Manfred Hamm wurde in Cainsdorf in der Nähe von Zwickau geboren. Als er elf Jahre alt war, ging seine Mutter mit ihm in den Westen Deutschlands, wo er einige Zeit in Köln verbrachte. Er ließ sich von 1961 bis 1963 in Ulm und München zum Werbe- und Theaterfotografen ausbilden. Von 1965 bis 1967 bereiste er Australien und Südostasien, wobei er sich durch Gelegenheitsjobs, beispielsweise als Fotograf finanzierte. 1967 siedelte er nach Berlin um, wo er bis 1970 als Assistent von Ben Wargin in der Galerie S arbeitete.
Mitte der 1970er Jahre entdeckte er für sich die Architekturfotografie. Es beschäftigten ihn vor allem die Orte ausgelassener Industrie und es entstanden zahlreiche Bücher zur "Toten Technik" oder zu den "antiken Stätten von morgen" – wie Buchtitel hießen. Hierzu entwickelte er seine eigene Fototechnik mit Plattenkamera, Statik und Glasnegativen. Er bemühte sich um ein distanziertes Bild, das dokumentarisch sein sollte, auch wenn er sich immer bewusst war, wie subjektiv sein Blick war. Diffuses Tageslicht erzielte die gewollte Wirkung.
Ab 1970 war Manfred Hamm als Pressefotograf für verschiedene Zeitschriften tätig. 1977 erschien sein erster Bildband Berlin – Landschaft einer Stadt. Bekannt wurde der 1981 mit dem Fotoband Tote Technik – Ein Wegweiser zu den antiken Stätten von morgen. Es folgten weitere Buchpublikationen und Fotoausstellungen. Ab 1984 war Hamm ein berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie.
Ab 2014 fotografierte Hamm nur noch selten, da das von ihm bevorzugte Filmmaterial nicht mehr hergestellt wurde. 2020 übergab er über 20.000 Negative und Dias aus seinem Archiv an das Stadtmuseum Berlin.
Berlin – Landschaften einer Stadt. Nicolai-Verlag, Berlin 1977.
Berlin – Denkmäler einer Industrielandschaft. Nicolai-Verlag, Berlin 1978.
Caféhäuser. Nicolai-Verlag, Berlin 1979.
Dead Tech – A guide to the archeology of Tomorrow. Sierra-Club-Books, San Francisco CA 1981.
Tote Technik. Nicolai-Verlag, Berlin 1981.
Sterbende Zechen. Nicolai-Verlag, Berlin 1983.
Great Railway Stations of Europe. Thames and Hudson, London 1984.
Tote Technik. Ein Wegweiser zu den antiken Stätten von morgen Deutscher-Taschenbuch-Verlag, München 1984, ISBN 3-423-10319-1.
Gares, Fer et Styles. Herscher-Verlag, Paris 1984.
Bahnhöfe. Nicolai-Verlag, Berlin 1984.
Industriegeschichte des Wassers. VDI-Verlag, Berlin 1985.
Industriegeschichte des Textils. VDI-Verlag, Berlin 1988.
Europäische Caféhäuser. Geschichte und Geschichten. Mit Rose Marie Sommer-Bammel und einem Vorwort von Manès Sperber. Nicolai, Berlin 1988, ISBN 978-3-87584-223-4.
Niedersachsen und Bremen: Denkmale der Industrie und Technik. Nicolai, Berlin 1990.
Cafèhäuser. Mit R. M. Sommer-Bammel. TOTO-Japan, 1991.
Backsteinbauten zwischen Lübeck und Stralsund. Nicolai, Berlin 1990.
Ludwig Persius – Architektur des Königs. Gebrüder Mann, Berlin 1993.