

Magdalena Parys (* 29. Juni 1971 in Danzig) ist eine deutsche Schriftstellerin. Ihre Publikationen veröffentlicht sie auch unter dem Namen Magda Parys Liskowski.
Magdalena Parys wurde in Danzig geboren und wuchs in Stettin auf. Im Alter von 13 Jahren siedelte sie mit ihrer Familie nach West-Berlin über. Nach dem Abitur an der Gustav-Heinemann-Oberschule studierte sie Erziehungswissenschaften und Polonistik an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Magdalena Parys debütierte 2001 in der Kulturzeitschrift Pogranicza, wo sie ihre erste Erzählung und Gedichte veröffentlichte. In den Jahren 2003–2004 organisierte sie (einmalig) zusammen mit Isabella Potrykus den internationalen Literaturwettbewerb „Ich bin der, der angekommen ist“, an dem Autoren aus den zukünftigen EU-Beitrittsländern Tschechien, Ungarn, Polen, Slowakei und Slowenien sowie Deutschland teilgenommen haben. Die eingereichten Texte erschienen in einer gleichnamigen Anthologie. In den Jahren 2006–2007 war sie Chefredakteurin der von ihr gegründeten deutsch-polnischen Literaturzeitschrift „Squaws“. Sie arbeitete als Feuilletonistin der Zeitschriften Zwierciadło und Wysokie obcasy. Parys schreibt gelegentlich für die polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza, das Buchmagazin Magazyn Ksiazki, die Stuttgarter Zeitung und Welt, das französische Wochenmagazin Marianne und sie hat ein Interview mit Erika Steinbach und Tanja Dückers gemacht.
Parys lebt in Berlin und schreibt auf Polnisch von deutscher Nachkriegsgeschichte. Sie schreibt aus der Erfahrung ihrer polnischen Kindheit und ihrer deutschen Gegenwart. Ihr Debütroman Tunel (2011) (Der Tunnel) erzählt über Berlin, Danzig und das Schicksal dreier europäischer Generationen. Er wurde in Polen für mehrere Preise nominiert und von culture.pl als einer „der wichtigsten Debütromane des Jahres“ gefeiert. In Österreich wurde der Roman mit dem Auslandspolen-Preis „Goldene Eule“ prämiert, in Frankreich für den Buchhändler- und Bibliothekarenpreis „Le prix Libr´a nous“ 2018 nominiert und mit dem Literaturpreis „Prix littéraire de la ville de Quimper“ ausgezeichnet. Für ihren zweiten Roman, den politisch-historischen Thriller Magik (Der Magier), erschienen 2014 (1. Teil der Berliner Trilogie), wurde sie mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet. Der Familienroman Biała Rika (2016) wurde von mehreren polnischen Bloggern als bester Roman des Jahres genannt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt (Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Ungarisch, Serbisch, Kroatisch, Albanisch, Bulgarisch u. a.). Besonders erfolgreich waren die französischen Ausgaben von Der Tunnel (188 metres sous Berlin, Agullo Éditions 2017) und Der Magier (Le Magicien, Agullo Éditions 2019). „Le Monde“ stellt Le Magicien der Literatur von Thomas Mann gleich, Libération vergleicht ihn mit dem oscarprämierten Film Das Leben der Anderen, L'Obs bezeichnet Parys als „eine der größten Schriftstellerinnen der postkommunistischen Epoche“. Bei der Livre Paris 2019 war sie unter den Ehrengästen. 2018 stellte sie in Warschau auf einer der bedeutendsten Bühnen des Landes, dem Polnischen Theater (Teatr Polski), ihr Monodrama Achtung, Niemcy!, vor. Im Gegensatz zu der Rezeption in Frankreich wurde ihr Schaffen in Deutschland noch nicht von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen.
2018 Achtung, Niemcy!, Polnisches Theater Warschau, Kammerbühne
Deutschpolnischeuropäisch. Die Identitäten der Magdalena Parys, Regie: David Z. Mairowitz und Małgorzata Zerwe, Produktion: Deutschlandfunk 2019. Die Autoren wurden für den Beitrag mit dem Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreises 2020 ausgezeichnet
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Parys, Magdalena |
| ALTERNATIVNAMEN | Parys Liskowski, Magda |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-polnische Autorin und Journalistin |
| GEBURTSDATUM | 29. Juni 1971 |
| GEBURTSORT | Danzig |