Madeleine Frey

Madeleine Frey (* 1984) ist Volkswirtin, Kunsthistorikerin und Kuratorin. Seit dem 1. Oktober 2022 leitet sie das Max Ernst Museum Brühl des LVR.

Leben

Madeleine Frey studierte von 2004 bis 2012 an den Universitäten Basel, Cambridge, Lugano und Freiburg im Breisgau die Fächer Volkswirtschaftslehre und Kunstgeschichte und war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Kunststiftung Baden-Württemberg. Nach Stationen bei der Erzdiözese Freiburg, dem Buchstabenmuseum Berlin und dem Auktionshaus Christie’s, war Frey von 2015 bis 2016 in der Kunststiftung Baden-Württemberg als Kulturmanagerin und Kuratorin tätig. Dort kuratierte sie unter anderem die Gruppenausstellung „Light on“ sowie die Ausstellung „Zu Groß für mein Zimmer“ des Künstlers Benjamin Appel. Im Anschluss war Frey von 2015 bis 2016 als Projektmanagerin im Landesmuseum Württemberg tätig, wo sie für die Entwicklung von Fundraising- und Sponsoringstrategien sowie Drittmittelakquise und für die Betreuung der Fördergesellschaft zuständig war. 2016 übernahm sie die Leitung der Galerie Stadt Sindelfingen, dem städtischen Museum für zeitgenössische Kunst.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die ökonomischen und soziologischen Rahmenbedingungen des Kunstbetriebs sowie die Auseinandersetzung mit feministischen Diskursen und der kritischen Aufarbeitung patriarchalischer Machtstrukturen und Rollenbilder. In Sindelfingen kuratierte sie Ausstellungen unter anderem mit Kate Cooper, Ana Navas, Leni Hoffmann, Roman Signer, Capucine Vandebrouck und Peter Zimmermann. Mit Projekten wie der Gruppenausstellung „Aktion & Malerei“ (2017), Martin Pfeifles Installation „terr!“ im Sindelfinger Freibad (2018) sowie der Ausstellung „#Material4.0“ (2018) verlagerte sie künstlerische Positionen in neue räumliche und gesellschaftliche Kontexte und ermöglichte ortsspezifische Neuproduktionen.

Weitere Ausstellungen waren unter anderem „On the Quiet“ (2019), „Peter Zimmermann – paint it“ (2019), „Out of the Dark – 30 Jahre Sammlung Lütze“ (2020) sowie die von der Kulturstiftung des Bundes und der Baden-Württemberg Stiftung geförderte Gruppenausstellung „Beyond the Pain“ (2020–2021). In dieser waren Arbeiten unter anderem von Forensic Architecture, Marianna Simnett, Maya Watanabe und Damien Hirst zu sehen.

Sie etablierte das „Schaufenster Junge Kunst“, ein Format das Kunstschaffende zu Beginn ihrer Karriere fördert und ermöglicht die erste institutionelle Einzelausstellungen zu realisieren. Die Ausstellungsreihe wird von der Helmut-Fischer-Stiftung finanziert.

Zum 1. Oktober 2022 übernahm Frey die Leitung des Max Ernst Museum Brühl des LVR. Dort setzte sie programmatische Schwerpunkte auf die Weiterentwicklung des Museums im Bereich Audience Development sowie auf eine stärkere Öffnung des Hauses für neue Besucherinnenschichten. Sie initiierte unter anderem das Ausstellungsformat „New Perspectives“, das zeitgenössische Positionen in einen Dialog mit dem Werk von Max Ernst stellt.

Unter ihrer Leitung entstanden mehrere Ausstellungen, darunter „Idyll“ mit Isabell Kamp und Fabian Friese (2023), „Nevin Aladağ: Interlocking“ (2024), „Alberto Giacometti: Surrealistische Entdeckungen“ (2024), „Farah Ossouli: Merk’ dir den Flug, der Vogel wird sterben“ (2025) sowie „Marianna Simnett: Headless“ (2026).

Frey etablierte zudem den Leonora-Carrington-Saal als zweiten Wechselausstellungsraum des Museums. In diesem Raum werden unter anderem Projekte präsentiert, die das Werk Max Ernsts und den Surrealismus in gegenwärtige künstlerische Diskurse einordnen. Außerdem wird dort die Ausstellung der jeweiligen Stipendiatin oder des jeweiligen Stipendiaten des Max-Ernst-Stipendiums gezeigt, die als erste institutionelle Einzelausstellung konzipiert ist. Der Raum dient damit auch der Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. Darüber hinaus wird im Leonora-Carrington-Saal der Luise-Straus-Preis des Landschaftsverbandes Rheinland präsentiert, ein Förderpreis für Künstlerinnen aus dem Rheinland.

Ausstellungen (Auswahl)

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Madeleine Frey. Kunststiftung BW, abgerufen am 1. Mai 2026.
  2. ↑ Karin Koellner: Aktion & Malerei. In: arsmondo. 13. Dezember 2017, abgerufen am 22. April 2026.
  3. ↑ kaifel: terr! - Ausstellungen. In: Galerie Stadt Sindelfingen. 26. März 2018, abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
  4. ↑ kaifel: Ausstellungseröffnungen - News. In: Galerie Stadt Sindelfingen. 18. Mai 2018, abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
  5. ↑ kaifel: #MATERIAL4.0 - Ausstellungen. In: Galerie Stadt Sindelfingen. 21. Juni 2018, abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
  6. ↑ Beyond the pain. Kulturstiftung des Bundes, abgerufen am 1. Mai 2026.
  7. ↑ Schaufenster junge Kunst. In: Galerie Stadt Sindelfingen. Abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
  8. ↑ NEW PERSPECTIVES in der Dauerausstellung | Max Ernst Museum Brühl des LVR. Abgerufen am 22. April 2026.
  9. ↑ Abschied von langjährigem Museumsdirektor. Landschaftsverband Rheinland, 1. August 2022, abgerufen am 1. August 2022.
  10. ↑ ISABELL KAMP | FABIAN FRIESE – Idyll. Max Ernst Museum Brühl des LVR, abgerufen am 22. April 2026.
  11. ↑ Nevin Aladağ – Interlocking | Max Ernst Museum Brühl des LVR. Abgerufen am 22. April 2026.
  12. ↑ ALBERTO GIACOMETTI | Max Ernst Museum Brühl des LVR. Abgerufen am 22. April 2026.
  13. ↑ Marianna Simnett - Headless | Max Ernst Museum Brühl des LVR. Abgerufen am 22. April 2026.
  14. ↑ Kunstpreise | Max Ernst Museum Brühl des LVR. Abgerufen am 22. April 2026.
Personendaten
NAME Frey, Madeleine
KURZBESCHREIBUNG deutsche Kunsthistorikerin, Volkswirtin und Museumsleiterin
GEBURTSDATUM 1984
GEBURTSORT Schweinfurt