Manfred Hamm

Manfred Hamm (* 13. Mai 1944 in Cainsdorf; † 11. April 2026 in Berlin) war ein deutscher Fotograf. Bekannt wurde er durch seine Aufnahmen von Industriegebäuden und seine Bildbände zu speziellen fotografischen Themen.

Leben

Manfred Hamm wurde in Cainsdorf in der Nähe von Zwickau geboren. Als er elf Jahre alt war, ging seine Mutter mit ihm in den Westen Deutschlands, wo er einige Zeit in Köln verbrachte. Er ließ sich von 1961 bis 1963 in Ulm und München zum Werbe- und Theaterfotografen ausbilden. Von 1965 bis 1967 bereiste er Australien und Südostasien, wobei er sich durch Gelegenheitsjobs, beispielsweise als Fotograf finanzierte. 1967 siedelte er nach Berlin um, wo er bis 1970 als Assistent von Ben Wargin in der Galerie S arbeitete.

Mitte der 1970er Jahre entdeckte er für sich die Architekturfotografie. Es beschäftigten ihn vor allem die Orte ausgelassener Industrie und es entstanden zahlreiche Bücher zur "Toten Technik" oder zu den "antiken Stätten von morgen" – wie Buchtitel hießen. Hierzu entwickelte er seine eigene Fototechnik mit Plattenkamera, Statik und Glasnegativen. Er bemühte sich um ein distanziertes Bild, das dokumentarisch sein sollte, auch wenn er sich immer bewusst war, wie subjektiv sein Blick war. Diffuses Tageslicht erzielte die gewollte Wirkung.

Ab 1970 war Manfred Hamm als Pressefotograf für verschiedene Zeitschriften tätig. 1977 erschien sein erster Bildband Berlin – Landschaft einer Stadt. Bekannt wurde der 1981 mit dem Fotoband Tote Technik – Ein Wegweiser zu den antiken Stätten von morgen. Es folgten weitere Buchpublikationen und Fotoausstellungen. Ab 1984 war Hamm ein berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie.

Ab 2014 fotografierte Hamm nur noch selten, da das von ihm bevorzugte Filmmaterial nicht mehr hergestellt wurde. 2020 übergab er über 20.000 Negative und Dias aus seinem Archiv an das Stadtmuseum Berlin.

Hamm starb im April 2026 im Alter von 81 Jahren.

Werk (Auswahl)

Sammlungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Katharina Stegelmann: Mit seiner Kamera fing er die Magie ein. In: spiegel.de. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (kostenpflichtig).
  2. ↑ Nachruf, Industriekultur 3.26, Klartext Verlag, Essen 2026, S. 61
  3. ↑ Manfred Hamm. Architektur und Landschaft. Eine Ausstellung des Potsdam Museum PDF
  4. ↑ Marit Teerling: Pionier einer morbiden Ästhetik. Technoseum übernimmt Archivbestände des Fotografen Manfred Hamm. In: Das Archiv (2023), 4, S. 48–50.
  5. ↑ Stadtmuseum Berlin kauft Archiv des Fotografen Manfred Hamm Online