Manuela Kay

Foto: Tanja Schitzler
Manuela Kay (2009)

Manuela Kay (* 2. April 1964 in Berlin-Neukölln) ist eine deutsche Journalistin, Autorin, Filmemacherin und Verlegerin.

Leben

Manuela Kay arbeitete vom ersten Tag des Bestehens (1987) bis 1991 als Redakteurin und Moderatorin beim ersten Berliner Privatsender Radio 100 unter anderem für die schwul-lesbische Hörfunk-Sendung Eldoradio. Sie ist Mitautorin und Filmproduzentin diverser Videofilme zum Thema lesbische Sexualität und feministische Pornografie.

1992 und 1994 führte sie Regie bei den Filmen Du Darfst und Airport, bei letzterem gemeinsam mit Silke Dunkhorst. Der 33-minütige Lowbudget-Film Airport gilt allgemein als erster deutscher Lesbenporno und erreichte bei seiner Veröffentlichung große Aufmerksamkeit, er gilt als Meilenstein in der pornografischen Filmgeschichte in Deutschland.

Nach freier Tätigkeit als Journalistin, Autorin und Moderatorin arbeitete sie von 1996 bis 2005 als Chefredakteurin von Berlins queerem Stadtmagazin Siegessäule. Sie war maßgeblich an dem Entwicklungsprozess des Magazins von einem schwulen Heft hin zu schwul-lesbischen und schließlich queeren Inhalten beteiligt. 2003 konzipierte sie das Lesbenmagazin L-MAG und führte anfänglich die Chefredaktion gemeinsam mit Peter Polzer.

Von 1995 bis 2005 war sie Mitarbeiterin der Internationalen Filmfestspiele Berlin in der Sektion Panorama und dem „queeren“-Filmpreis Teddy Award. Auch auf anderen Filmfestivals in Europa (z. B. in Kiew, Turin, Bilbao, Barcelona, Bern, Lissabon, Prag) und auf internationalen Filmfestivals (wie Montevideo, Tel Aviv und verschiedene in den USA) sitzt sie immer wieder in der Jury und hält Vorträge.

Sie kuratierte zusammen mit Wolfgang Theis und Maria Schmidt die Ausstellung „Nobody is perfect - Filmidole von Lesben und Schwulen“ (20. Januar 1999 – 11. April 1999) im Schwulen Museum* Berlin und machte diverse Führungen durch die Ausstellung.

Kay übersetzte außerdem im Jahr 2006 die englische Ausgabe des Fanbuchs zur beliebten lesbischen Fernsehserie The L Word – Wenn Frauen Frauen lieben ins Deutsche.

Seit 2007 ist sie Mitorganisatorin und Kuratorin des PornFilmFestivals Berlin.

Im Jahr 2008 wirkte sie in dem Dokumentarfilm Tote Schwule – Lebende Lesben von Rosa von Praunheim mit.

2012 stellte der später verstorbene Verleger von Siegessäule und L-MAG, Reiner Jackwerth, den Verlagsbetrieb des Jackwerth Verlages ein und verkaufte die Medien. Manuela Kay und ihre langjährige Kollegin Gudrun Fertig begründeten daraufhin 2012 die Firma Special Media SDL GmbH und übernahmen die Magazine SIEGESSÄULE, L-MAG und DU&ICH des Jackwerth Verlags. Kay wurde damit gemeinsam mit Fertig zur geschäftsführenden Mehrheitsgesellschafterin und zugleich Verlegerin der aufgezählten Zeitschriften.

Kays journalistische Schwerpunktthemen sind lesbische Kultur, Sexualität, Film und internationale Themen.

Gesellschaftspolitisches Engagement

Manuela Kay versteht sich als radikale Feministin und engagiert sich für lesbische Sichtbarkeit, Feminismus und LGBT-Rechte im Allgemeinen.

Zum 10-jährigen Bestehen von L-MAG 2013 erfüllte sich Kay einen langgehegten Traum und initiierte nach US-amerikanischen Vorbild den Dyke* March Berlin. Mittlerweile folgten Köln (seit 2015), Hamburg (ab 2016) und 2017 der Dyke*March Rhein-Neckar in Heidelberg mit der Demo am Vorabend des CSD für lesbische Sichtbarkeit.

Preise und Auszeichnungen

Werke

Bücher

Buchbeiträge

Filme
Commons: Manuela Kay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Airport 1994 – ein kleiner Lesbenporno und seine großen Folgen. gratis-in-berlin.de, abgerufen am 17. Juni 2016.
  2. ↑ Susanne Kaiser: Lesbensex, live und in Farbe. In: Die Tageszeitung: taz. 15. Oktober 1994, ISSN 0931-9085, S. 31 (taz.de [abgerufen am 2. Oktober 2021]).
  3. ↑ Airport (1994). Abgerufen am 2. Oktober 2021.
  4. ↑ L-MAG – Das Magazin für Lesben: L-MAG - Das Magazin für Lesben - Über Uns. In: www.l-mag.de. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  5. ↑ Schwules Museum*: Nobody is perfect - Filmidole von Lesben und Schwulen | Schwules Museum*. In: www.schwulesmuseum.de. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  6. ↑ 2013 – Wie alles anfing. 28. März 2016, abgerufen am 29. Juli 2016.
  7. ↑ DYKE MARCH COLOGNE. In: www.dykemarchcologne.de. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  8. ↑ First Hamburger Dyke March - Intervention e. V. In: www.intervention-hamburg.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2016; abgerufen am 29. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ Dykemarch Rhein-Neckar | Freitag, 11. August 2017 um 18 Uhr in Heidelberg, Universitätsplatz. Abgerufen am 14. August 2017.
  10. ↑ Queer travel :: QUEER TRAVEL-Verlegerin erhält IGLTA-Medienpreis. In: www.queer-travel.net. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2016; abgerufen am 29. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. ↑ Augspurg-Heymann-Preis 2015 an Manuela Kay und Gudrun Fertig verliehen. In: www.lesben-nrw.de. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  12. ↑ Konny: Gemeinsam stark für lesbische Sichtbarkeit: Augspurg-Heymann-Preis 2015 geht an die L-MAG-Herausgeberinnen. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2016; abgerufen am 29. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. ↑ Orden für queere Verlegerin. Abgerufen am 15. April 2022 (deutsch).