Maike Albath

Maike Albath (Moderation) auf dem Erlanger Poet*innenfest 2025

Maike Albath (* 19. August 1966 in Braunschweig) ist eine deutsche Literaturkritikerin, Autorin und Journalistin.

Leben

Nach einem Studium der Romanistik und Germanistik in Berlin und Italien wurde Maike Albath 1996 mit einer Dissertation über den italienischen Dichter Andrea Zanzotto promoviert. Seit 1993 ist sie als Journalistin für den Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur tätig und gestaltete als Autorin unter anderem Radio-Features über Antonio Tabucchi, Cesare Pavese und dessen Heimatstadt Turin und die Literaturszene Kroatiens. Albath ist Mitarbeiterin der Süddeutschen Zeitung, der Wochenzeitung Die Zeit und der Zeitschrift Jazz Podium. Ihre Arbeit als Literaturkritikerin wurde 2002 mit dem Alfred-Kerr-Preis gewürdigt. 2006 erhielt sie die Übersetzerbarke vom Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke „für ihre Fairness, ihren Respekt und ihr waches Interesse an der Arbeit der Literaturübersetzer“.

„Albath betonte die Bedeutung der Literaturübersetzer für die Buchkultur. Sie würdigte insbesondere die Hingabe und Ernsthaftigkeit, mit der sie ... ihrer Arbeit nachgingen.“

– Gerline Schermer-Rauwolf, Laudatio, Frankfurter Buchmesse, 4. Oktober 2006

Albath, die mehrere Jahre in Turin und Padua lebte, gilt als ausgewiesene Kennerin der italienischen Literatur und Gegenwartskultur. In ihrem 2010 erschienenen Werk Der Geist von Turin zeichnet sie die wechselhafte Geschichte des linksliberalen Einaudi-Verlages anhand der Lebenswege des Verlegers Giulio Einaudi und der Literaten Cesare Pavese und Leone Ginzburg nach. In Rom, Träume (2013) widmet sie sich dem Geistesleben im Rom der Nachkriegszeit, vor allem dem Autorenkreis um Elsa Morante, Alberto Moravia, Carlo Emilio Gadda, Ennio Flaiano und Pier Paolo Pasolini. Dass Sizilien literarisch wegweisend war, steht im Mittelpunkt ihres Buches Trauer und Licht. Lampedusa, Sciascia, Camilleri und die Literatur Siziliens (2019). 2024 erschien Bitteres Blau. Neapel und seine Gesichter. Schauplatz ist Neapel mit seinen Industrieruinen, verwahrlosten Vorstädten und eleganten Innenstadtbezirken. Von dem Philosophen Benedetto Croce über Anna Maria Ortese und Fabrizia Ramondino bis zu Roberto Saviano und Elena Ferrante porträtiert Albath eine Vielzahl berühmter Neapolitaner. Bitteres Blau wurde für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Sie tritt auch als Moderatorin von Literaturveranstaltungen, etwa 2002 im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt und seit 2003 beim Erlanger Poetenfest, in Erscheinung. 2011 gehörte sie der Jury der Akademie Deutscher Buchpreis an und war deren Sprecherin. Zwischen 2016 und 2018 wirkte sie in der Jury des Preises der Leipziger Buchmesse mit. 2021 wurde sie als ordentliches Mitglied in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen.

Albath lebt in Berlin.

Schriften (Auswahl)

Radiofeatures

Auszeichnungen

Commons: Maike Albath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Verleihung der Übersetzerbarke 2006 mit Laudatio (Memento vom 25. Juni 2010 im Internet Archive), abgerufen am 5. Mai 2024.
  2. ↑ Prof. Dr. Uğur Şahin und Prof. Dr. Özlem Türeci sind zwei von 13 neuen Mitgliedern in der Akademie : Akademie der Wissenschaften und der Literatur. In: abwmainz.de. 7. Dezember 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Januar 2022; abgerufen am 14. Januar 2022.
  3. ↑ Premio Culturale. In: VDIG – Vereinigung deutsch-italienischer Kulturgesellschaften. Abgerufen am 9. Juni 2026.