Marc Lienhard

Marc Lienhard (2015)

Marc Lienhard (* 22. August 1935 in Colmar) ist ein französischer lutherischer Theologe.

Leben

Lienhard besuchte das Gymnasium Jean Sturm in Straßburg und studierte anschließend an der dortigen Universität sowie der Faculté de Théologie Protestante de Montpellier und der Universität Basel Evangelische Theologie. Nach dem Militärdienst 1959–1961 wurde er Vikar und später Pfarrer in Bischheim. Von 1963 bis 1968 war er Pfarrer in Uhrwiller und konnte in dieser Zeit eine Dissertation schreiben, aufgrund derer er 1965 in Straßburg zum Dr. sc. rel. promoviert wurde. Als Forschungsprofessor am Ökumenischen Institut des Lutherischen Weltbundes von 1968 bis 1973 nahm er an vielen ökumenischen Konferenzen teil und war unter anderem führend an der Ausarbeitung der Leuenberger Konkordie von 1973 beteiligt.

1971 mit einer Untersuchung zur Theologie Martin Luthers habilitiert, wurde Lienhard 1973 auf die Professur für neuere Kirchengeschichte an der protestantischen theologischen Fakultät der Universität Straßburg berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 lehrte. Von 1991 bis 1996 amtierte er als Dekan. Er hatte Gastprofessuren unter anderem in Paris, Aix-en-Provence, Neuchâtel und Berlin inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben Luther und der elsässischen Reformationsgeschichte vor allem die Täufer und andere nonkonformistische Strömungen innerhalb der Reformation. Zu ihrer Erforschung gründete er 1975 die Groupe de recherche sur les non-conformismes religieux du XVIe siècle et l’histoire des protestantismes (GRENEP) und edierte viele Quellen.

Auch als hauptamtlicher Hochschullehrer bekleidete Lienhard zahlreiche kirchliche Ämter. So war er von 1977 bis 1991 Mitglied im Oberkonsistorium der Église de la Confession d’Augsbourg d’Alsace et de Lorraine und von 1997 bis 2003 als Kirchenpräsident geistlicher Leiter dieser Kirche. Im selben Zeitraum fungierte er auch als Präsident der Konferenz der Kirchen am Rhein und als Präsident des Kapitels des Thomasstifts (Chapitre de Saint-Thomas). 1988–1991 und 1998–2003 gehörte er dem Rat der Fédération protestante de France an.

Ehrungen und Mitgliedschaften (Auswahl)

Schriften (Auswahl)

Als (Mit-)Herausgeber

Eine vollständige Bibliographie findet sich auf Lienhards persönlicher Homepage.

Literatur

Commons: Marc Lienhard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Mitgliedseintrag von Marc Lienhard bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, abgerufen am 27.10.17
  2. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..