Spitze (Heraldik)

Blaue Spitze (Silberhausen)
Gespalten, achtmal blau/gold gestreift und nach oben zulaufend: Uetze
Wappen von Osoblaha (Hotzenplotz, CZ)

Die Spitze ist ein Heroldsbild in der Wappenkunde, der Heraldik.

Viele Namen werden bei der Beschreibung (Blasonierung) für diese Schildteilung verwendet. Keil oder Sporn beziehungsweise Pyramide oder Ecke bezeichnet die Spitze, auch Mantelzug (Mantelschnitt). Sie ist eine beliebte und verbreitete Teilungsart.

Die Spitze darf nicht mit der Spitzenteilung verwechselt werden. Hierbei handelt es sich um eine Form des Wappenschnittes mit mehreren kleinen Zacken, die auch unter Spitzenschnitt bekannt ist.

Ausbildung und Varianten

Die Spitze dient zur Teilung des Wappenschildes in drei Felder. Das wird erreicht, indem von der Mitte des oberen Schildrandes nach rechts und links eine gerade Linie bis in den Bereich des unteren Wappenrands (etwa in der Gegend der Oberkante des Schildfußes) gezogen wird. Eine Fläche entsteht dadurch unterhalb der beiden Teilungslinien und je eine auf der rechten und linken Wappenseite. Dabei kann die Spitze – obschon „unten“ – als erstes blasoniert werden, hat also eine dominante Stellung.

Varianten:

Varianten

Beispiele

Sonderformen

Eingeschobene Spitze

Der Platz in der Spitze wird auch mit eingeschobene Spitze oder eingespitzt bezeichnet, wenn es sich um eine nachträgliche Einfügung handelt: Funktion dieser Spitze ist im Allgemeinen, in einem geteilten Schild einen weiteren Platz freizustellen, ohne einen der beiden ersten Plätze ungebührlich zu vermindern, oder in allen Schilden, einen kennzeichnenden Platz etwa für Nebenlinien eines Geschlechts zu schaffen. Im spanischen Schild (alter Form) und anderen selbst am Fuß spitzen Schildformen ergibt sich in der erniedrigten Spitze ein annähernd rautenförmiger, durchaus ehrenvoller Platz. Die Spitze kann auch andernorts eingeschoben werden, auch rechts oder links

Die Einspitzung kann wie jeder Platz weiter von Schildteilungen gegliedert sein.

Beispiel: Der mittlere Ungarische Schild (Länder der Ungarischen Krone) derselben Zeit. In der Spitze Fiume, 1915 wird um der Kriegsverdienste Bosnien ein Ehrenplatz freigemacht:
rechts die korrekte Reihenfolge (Zählung) der Plätze des eigentlich gevierten Schilds, V bzw. V/VI eingespitzt, VI bzw. VII der Herzschild (obiger Schild, Kroatien auf II. Platz)

Literatur

Commons: Keile (piles) und Spitzen (piles reversed) als Wappenfigur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Gerade Spitze, Spitzenschnitt/Mantelschnitt (chapé) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Eingebogener Spitzenschnitt/Mantelschnitt (chapé ployé) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Gestürzte Spitze als Wappenschnitt (chaussé) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Verminderte Spitze, Winkelschnitt (party per chevron) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Weblink Peter: Spitzen, Keile, Ständer etc. - Teil 1, 2. Absatz
  2. ↑ Bernhard Peter sagt etwa, dass man bei einem Schnitt des ganzen Wappens ab drei Elementen von Keilen sprechen würde. Weblink Spitzen, Keile, Ständer etc. - Teil 1, diverse Beispiele