Road Stone Circle, der die Nummer Machrie Moor 10 erhielt.
Im Juni 2025 wurde von Historic Environment Scotland eine Neuentdeckung bekanntgegeben. Durch eine geophysikalische Messreihe konnte im Machrie Moor eine weitere prähistorische Kreisstruktur nachgewiesen werden.

Machrie Moor liegt in der Mitte der Westküste der Insel Arran, in der Nähe des Kilbrannan-Sunds. Die Fundstätte ist gegenüber der Küste etwa 2 Kilometer zurückversetzt und befindet sich auf einer Meereshöhe von 89 Meter. Zur namensverleihenden Küstenansiedlung Machrie im Nordwesten sind es – ausgehend von der benachbarten, mittlerweile verfallenen Moss Farm – 2,2 Kilometer. Die Moss Farm liegt etwa 400 Meter südlich des Flusslaufs Machrie Water, der unmittelbar südlich von Machrie in den Firth of Clyde mündet. Der seit langer Zeit genutzte prähistorische Bereich kann von der Moss Farm aus über einen markierten, in Ost-Richtung verlaufenden Pfad durch die Heide erreicht werden.
Das Machrie Moor ist eine flache, leicht undulierende Landschaft von in etwa dreieckiger Gestalt. Im Norden wird es vom Machrie Water und im Osten vom Shiskine Glen begrenzt und wird im Westen effektiv von der A 841 zwischen Machrie und Blackwaterfoot abgeschnitten. Das Moor wird im Norden und Osten von höher liegendem Gelände umgeben – was eine Art Schüsselebene hinterlässt.
Allein in dieser moorigen Schüssel finden sich sechs Steinkreise, mehrere Steinkisten, Menhire (engl. Standing Stones), Timber Circles und Kammergräber aus der Jungsteinzeit sowie Cairns aus der Bronzezeit und Fundamente von Bienenkorbhütten aus der Eisenzeit oder einer späteren Periode.
Das nahe der Straße A 841 von Machrie nach Blackwaterfoot gelegene Monument ist ein Cairn mit großen Randsteinen aus Granit, der an den nahen Cairn des Steinkreises von Auchagallon erinnert. Zu beiden Seiten des Weges, der sodann weiter zur Moss Farm führt hinter der sich die Steinkreise befinden – liegen Hüttenfundamente. Nördlich des Weges steht ein Menhir und die Reste einer zweiten Megalithanlage. Ein Teil der einstigen Kammer ist zwischen dem Weg und dem Zaun im Süden erkennbar. Zwei weitere Kammergräber, eines davon ein gut erhaltenes Clyde Tomb, liegen südlich davon, etwas entfernt in der Heide.
Das Anstehende unterhalb der Steinkreise besteht aus Sandsteinen der Brodick Beds aus dem Perm. Die Formation bildet Teil des New Red Sandstones. Darüber legen sich konsolidierte Moränenablagerungen der letzten Kaltzeit. Deren Undulationen werden von Sanden verfüllt. Das Moränenmaterial ist offensichtlich aus den anstehenden Sandsteinen hervorgegangen und variiert daher recht stark in seiner Zusammensetzung und seinem Gefüge. Diese Vielfalt spiegelt sich in den aus dem Moränenmaterial gebildeten Böden wider. Manche Stellen im Moor haben bis zu 3 Meter an Beckentorf gebildet, unter den Steinringen befindet sich jedoch in der Regel nur bis zu 70 Zentimeter an Lagentorf. Unter dem Lagentorf hat sich eine eisenreiche Lage angesammelt, welche eine Drainage effektiv verhindert – was unter dem Beckentorf nicht der Fall ist. Der jetzige Boden ist ein torfhaltiger Podsol, der oberhalb des dünnen Eisenhorizonts nur schlecht drainiert, unterhalb dieses Stauers dann dennoch gut entwässert.
Nach Ende der letzten Kaltzeit erlebte Arran wie andere Teile Schottlands eine isostatische Heraushebung, so dass die Küste während des Neolithikums weiter ins Inland verlagert war.

