

Marcus Alexander Stiglegger (* 16. Februar 1971 in Mainz) ist ein österreichischer Publizist, Filmwissenschaftler, Filmemacher und Musiker.
Nach dem Abitur 1990 in Mainz-Gonsenheim studierte Stiglegger Filmwissenschaft, Theaterwissenschaft, Ethnologie und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ebenda wurde er 1999 im Fach Filmwissenschaft mit der Dissertationsschrift Sadiconazista – Faschismus und Sexualität im Film promoviert und habilitierte sich 2005 mit der Monografie Ritual und Verführung, in der er die Seduktionstheorie des Films entwickelte.
Stiglegger hat bzw. hatte zahlreiche Lehraufträge – etwa an der Universität Klagenfurt, Universität Mannheim, Internationale Filmschule Köln, Filmakademie Baden-Württemberg, Universität Regensburg und der Clemson University. Von 2009 bis 2014 lehrte er an der Universität Siegen Film- und Bildanalyse und ist Mitglied im DFG-Netzwerk Erfahrungsraum Kino. 2014 vertrat er eine Professur für Filmwissenschaft an der Universität Mainz. Seit Oktober 2015 war er Professor für Fernsehen und Film an der privaten Dekra Hochschule für Medien in Berlin, die ihren Lehrbetrieb im Oktober 2020 eingestellt hat. Seit März 2016 war er zudem Vizepräsident dieser Hochschule. 2020 gründete er zusammen mit RP Kahl das Berlin Film Institut zur Förderung der Filmkultur. Aktuell ist er Privatdozent an der Universität Mainz für Filmwissenschaft. Von 2021 bis 2024 vertrat er die Professur für Bildwissenschaft an der Fachhochschule Münster im Fachbereich Design und von 2024 bis 2025 die Professur für Medienkulturwissenschaft an der Universität Freiburg. Im Oktober 2023 wurde er zusammen mit dem Dokumentarfilmer Michael Schwarz und dem Kulturmanager Urs Spörri als Kulturberater der Stadt Mainz vorgestellt, um ein Kinokonzept für die Landeshauptstadt zu entwickeln.
Stiglegger schreibt regelmäßig für die Filmzeitschriften film-dienst und Epd Film sowie das Poptheorie-Magazin Testcard. 2002 gründete er als Herausgeber das Kulturmagazin :Ikonen: - Zeitschrift für Kunst, Kultur und Lebensart mit Sitz in Wiesbaden, welches 2009 eingestellt wurde. Er ist Mitherausgeber und Redakteur der Onlinezeitschrift Rock and Pop in the Movies sowie Kolumnist für die Filmzeitschrift Deadline. Gelegentlich ist er auch als Drehbuchautor tätig. In dieser Eigenschaft schrieb er zusammen mit Bernd Kiefer das Drehbuch zu Der Fahnder: Auge um Auge. Seine Essays zum Thema Film wurden unter anderem regelmäßig in der deutschen Filmzeitschrift Splatting Image veröffentlicht. Seit 2019 betreibt er den Podcast Projektionen – Kinogespräche, der sich als Dialog zwischen Filmwissenschaft und Filmkritik versteht.
Stiglegger produzierte im Verlauf der vergangenen Jahre mehrere Kurzspielfilme, die teilweise bei verschiedenen deutschen Filmfestivals liefen und auf DVD erhältlich sind. Unter anderem entstanden folgende Produktionen:
Stiglegger stellte für seinen Verlag :Ikonen: media zwei Musikkompilationen zusammen:
2008 gründete er das Dark Ambient Projekt Vortex, mit dem er auch Filmmusik komponiert.
Seit 2011 ist er außerdem Teil des Folk-Duos MARS, das bislang vier Studioalben veröffentlicht hat:
Am 30. Mai 2015 wurde Stiglegger für seine besonderen Leistungen in der Film- und Medienwissenschaft mit dem Ehrenpreis Goldener Monaco an der Universität Siegen ausgezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stiglegger, Marcus |
| ALTERNATIVNAMEN | Stiglegger, Marcus Alexander |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Publizist, Filmwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 16. Februar 1971 |
| GEBURTSORT | Mainz |