
Marcelle Auclair (geboren am 11. November 1899 in Montluçon; gestorben am 6. Juni 1983 in Paris) war eine Journalistin und christlich geprägte französische Schriftstellerin. Sie war Mitbegründerin der Zeitschrift Marie Claire.
Marcelle Auclair ging als Kind mit ihrem Vater Victor Auclair nach Chile, wo dieser nach dem schweren Erdbeben von Valparaíso 1906 am Wiederaufbau beteiligt war. 1924 kehrte sie als Korrespondentin des chilenischen Magazins La Nación nach Frankreich zurück.
1926 heiratete sie den Schriftsteller Jean Prévost, mit dem sie drei Kinder hatte (den Übersetzer Michel, die Schauspielerin Françoise und den Schriftsteller Alain). Die beiden ließen sich 1939 scheiden.
Sie arbeitete bis 1937 bei der Zeitschrift Marianne, bei Paris-Soir und beim Hörfunk.
Zusammen mit dem Zeitungsverleger Jean Prouvost gründete sie die Frauenzeitschrift Marie Claire. Die erste Ausgabe erschien am 5. März 1937. Die Zeitschrift war sehr erfolgreich und hatte bereits 1939 eine Auflage von 900.000 Exemplaren. Während der deutschen Besatzung lebte sie aus Angst vor Repressalien aufgrund des Engagements ihres ehemaligen Ehemanns als Résistance-Kämpfer viele Monate lang versteckt bei Dr. Henri Nouvion im Sanatorium Joffre der Assistance publique – Hôpitaux de Paris, in das die deutsche Armee aus Angst vor den Tuberkulosekranken nie einmarschierte.
Obwohl Auclair streng katholisch war, schloss sie sich als „First Lady der französischen Frauenpresse“ den kulturellen und sozialen Bewegungen ihrer Zeit an: Bereits 1960 öffnete sie ihre Zeitschrift für Erfahrungsberichte von Leserinnen, die eine Abtreibung vornehmen ließen, und begrüßte 1964 die Veröffentlichung der Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung.
Sie schrieb ihren ersten Roman auf Spanisch, La Novela del amor doliente, im Jahr 1923.
Auclair ist Autorin von zwei populären Werken zur angewandten Psychologie mit den Titeln Le bonheur est en vous (1951) und La Pratique du bonheur (1956), die sie später unter dem Titel Le Livre du bonheur zu einem Werk zusammenfasste.
Sie verfasste Biografien über Federico García Lorca, Bernadette Soubirous, Jean Jaurès und Teresa von Ávila, die André Maurois als „perfekte Biografie“ bezeichnete. Sie übersetzte Lorcas Theaterstücke und adaptierte das Stück Así que pasen cinco años, das 1959 in Paris im Théâtre Récamier mit Laurent Terzieff aufgeführt wurde. Sie war Mitglied des ersten Verwaltungsrats der Société d’études jaurésiennes (1959–1962) und stand in enger Verbindung zu Yvonne Régnier-Jaurès, der Nichte und Patentochter von Jean Jaurès und Mitbegründerin der Gesellschaft.
Sie war 1965 Trägerin des Prix d’Académie der Académie française für die Übersetzung der gesammelten Werke der heiligen Teresa von Ávila.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Auclair, Marcelle |
| ALTERNATIVNAMEN | Prévost, Marcelle (Ehename) |
| KURZBESCHREIBUNG | französische Journalistin und Verlegerin |
| GEBURTSDATUM | 11. November 1899 |
| GEBURTSORT | Montluçon |
| STERBEDATUM | 6. Juni 1983 |
| STERBEORT | Paris |