Der Steinkreis Machrie Moor 1 ist eine Kombination aus Sandsteinplatten und niedrigen Granitblöcken. Er liegt 280 Meter östlich von Moss Farm und bestand wahrscheinlich ursprünglich aus zwölf Steinen. Seine nächsten Nachbarn sind Machrie Moor 11 nur 40 Meter weiter nordnordöstlich und Machrie Moor 2 70 Meter westnordwestlich. Streng genommen handelt es sich bei dem Steinkreis um eine Ellipse mit Halbmessern von 14,6 und 12,7 Meter. Er enthält jetzt 6 Granitblöcke und 5 Sandsteinblöcke, die abwechselnd aufeinander folgen. Vier der Granitblöcke sind umgestürzt.
Diesem Steinkreis waren jedoch zwei Timber Circles vorausgegangen. Der erste Holzring mit einem Durchmesser von 14,5 Meter bestand aus 53 Holzpfählen, die ein nach Nordwesten offenes Hufeisen von 5,5 Meter Länge und 3,5 Meter Breite aus 5 gewichtigen, aufrechten Stämmen umringten. Etwas später wurde dieser erste Holzring noch von einer weiteren Ringstruktur (mit einem Durchmesser von 19,5 Meter) aus wesentlich dünneren Pfählen umschlossen.
An Keramikfunden sind anzuführen: Grimston-Lyles Hill Ware in der Epoche vor Errichtung der Monumente, Scherben von Grooved Ware assoziiert mit den Holzkreisen und Glockenbecherkultur-Keramik aus der landwirtschaftlichen Zwischenphase und dem Steinkreis.

Der Steinkreis Machrie Moor 2 liegt 215 Meter ostnordöstlich von Moss Farm und dominiert visuell die Landschaft. Nachbarn im Osten sind Machrie Moor 1 (70 Meter in Ostsüdost-Richtung) und Machrie Moor 11 (85 Meter in Ostnordost-Richtung), Nachbarn im Westen sind Machrie Moor 3 (130 Meter in Westnordwest-Richtung) und Machrie Moor 4 (145 Meter in Südwest-Richtung). Der Steinkreis hat einen Durchmesser von 13,7 Meter. Zwar stehen jetzt nur noch drei Steine, der Steinkreis bestand aber ursprünglich wohl aus 7 oder 8 hohen Sandsteinsäulen. Die eleganten Säulen aus rotem Sandstein erreichen eine Höhe von 3,7 bis zu 4,9 Meter. Andere Steine des Kreises liegen am Boden oder sind nur noch als Stümpfe erhalten. Innerhalb des Kreises befinden sich ferner zwei große Steine, die offensichtlich aus einer umgefallenen Säule stammen. Einer der beiden Steine trägt jetzt eine zentrale Öffnung und erweckt den Eindruck, als wenn er als Mahlstein vorgesehen war. Zwei Steinkisten wurden bei Ausgrabungen im Jahr 1961 im Inneren des Kreises gefunden. Die eine lag zentral im Kreis und enthielt ein Tongefäß für Nahrung (engl. food vessel), die andere, weitaus kürzere Steinkiste war leer und lag vom Zentrum aus in Richtung des Nordoststeins. Es ist gut möglich, dass in der zentralen Steinkiste eine Inhumation erfolgt war mit eventueller Brandbestattung (und das Tongefäß somit als Bestattungsurne anzusehen ist).

Der dritte Kreis Machrie Moor 3 liegt 100 Meter nordöstlich von Moor Farm. Nächste Nachbarn sind Machrie Moor 4 (160 Meter südlich) und Machrie Moor 2 (170 Meter weiter ostsüdöstlich). Er bestand ursprünglich aus neun Steinen, fünf sind jetzt jedoch abhandengekommen und drei lediglich nur noch als Stümpfe im Torf vorhanden. Ein einziger, immerhin 4,3 Meter hoher Stein, blieb erhalten. Die Steine wurden vermutlich für den Bau des Bauernhofs Moor Farm zweckentfremdet und zerstört. Im Kreis sollen sich zwei Steinkisten befunden haben. Auch in diesem Fall handelt es sich um keinen echten Kreis, sondern um einen eiförmigen Grundriss. Die Ausgrabungen von 1861 hatten im Mittelpunkt eine kleine Steinkiste freigelegt. Sie enthielt eine Bestattungsurne mit einigen verbrannten Knochenresten und Abschlägen aus Flint. Auch in Machrie Moor 3 wurde eine zweite Steinkiste angetroffen, die nur einen Meter südlich des Mittelpunkts lag. Sie enthielt eine zusammengekauerte Bestattung und einige Flintabschläge.

