Marcel Conche

Marcel Conche

Marcel Conche (* 27. März 1922 in Altillac; † 27. Februar 2022 in Treffort) war ein französischer Philosoph und Philosophiehistoriker.

Leben

Marcel Conche war der Sohn von Romain Conche, einem kleinen Bauern im Département Corrèze, der während des Zweiten Weltkriegs in einer Pulverfabrik in Clermont-Ferrand arbeitete, und von Marcelle Farges, die kurz nach seiner Geburt verstarb. Ihre Schwester Alice Farges war die zweite Frau seines Vaters. Nach dem Besuch des Lycée Edmond-Perrier in Tulle (1940–1943) und des Centre de formation professionnelle in Limoges (1943–1944) studierte Conche an der Faculté des lettres de Paris unter anderem bei Gaston Bachelard. Dort erwarb er 1946 die licence und 1947 das Diplôme d’études supérieures in Philosophie. Nach der Agrégation im Jahr 1950 unterrichtete er an Lyceen in Cherbourg (1950–1952), Évreux (1952–1958) und Versailles (1958–1963). Danach war er Assistant, dann Maître-Assistant an der Faculté des lettres in Lille. Nach dem Doctorat ès Lettres wurde er Maître-Assistant (1969–1978) und schließlich Professor an der Universität Paris I (1978–1988). Von 1988 an war er dort Emeritus.

Werk

Im Bereich der Metaphysik hat Conche Arbeiten über den Tod, das Schicksal, den Zufall, die Natur und die Freiheit vorgelegt. Dabei vertritt Conche eine atheistische Position, ohne die Theologie prinzipiell aus der Philosophie auszuschließen. Im Bereich der Geschichte der Philosophie veröffentlichte Conche Studien zu Lukrez und Pyrrhon sowie zweisprachige Ausgaben von Epikur, Heraklit, Anaximander und Parmenides und Studien zu Michel Montaigne und Martin Heidegger. Das Tao te king von Lao Tseu verglich er mit Heraklits Philosophie, Nietzsches Denken mit dem des Buddhismus. Im Bereich der Ethik und Moralphilosophie hat er eine Grundlegung der Moral vorgelegt und eine pazifistische Position bezogen. Bemerkenswert im Bereich des literarischen Werks sind seine Aufsätze zum Werk Homers.

Auszeichnungen

Conche war korrespondierendes Mitglied der Akademie von Athen und Ehrenbürger der griechischen Stadt Megara. Seine Ausgabe des Heraklit wurde 1987 mit dem Prix Langlois der Académie française ausgezeichnet, sein Gesamtwerk 1996 mit dem Prix Moron derselben Institution. 1980 hatte er die Ehrenmedaille der Sorbonne erhalten. 2013 wurde er zum Commandeur des Ordre des Arts et des Lettres ernannt, am 3. April 2015 zum Chevalier der Légion d’honneur.

Schriften (Auswahl)

Geschichte der Philosophie
Metaphysik
Ethik und Moralphilosophie
Literarisches Werk

Literatur

Commons: Marcel Conche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien