Maja Turowskaja wurde in Charkow geboren. 1947 absolvierte sie die philologische Fakultät der MoskauerLomonossow-Universität sowie 1948 die theaterwissenschaftliche Fakultät des Staatlichen Instituts für Theaterkunst GITIS (heute Russische Akademie für Theaterkunst), wo sie unter anderem bei Abram Efros studierte.
Ab 1949 veröffentlichte sie Essays für die ZeitschriftenTeatr, Sowetski ekran, Iskusstwo kino, Kinowedtscheskije sapiski, Moskowski nabljudatel und Snob. In den 2000er Jahren erschien eine Reihe von kulturkritischen Essays in der Neuen Zürcher Zeitung (Übersetzung: Rosemarie Tietze, s. Weblinks).
1969 wurde sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen angestellt. Seit 1974 arbeitete sie als leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theorie und Geschichte des Films (seit 1980 Staatliches Forschungsinstitut für Filmkunst).
Maja Turowskaja war Initiatorin der Retrospektive Filme der totalitären Epoche beim Internationalen Filmfestival Moskau 1989 und der Ausstellung Berlin-Moskau / Moskau-Berlin. 1900–1950 (1995–1996).
Neben ihrer Arbeit als Drehbuch-Autorin hat Maja Turowskaja zahlreiche Monografien über das Theater, den Film und die Kultur des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. 2015 erschien Suby Drakona (wörtl. Die Zähne des Drachen), eine ausführliche Monografie über die 1930er Jahre.
2007: Nika in der Kategorie „Filmwissenschaft und Kritik“
2015: Bjelyj Slon („Der weiße Elefant“) der Filmwissenschaftler- und Filmkritikergilde (Russlands) „Für den unschätzbaren Beitrag zur Filmwissenschaft sowie aus Anlass des 90. Geburtstags“
Geroi besgeroinogo wremeni. Moskau: Iskusstwo 1971. (In russischer Sprache, Volltext abrufbar bei wysotsky.com.)
Babanowa, Marija Iwanowna. Legenda i biografija. Moskau: Iskusstwo 1981. (In russischer Sprache)
mit Felicitas Allardt-Nostitz: Andrej Tarkowskij. Film als Poesie — Poesie als Film. Teil 1. Andrej Tarkowskij von Maja Josifowna Turowskaja. - Teil 2. Spuren der deutschen Romantik in den Filmen Andrej Tarkowskijs von Felicitas Allardt-Nostitz, Deutsch Allard Nostiz, Keil, Bonn 1981, ISBN 3-921591-12-0.
Na granize iskusstw: Brecht i kino. Moskau: Iskusstwo 1984. (In russischer Sprache)
7 1/2, ili Filmy Andreja Tarkowskogo. Moskau: Iskusstwo 1991. (In russischer Sprache, Volltext abrufbar bei lib.ru.)
Antonowa, Irina; Merkert, Jörn (Hrsg.). Berlin-Moskau/Moskau-Berlin 1900–1950. München, New York: Prestel 1995. ISBN 3-7913-1488-2
1965: Der gewöhnliche Faschismus (Обыкновенный фашизм, mit Michail Romm und Juri Chanjutin)
1970: Eine Stunde mit Kosinzew (Один час с Козинцевым, mit Juri Chanjutin)
1973: Filme und Stars (Кино и звезды, Fernsehserie)
1974: Pjotr Martynowitsch und die Jahre des Großen Lebens (Пётр Мартынович и годы большой жизни, mit Juri Chanjutin)
1975: … Über unser Theater (…О нашем театре, mit Juri Chanjutin)
1975: Das Auto und ein wenig Statistik (Автомобиль и немного статистики, mit Vitali Axjonow und Juri Chanjutin)
1989: Ungemaltes Selbstporträt eines Malers (Ненарисованный автопортрет художника)
1992: Der Maler und die Zeit. Alexander Tyschler (Художник и время. Александр Тышлер)
1996: Sentimentale Groteske, oder: Bühnenbildner beim Jüdischen Theater (Сентиментальный гротеск, или Художники Еврейского театра)
1997: Die Kinder von Iwan Kusmitsch (Дети Ивана Кузьмича)
1999: Eugen Onegin. Kapitel X (Евгений Онегин. Глава Х)
2000: Das MChAT. Träume von Künstlerischem und allgemein Zugänglichem. Erster Traum: „Das Leben neu beginnen“ (МХАТ. Сны о художественном и общедоступном. Сон первый «…Начать жизнь снова…»)
Filme mit und über Maja Turowskaja
1984: Tschechow in meinem Leben (Dokumentarfilm von Vadim Glowna)
1997: East Side Story (als sie selbst)
2015: Splitter (Oskolki, Fernsehbiografie auf „Rossija – Kultura“)
2017: Schatten des Krieges – Das sowjetische Erbe
2018: Krieg und Frieden – Deutsch-sowjetische Skizzen