Vom Steinkreis Machrie Moor 4, 150 Meter ostsüdöstlich der Moss Farm gelegen, sind nur vier niedrige, 0,9 Meter hohe Felsblöcke aus Granit erhalten. Es ist jedoch möglich, dass es sich nicht um einen Steinkreis, sondern vielmehr um eine Steinsetzung handelte. Naächste Nachbarn sind Machrie Moor 3 (160 Meter nördlich), Machrie Moor 5 (200 Meter weiter westsüdwestlich) und Machrie Moor 2 (240 Meter nordöstlich).
Auch hier wurde im Jahr 1861 eine zentrale Steinkiste ausgegraben. Sie enthielt einen Bronzestift, ein Tongefäß und drei Flintwerkzeuge (Abschläge).

Nur 50 Meter südlich der aufgegebenen Moss Farm liegt der Steinkreis Machrie Moor 5. Sein nächster Nachbar ist Machrie Moor 4 200 Meter weiter östlich. Er wurde vermutlich zwischen 1800 und 1600 v. Chr. errichtet. Er wird als Fingal’s Cauldron Seat bezeichnet (Schottisch-Gälisch Suidh Coire Fhionn – „Fhionns Kesselsitz“) und besteht aus zwei konzentrischen Ringen von niedrigen Granitblöcken. Der Innenring aus 8 Granitblöcken hat 12,0 Meter Durchmesser und der ovale, nicht einwandfrei konzentrische äußere Ring, scheint ein Kreis von ehemaligen Randsteinen zu sein. Er hat einen Durchmesser von 18,0 Meter und baut sich aus 15 Granitblöcken auf. Im Zentrum wurde im Jahr 1861 eine leere und beschädigte, vorher jedoch mehrphasig genutzte Steinkiste aufgefunden.

Nur 70 Meter nordnordöstlich von Machrie Moor 1 wurde erst später ein sechster Steinkreis Machrie Moor 11 mit zehn niedrigen, zuvor im Moor von Torf überdeckten Steinen entdeckt. Der höchste Stein befindet sich auf der Westseite und misst 1,2 Meter. Der Durchmesser der Kreisstruktur beträgt 13,6 Meter.
Ausgrabungen ergaben, dass den beiden Steinkreisen Machrie Moor 1 und Machrie Moor 11 hölzerne Versionen vorausgegangen waren, dass sie also die Nachfolger von Henges sind, die am selben Ort standen. Ausgrabungen der Jahre 1978 bis 1979 konnten 10 Steine nachweisen, zwischen denen sich jeweils eine grubenförmige Vertiefung befand – eventuelle Indizien ehemaliger Pfostenlöcher.
Der Holzkreis hatte mit 14,7 Meter einen etwas größeren Durchmesser als der spätere Steinkreis.
Die Keramikfunde sind dieselben wie bei Machrie Moor 1.
Der Steinkreis wurde auf 1.690 ± 50 Jahre vor Chr. datiert (Angaben nach Richard Andrew Williamson, 2012).
Machrie Moor 12 ist eine im Untergrund verborgene Struktur, die mittels geophysikalischer Methoden von Archäologen des HES (Historic Environment Scotland) entdeckt werden konnte. Erkennbar sind 12 Gruben-artige Anomalien, die eine Ringstruktur bilden. Wie die Archäologen mitteilen, sind keinerlei Steine in den Gruben vorhanden. In den Gruben standen entweder Holzpfähle oder Steinsäulen.
Im Westen der Steinkreise führte James Bryce im Jahr 1861 fünf weitere Altertümer auf:

Machrie Moor 6 ist eventuell der Überrest eines unterkammerten Cairns. Vorhanden sind jetzt nur noch zwei aufrechte Steinplatten, die einander im rechten Winkel berühren. Die Struktur steht unmittelbar rechts des Fahrwegs zur Moss Farm, die zirka 150 Meter weiter ostnordöstlich liegt.

Machrie Moor 7 ist ein Menhir von 1,6 Meter Höhe. Er befindet sich knapp 100 Meter links des Fahrwegs zur Moss Farm – die etwas mehr als 300 Meter im Südosten liegt.

