| Małomice | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Lebus | |
| Powiat: | Żagański | |
| Gmina: | Małomice | |
| Fläche: | 5,20 km² | |
| Geographische Lage: | 51° 34′ N, 15° 27′ O | |
| Einwohner: | 3523 (31. Dez. 2016) | |
| Postleitzahl: | 67-320 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 68 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FZG | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Żary–Leszno | |
| Eisenbahn: | Breslau–Guben | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |

Małomice [] (deutsch: Mallmitz) ist eine Stadt im Powiat Żagański (Sagan) der Woiwodschaft Lebus in Polen. Sie ist zugleich Sitz der Stadt- und Landgemeinde Małomice. Małomice liegt zwischen Szprotawa (Sprottau) und Żagań am Bober, vier Kilometer vor der Einmündung des Queis an der Eisenbahnstrecke Berlin–Krakau. Etwa 45 km nördlich befindet sich die Woiwodschaftshauptstadt Zielona Góra, 55 km östlich der deutschen Grenze und 85 km nördlich der Grenze zu Tschechien.
Małomice geht auf eine slawische Ansiedlung zurück. Nachdem bereits 1877 am Bober Werkzeug aus Hirschgeweih gefunden worden war, belegten Ausgrabungen in den 1930er Jahren anhand von Gefäßfunden ein wahrscheinliches Alter aus der Zeit zwischen 1000 und 1200. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes am Rande der Mallmitz-Sprottauer Heide stammt von 1329.
Das Dorf lebte von der Landwirtschaft und der Raseneisensteingräberei. Etwa 1572 verliehen die Herren von Schoenaich Mallmitz beschränkte Stadtrechte.
1496 erfolgte die Errichtung einer Marienkapelle, die zur Kirche in Eisenberg gepfarrt war. Diese Kapelle, die auch als Gruft der Familie von Kittlitz diente, wurde 1737 im Barockstil umgebaut. 1741 folgte der Bau einer evangelischen Kirche. Ein Jahr später kam das schlesische Dorf zu Preußen und wurde 1816 Teil des Landkreises Sprottau.
Der Mallmitzer Raseneisenstein wurde im Jahre 1700 an insgesamt 17 Hammerwerken entlang der Tschirne und des Queis geliefert. 1801 wurde die aus dem Mallmitzer Hammer hervorgegangene Marienhütte mit einem Hochofen und vier Frischfeuern in Betrieb genommen, auch Eisenwerk Mallmitz genannt.
1875 erhielt Mallmitz mit der Zweigbahn von Arnsdorf (Miłkowice) bei Liegnitz bis Sagan einen Eisenbahnanschluss, der eine rasche Industrieansiedlung zur Folge hatte. Das Werk Marienhütte schloss 1933.
Bedeutsamer als das Dorf war die ausgedehnte uralte Grundherrschaft, die umfangreiche Besitztümer in den Herzogtümern Sagan und Glogau hatte. Von den Freiherren von Schoenaich, besonders hervorzuheben ist Fabian von Schoenaich, einer der größten Grundbesitzer Niederschlesiens und der Lausitz, die zwischen 1400 und 1680 die Herrschaft innehatten, wurde sie an die Grafen von Roedern vererbt. 1740 erwarb der Minister Carl Albert von Roedern noch die Herrschaften Primkenau und Kotzenau; Mallmitz fiel 1766 an seinen Neffen Wilhelm Christoph Graf zu Dohna-Schlodien, dessen Nachfahren die Herrschaft bis 1945 besaßen. Sitz der Herrschaft war ein altes Wasserschloss, das um 1690 zum Renaissanceschloss umgebaut wurde. Bekannt wurde später der Landschaftsdirektor der Fürstentümer Glogau und Sagan, Oberstleutnant Graf Fabian zu Dohna-Mallmitz (1777–1839).
Der Herrschaft gehörten mehrere Eisenhämmer, die sich in Mallmitz, Eisenberg (Rudawica), Neuhammer am Queis, Nieder-Eulau (Ortsteil Iława von Szprotawa) befanden und der „Alte Hammer“ zwischen Mallmitz und Sprottau.
1894 gehörten zur Fideikommissherrschaft Mallmitz sieben größere Güter, Gesamtumfang etwa 9274 ha. Gutsherr war damals Alfred Graf und Burggraf zu Dohna (1849–1907), kgl. Kammerherr, Rittmeister a. D., Landesältester sowie Kreisdeputierter. In dieser Zeit betrieb man zusätzlich eine Ziegelei.
1910 wurde der Herrschaft Mallmitz für einige Zeit unter eine Zwangsverwaltung gestellt, Sequester der Herrschaft wurde der Wildmeister Görner, Kurator Hans von Diebitsch-Kunzendorf (1865–1945), Johanniterritter, Oberleutnant a. D., Gutsbesitzer auf Ober- und Nieder-Cunzendorf (Kunzendorf), dessen Ehefrau Clementine Burggräfin und Gräfin zu Dohna-Schlodien (1873–1936) aus Mallmitz war. Durch die Erweiterung des Truppenübungsplatzes Neuhammer verringerten sich die Größen verschiedener Adelsbesitzungen, auch die von Mallmitz. Die Familie von Dohna konnte die Güter um Mallmitz später stabilisieren und weiterführen. Nächster Besitzer wurde ab 1907/1908 Heinrich Graf Dohna (1876–1934). Letzter Mallmitzer Gutsherr, er begann als Forsteleve, war dessen Sohn Wilhelm Graf Dohna-Schlodien (1913–1990).
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Mallmitz zu Polen und erhielt den Namen Małomice. Der Ort hatte schwere Kriegsschäden erlitten, später wurden die Ruinen des Schlosses und auch die evangelische Kirche abgerissen. Der Park war früher wegen seines Eichenhains ein Wanderziel für Touristen.
Małomice wurde 1958 zur stadtartigen Siedlung erhoben und erhielt 1969 Stadtrecht.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1825 | 665 |
| 1905 | 3246 |
| 1939 | 3237 |
| 1961 | 3403 |
| 1970 | 3748 |
| 2004 | 3671 |
| 2011 | |
| 2016 | 3523 |
Die Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Małomice Małomice umfasst ein Gebiet von 79,5 km². Zu ihr gehören die Stadt selbst und sechs Dörfer mit Schulzenämtern.
Es besteht eine Partnerschaft mit dem brandenburgischen Zeuthen. Die Gemeinde ist der Euroregion Spree-Neiße-Bober beigetreten.