
Maren Urner (* 1984 in Herford) ist eine deutsche Neurowissenschaftlerin und Autorin.
Urner ist Mitgründerin des 2016 entstandenen Online-Magazins Perspective Daily. Nach ihrer Zeit als Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln ist sie seit September 2024 Professorin für Nachhaltige Transformation an der FH Münster. Urner vertritt die Notwendigkeit des Konstruktiven Journalismus.
Maren Urner war einige Jahre als freie Journalistin bei der Neuen Westfälischen tätig. Sie studierte Cognitive Science 2004–2007 an der Universität Osnabrück und der McGill University in Kanada sowie 2007–2009 Cognitive Neuroscience an der Radboud Universiteit Nijmegen. Ab 2009 forschte sie am University College London in der Arbeitsgruppe von Geraint Rees und mit Karl Friston in Neuroscience und wurde 2013 dort promoviert. 2016 gründete sie mit Han Langeslag das Magazin Perspective Daily, das sich dem „Konstruktiven Journalismus“ verschrieben hat und war bis März 2019 Geschäftsführerin und Chefredakteurin. Im Anschluss war sie Professorin für Medienpsychologie an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft. Seit September 2024 ist Maren Urner Professorin für Nachhaltige Transformation an der FH Münster und leitet zusätzlich den neuen Masterstudiengang Nachhaltige Transformationsgestaltung.
Ihr Forschungsschwerpunkt ist die psychische und neuronale Informationsverarbeitung. Im Rahmen ihrer Professur der Medienpsychologie konzentrierte sie sich auf die Themenbereiche Konstruktiver Journalismus und Lösungsjournalismus inklusive der Medienwirkungsforschung. Aktuell fokussiert sie sich auf die Gelingensbedingungen für eine Nachhaltige Transformation auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. In der Lehre vertritt sie z. B. die Fächer Grundlagen im Transformationsfeld Soziales und Gesellschaft, Herausforderungen der nachhaltigen Transformation und Nachhaltigkeitsmanagement und Berichterstattung.
Laut Maren Urner ist es ein Problem, dass Nachrichtensendungen, Zeitungen und Online-Medien hauptsächlich über negative Ereignisse berichten, sodass Medien-Konsumenten ein zu negatives, nicht der Realität entsprechendes Weltbild erhalten. Für Urner besteht daher die Notwendigkeit, die mediale Berichterstattung lösungsorientierter zu gestalten und positiven Entwicklungen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. So sei es möglich, Menschen zu motivieren und Fatalismus zu vermeiden. Als Kolumnistin der Frankfurter Rundschau schreibt sie regelmäßig Artikel zu ihren Positionen.
Darüber hinaus wirbt Urner für einen bewussteren Umgang mit Emotionen. Rationale Entscheidungen seien unmittelbar mit Emotionen verknüpft, weswegen es unmöglich sei, Rationalität und Emotionalität voneinander zu trennen. Laut Urner setzen sich viele Menschen nicht in ausreichendem Maße damit auseinander, wie sie und andere fühlen. Die Folge dieser mangelnden emotionalen Reife sei eine Zunahme von Hassrede im öffentlichen Diskurs. Urner schlägt daher vor, Personen einer emotionalen Reifeprüfung zu unterziehen, bevor sie ein politisches Amt übernehmen.
Die menschliche Aufmerksamkeit gewinnt laut Urner zunehmend an Bedeutung. Diese stellt die wichtigste Resource dar, auf die sich die manipulativen Strategien der Populisten konzentrieren. Kernelemente der Manipulationsversuche sind die Ablenkung von den Fakten und die Überbetonung von Spekulationen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Urner, Maren |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Neurowissenschaftlerin und Autorin |
| GEBURTSDATUM | 1984 |
| GEBURTSORT | Herford |