Marek Halter

Marek Halter (1991)

Marek Halter (geboren 27. Januar 1936 in Warschau) ist ein polnisch-französischer jüdischer Künstler und Autor.

Leben

Marek Halters Familie floh nach der deutschen Eroberung Polens 1939 in den sowjetisch besetzten Teil und geriet nach 1941 in die Usbekische Sowjetrepublik. Erst 1946 konnte die Familie nach Polen zurückkehren, emigrierte aber 1950 nach Frankreich. In Paris wurde Halter Schüler beim Pantomimen Marcel Marceau. Er studierte Malerei an der École des beaux-arts. Von 1955 bis 1957 hielt er sich in Buenos Aires auf, wo er seine erste Ausstellung hatte.

Zurück in Paris hatte er weitere Ausstellungen in Galerien. Er schrieb eine große Anzahl von Essays und Romanen, die Themen des Judentums aufnehmen, darunter eine Trilogie historischer Romane über Frauengestalten der Bibel: Sarah, Tsippora und Lilah, die Schwester des Esra. Seiner Bible au féminin fügte er 2006 noch einen Roman über Maria hinzu. Halter engagierte sich politisch in der Initiative zur Befreiung des politischen Häftlings Gilad Shalit und ist Mitglied in der Ligue Internationale Contre le Racisme et l’Antisémitisme. Er selbst zählt viele Politiker Israels und Frankreichs zu seinen Gesprächspartnern. Seine Reportage Tzedek / Les Justes über diejenigen, die verfolgten Juden während des Zweiten Weltkriegs das Leben retteten, wurde bei der Berlinale 1995 gezeigt. Seine autobiografische Schrift La mémoire d’Abraham wurde über 25 Millionen Mal weltweit verkauft.

Auf seine Initiative hin wurden 1991/92 in Sankt Petersburg und in Moskau je ein Collège Universitaire Français gegründet, dem in Moskau stand er bis 2007 vor. Halter wurde 2008 zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.

Halters romanhafte Darstellung seiner Autobiografie wurde von Kritikern in Details in Frage gestellt, so von seinem Landsmann, dem jüdischen Holocaustforscher Michał Borwicz. In Artikeln der Magazine Le Point und Le Nouvel Observateur wurde er der Lüge (mensonges) bezichtigt.

Halter heiratete 1968 die Bildhauerin Clara Mina Kurc (1932–2017).

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Ausstellungskataloge (Auswahl)

Literatur

Commons: Marek Halter – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Marek Halter : manuel de survie à l’usage des sages d’aujourd’hui (Memento des Originals vom 30. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., BSC, 9. Mai 2011
  2. ↑ L'équipe du Collège Universitaire Français de Moscou
  3. ↑ L’homme qui a tout vécu... (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Le Point, 28. April 2005
  4. ↑ Grégoire Leménager: Les mensonges de Marek Halter, in: Le Nouvel Observateur, 15. Oktober 2008
  5. ↑ Jean Talabot: La sculptrice de la paix Clara Halter est morte, Le Figaro, 30. Oktober 2017
  6. ↑ Légifrance: Décret du 21 mars 2008 portant promotion et nomination. Abgerufen am 15. November 2021 (französisch).
  7. ↑ Archives nationales: Archives du Bureau du Cabinet du ministre de la Culture. Ordre des arts et lettres (1962-2000). (PDF) S. 84, abgerufen am 15. November 2021 (französisch).
  8. ↑ Marek Halter: Der Kabbalist von Prag (Memento des Originals vom 5. Juni 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., bei Arte, 13. April 2010
  9. ↑ Thomas Yadan: Paroles de paix, Interview in Le Figaro, 30. Oktober 2006 (Evene.fr)
  10. ↑ Marko Martin: Über das Khasarenreich, Deutschlandradio Kultur, 11. Januar 2006