Sie war zu dieser Zeit außerordentlich berühmt. So erschienen in der Presse regelmäßig illustrierte Bühnenszenen der Karikaturisten Edward Ancourt und Yves Marevéry mit ihr als Hauptakteur. Ihre Auftritte wurden regelmäßig in vielen Zeitungen und Journalen angekündigt. Auch die Presse in der Kolonie Algerien berichtete von ihren Auftritten. Wie andere Künstler auch, so war Toulouse-Lautrec von ihr begeistert und malte sie mehrfach. Das bekannteste Bild zeigt Lenders mit flammrotem Haar, Bolero tanzend in dem Bühnenstück Chilperic. Der Maler Gabriel Martin widmete ihr das Gedicht Les Hanches. und der Schauspieler Frédérick Lemaître bewunderte sie so sehr, dass er eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsausschnitten, Postkarten und sogar einzelner Buchseiten anlegte. Schließlich fungierte sie auch noch als Mannequin für Modezeitschriften.
Sie spielte in sechsundzwanzig Produktionen immer eine der Hauptrollen. Ihre letzte Bühnenvorstellung gab sie 1917. Lender starb 64-jährig an den Folgen einer Hirnblutung.
Rollen (Auswahl)
1889: Als la commère in Paris Exposition, Théâtre des Variétés
1892: Als Félicie in La bonne à tout faire, Théâtre des Variétés
1893: Als Rosalinde in Madame Satan, Théâtre des Variétés
1896: Als Léonide in Ferdinand le noceur, Théâtre du Palais-Royal
1907: Als Gisèle Vaudreuil in L'éventail, Théâtre du Gymnase
1913: Als la baronne in L'institut de beauté, Théâtre des Variétés
1917: Rolle unbekannt in Grand'père, Théâtre de la Porte Saint-Martin
Galerie
Marcelle Lender (1895)
Henri de Toulouse-Lautrec, M. Lender sitzend, 1895
Literatur
Gotthard Jedlicka: Henri de Toulouse-Lautrec. E. Rentsch, 1943, S. 184 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).