Ihr Forschungsschwerpunkt ist die psychische und neuronale Informationsverarbeitung. Im Rahmen ihrer Professur der Medienpsychologie konzentrierte sie sich auf die Themenbereiche Konstruktiver Journalismus und Lösungsjournalismus inklusive der Medienwirkungsforschung. Aktuell fokussiert sie sich auf die Gelingensbedingungen für eine Nachhaltige Transformation auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. In der Lehre vertritt sie z.B. die Fächer Grundlagen im Transformationsfeld Soziales und Gesellschaft, Herausforderungen der nachhaltigen Transformation und Nachhaltigkeitsmanagement und Berichterstattung.
Positionen
Laut Maren Urner ist es ein Problem, dass Nachrichtensendungen, Zeitungen und Online-Medien hauptsächlich über negative Ereignisse berichten, sodass Medien-Konsumenten ein zu negatives, nicht der Realität entsprechendes Weltbild erhalten. Für Urner besteht daher die Notwendigkeit, die mediale Berichterstattung lösungsorientierter zu gestalten und positiven Entwicklungen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. So sei es möglich, Menschen zu motivieren und Fatalismus zu vermeiden. Als Kolumnistin der Frankfurter Rundschau schreibt sie regelmäßig Artikel zu ihren Positionen.
Darüber hinaus wirbt Urner für einen bewussteren Umgang mit Emotionen. Rationale Entscheidungen seien unmittelbar mit Emotionen verknüpft, weswegen es unmöglich sei, Rationalität und Emotionalität voneinander zu trennen. Laut Urner setzen sich viele Menschen nicht in ausreichendem Maße damit auseinander, wie sie und andere fühlen. Die Folge dieser mangelnden emotionalen Reife sei eine Zunahme von Hassrede im öffentlichen Diskurs. Urner schlägt daher vor, Personen einer emotionalen Reifeprüfung zu unterziehen, bevor sie ein politisches Amt übernehmen.
Die menschliche Aufmerksamkeit gewinnt laut Urner zunehmend an Bedeutung. Diese stellt die wichtigste Resource dar, auf die sich die manipulativen Strategien der Populisten konzentrieren. Kernelemente der Manipulationsversuche sind die Ablenkung von den Fakten und die Überbetonung von Spekulationen.
Publikationen (Auswahl)
Zeitschriften- und Sammelbandbeiträge
mit Guido van Wingen, Mark Rijpkema, Guillén Fernández, Indira Tendolkar: Genetic variation of the alpha2b-adrenoceptor affects neural correlates of successful emotional memory formation. In: Human Brain Mapping. Band 36, Nr. 11, 2011, S. 2266–2275, doi:10.1002/hbm.21171.
mit Margarita Sarri, Jessica Grahn, Tom Manly, Geraint Rees, Karl J. Friston: The role of prestimulus activity in visual extinction. In: Neuropsychologia. Band 51, Nr. 8, 2013, S. 1630–1637, doi:10.1016/j.neuropsychologia.2013.05.005.
mit Han Langeslag: Warum sich Medien auf das Zukunftsnarrativ konzentrieren können und wie dies gelingt. In: Thomas Pyhel (Hrsg.): Zwischen Ohnmacht und Zuversicht. oekom, München 2018, ISBN 978-3-96238-042-7, S. 147–160.
mit Peter Gröpel, Jens C. Pruessner, Markus Quirin:Endurance- and Resistance-Trained Men Exhibit Lower Cardiovascular Responses to Psychosocial Stress Than Untrained Men. In: Frontiers in Psychology. Band9, 1.Juni 2018, ISSN1664-1078, doi:10.3389/fpsyg.2018.00852, PMID 29910757, PMC5992644(freier Volltext).
SusTelling und Konstruktiver Journalismus: Ein perfektes Paar? In: Daniel Fischer, Sonja Fücker, Hanna Selm, Anna Sundermann (Hrsg.): Nachhaltigkeit erzählen: Durch Storytelling besser kommunizieren? (=DBU-Umweltkommunikation. Band15). oekom, München 2021, ISBN 978-3-96238-275-9.
mit Marc-Uwe Kling, Cornelia Funke, Raúl Krauthausen, Josephine Apraku, Jojo Berger, Baro Vicenta Ra Gabbert, Kristina Lunz, Margret Rasfeld, Pheline Roggan, Gilda Sahebi, Marina Weisband, Julien Gupta:Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen: Mutige Perspektiven auf die Krisen unserer Zeit. Die Wunderwaffe in unseren Gehirnen. Hrsg.: Julien Gupta. Oekom-Verlag, München 2026, ISBN 978-3-9872651-6-7, S.56–68 (208S., steady.page).
Monographien
Investigating the dynamic role of fluctuations in ongoing activity in the human brain. Dissertation, 2013, ISBN 978-3-656-96369-1 (PDF).
Schluss mit dem täglichen Weltuntergang. Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren. Droemer Knaur, München 2019, ISBN 978-3-426-27776-8.
Graeme Maxton mit Maren Urner, Felix Austen:Globaler Klimanotstand: Warum unser demokratisches System an seine Grenzen stößt. Komplett-Media, Grünwald 2020, ISBN 978-3-8312-0558-5.
Raus aus der ewigen Dauerkrise: Mit dem Denken von morgen die Probleme von heute lösen. Droemer Knaur, München 2021, ISBN 978-3-426-27841-3.
Radikal Emotional. Wie Gefühle Politik machen. Droemer Knaur, München 2024, ISBN 978-3-426-44776-5.