
Mahmood Mamdani (* 23. April 1946 in Bombay, Britisch-Indien, heute Indien) ist ein ugandischer Anthropologe und Politikwissenschaftler. Mamdani lehrt als Inhaber der Herbert-Lehman-Professur am Institut für Anthropologie an der Columbia University in New York City.
Mahmood Mamdani ist als Sohn indischer Einwanderer in der ugandischen Hauptstadt Kampala aufgewachsen. Er lebt mit seiner Frau, der Filmregisseurin Mira Nair, in New York City und Kampala. Sein Sohn Zohran Mamdani wurde im November 2025 zum Bürgermeister von New York City gewählt.
Seine akademische Tätigkeit begann an der University of Dar es Salaam, wo er von 1973 bis 1979 lehrte. Von 1980 bis 1993 war er Professor an der Makerere-Universität in Uganda. Im Jahre 1996 wurde er zum Direktor des Centre of African Studies an der Universität Kapstadt ernannt. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Kollegen über die „Dekolonialisierung der Universität“ verließ er diese 1999 und ging in die USA an die Columbia University, wo er die Herbert-Lehman-Professur für Regierungswesen innehat. Nach 16 Jahren kehrte er im Sommer 2017 für eine Vorlesung an die Universität Kapstadt zurück.
Der Anthropologe und Politikwissenschaftler forscht und schreibt über den religiösen Fundamentalismus und seine politischen Auswirkungen. 1998 gewann er in den USA für das Buch Citizen and Subject: Contemporary Africa and the Legacy of Late Colonialism den renommierten „Herskovits Award“ der African Studies Association.
In seinem 2006 veröffentlichten Buch Guter Moslem, böser Moslem wendet er sich gegen die häufig vorgenommene Unterscheidung zwischen säkularisierten, westlichen und vormodernen, fanatischen Muslimen.
Das US-Magazin Foreign Policy führte ihn im April 2008 als einen von 100 bedeutenden Intellektuellen in der Öffentlichkeit („Top 100 Public Intellectuals“) auf der Welt. 2017 wurde er zum Mitglied der British Academy ernannt.
2025 publizierte Mamdani „Slow Poison“. In dem Buch vergleicht er den von 1971 bis 1979 diktatorischen Präsidenten Idi Amin und den in Uganda seit 1986 an der Macht befindlichen Präsidenten Yoweri Museveni. In beiden Herrschaften sieht er Gewalt als konstitutives Element, aber mit grundverschiedenen Logiken. Idi Amin, so Mamdani, sei ein impulsiver, brutaler und sichtbarer Diktator gewesen, der seine Herrschaft „spektakulär“ geprägt habe durch offene Gewalt. Museveni dagegen repräsentiert laut Mamdani eine subtilere, aber langfristig gefährlichere Form der Autorität. Er etabliere eine Art institutionellen Machtapparat, der sich langsam „vergiftet“, daher der gewählte Titel „Slow Poison“.
| Personendaten | |
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| NAME | Mamdani, Mahmood |
| KURZBESCHREIBUNG | ugandischer Anthropologe und Politikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 23. April 1946 |
| GEBURTSORT | Bombay, Britisch-Indien |