Machrie Moor 8 stellt vielleicht ebenfalls die Überreste eines unterkammerten Cairns dar. Die vorhandenen Steine stellen ein sich spreizendes Oval von 16 × 20 Meter dar. Am beeindruckendsten ist ein 1,8 Meter hoher, aufrecht stehender Stein auf der Ostseite des vermuteten Cairns. Er wird von mehreren kleineren Steinen umringt, die entweder eine Kammer bildeten oder als Fassade fungierten. Machrie Moor 8 liegt rechterhand des Fahrwegs zur Moss Farm – etwa 300 Meter westlich.
Machrie Moor 9 war ein ehemaliger Menhir, von dem jetzt aber nichts mehr erhalten ist. Er stand einst unweit von Machrie Moor 8, ebenfalls rechts des Fahrwegs.

Für Machrie Moor 10 siehe unter → Moss Farm Road Stone Circle.
Machrie Moor 10 befindet sich entlang des Fahrwegs zur Moss Farm – etwa 200 Meter ostsüdöstlich von Balnagore. Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen bewehrten Cairn, und nicht um einen Steinkreis. Die Struktur ähnelt dem Steinkreis von Auchagallon nördlich von Machrie.
Die sechs Steinkreise konzentrieren sich südwestlich unterhalb einer deutlichen Einkerbung im Bergrücken am nordöstlichen Horizont – zwischen Beinn Tarsuinn im Norden und A’ Chruach im Süden. Das Machrie Glen teilt sich hier in zwei steile Täler auf. Zur Sommersonnenwende entsendet die aufgehende Sonne ihre ersten Strahlen durch diese Einkerbung – was von den Steinkreisen aus beobachtet werden kann. Dieses astronomische Phänomen erklärt womöglich die Lage der Steinkreise auf dem Machrie Moor.
Astronomische Ausrichtungen sind bei megalithischen Monumenten keine Seltenheit, siehe beispielsweise unter anderen → Stonehenge.
Bäuerliche Aktivitäten in Machrie Moor gehen bis ins Neolithikum zurück. Den vorangegangenen, frühen ackerbaulichen Aktivitäten der Phase 1 konnte Alison Haggarty (1991) anhand von Holzkohlenresten ein Alter von 3.550 ± 70 Jahre vor Chr. zuweisen, mit Eichenholzkohle ein Alter von 2.820 ± 90 Jahre v. Chr.
Die frühesten Ansiedlungen auf Machrie Moor erfolgten womöglich zeitgleich mit der Errichtung von Clyde Cairns, die über die fruchtbareren Landstriche Arrans und in Küstennähe weit verbreitet sind.
Älteste Strukturen sind die beiden Holzkreise von Machrie Moor 1 und Machrie Moor 11 – möglicherweise eine gepaarte Struktur. Sie sind mit Keramiken der Grooved Ware assoziiert (Zeitraum 3.100 bis 2.950 v. Chr.). Für einen der Kreise aus Holz (engl. timber circle) konnte mittels der Radiokarbonmethode ein Alter von 2030 ± 180 v. Chr. ermittelt werden. Für die Phase 2 der ersten Holzkreise gibt Haggarty zusätzlich noch 2.520 ± 50 und 2.130 ± 90 Jahre vor Chr. an. Für den Holzkreis I ergaben sich ferner Alter von 2.470 ± 50 und 1.980 ± 180 Jahre v. Chr. Der Holzkreis II lieferte ein Alter von 2.080 ± 90 Jahre v. Chr.
Die Timber Circles sind somit in den Zeitraum 2.500 bis 2.000 Jahre vor Chr. einzuordnen.
Die Phase 3 war erneut dem Ackerbau gewidmet – hierfür konnten Alter von 1.890 ± 110, 1.830 ± 50 und 1.820 ± 50 Jahre v. Chr. etabliert werden.
Die angetroffenen Steinkreise waren nicht die ersten Strukturen, sondern sie hatten Vorläufer aus Holz. Für die Phase 4 der eigentlichen Steinkreise sind noch keine Alter bekannt.
Auch die abschließenden Phasen 5 (Bestattungen in den Steinkreisen), 6 und 7 (erneuter Ackerbau) sind zeitlich noch nicht erfasst.
Koordinaten: 55° 32′ 27,3″ N, 5° 18′ 42″ W