
Margaret Mabel Gladys Allan Jennings (* 26. Juni 1909 in Newton Mearns; † 21. September 1998 in Carmarthen) war eine britische Autorennfahrerin und Journalistin.
Margaret Allan zählte in der Zwischenkriegszeit zu den führenden britischen Renn- und Rallyefahrerinnen und war eine von nur vier Frauen, die auf der Rennstrecke von Brooklands jemals die Auszeichnung für das Erreichen einer Geschwindigkeit von 120 Meilen pro Stunde (das sogenannte „120 mph badge“) erhielten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie zunächst als Krankenwagenfahrerin und anschließend in der Dechiffrierzentrale von Bletchley Park. Nach dem Krieg schlug sie eine journalistische Laufbahn ein und war von 1948 bis 1957 als Autokorrespondentin für die britische Vogue tätig.
Sie kam im Juli 1909 in Patterton, einem Stadtteil von Newton Mearns zur Welt und war die Tochter von James Allan, einem Mitglied der wohlhabenden schottisch-kanadischen Familie, der die Dampfschifffahrtsgesellschaft Allan Line gehörte. Die Familie Allan war fortschrittlich und politisch engagiert. James’ Schwester war die bekannte Suffragette Janie Allan, und Margaret besuchte die liberale und unkonventionelle Bedales School. Margaret Allan war schon früh eine begeisterte Reiterin; ihre Mutter förderte ihren unabhängigen Charakter und ermutigte sie, Autofahren zu lernen, sobald sie alt genug dafür war. 1937 heiratete sie Christopher Jennings, den späteren Herausgeber der Zeitschrift The Motor, und zog sich aus dem Rennsport zurück. Das Paar hatte einen Sohn. Sie zogen nach Gellideg in Llandyfaelog (Carmarthenshire), wo Jennings 1957 zum High Sheriff ernannt wurde. Gellideg war das erste Haus im Dorf, das an das Stromnetz von Llanelli angeschlossen wurde. Neben ihren Aktivitäten im Automobilbereich widmete sie sich auch erfolgreich der Gartenarbeit; in den folgenden Jahrzehnten gewann sie mehrere Preise der Royal Horticultural Society und stellte zudem auf der Chelsea Flower Show aus.
Margaret Allan bestritt ihre ersten Wettbewerbe im Motorsport mit dem Lagonda ihrer Familie bei Veranstaltungen, die von der Women's Automobile and Sports Association (WASA) organisiert wurden. Im Dezember 1930 absolvierte sie mit dem Lagonda erfolgreich die London-Gloucester-Trial und gewann den Damenpreis; ihr Fahrstil wurde vom Magazin Motor Sport als „sauber und schnell“ beschrieben. In den folgenden Jahren nahm sie weiterhin an Zuverlässigkeitsfahrten und Rallyes teil, wobei sie häufig Klassensiege und Siege in der Damenwertung errang. Ihre erste Rallye auf internationalem Niveau war die Rallye Monte Carlo 1932, bei der sie gemeinsam mit ihrer Beifahrerin Eve Staniland in einem Riley-Nine-Werksfahrzeug antrat. Das Duo belegte den zehnten Gesamtrang und wurde Zweiter in der „Coupe des Dames“. Später im selben Jahr nahm Allan – mit ihrem Bruder Hamish als Beifahrer – an der Alpenfahrt (Alpine Trial) teil; diese einwöchige Veranstaltung galt seinerzeit als die anspruchsvollste ihrer Art in Europa. Für die strafpunktfreie Absolvierung der Fahrt erhielten die Geschwister in ihrem Wolseley Hornet einen „Glacier Cup“; zudem sicherte sich Allan durch ihre Fahrleistung den geteilten Sieg in der „Coupe des Dames“ gemeinsam mit ihrer Wolseley-Teamkollegin Mrs. Martin.
Ebenfalls im Jahr 1932 sammelte Allan ihre ersten Erfahrungen im Rundstreckenrennsport. Nach einem Besuch der Rennstrecke von Brooklands überredete sie ihren Vater, einen schnelleren, aufgeladenen 2-Liter-Lagonda zu kaufen. Mit diesem Wagen gab sie ihr Debüt auf der Rennstrecke von Brooklands, als sie beim beliebten Inter-Club Meeting für das Team der WASA antrat. Das dreiköpfige Frauenteam verpasste den Gesamtsieg um den Stanley Cup nur knapp – mit einem einzigen Punkt Rückstand auf den Junior Car Club. Beim Inter-Club Meeting 1933 kehrte sie nach Brooklands zurück, trat jedoch mit einem leistungsstärkeren Fahrzeug an: einem 4½-Liter-Bentley. Obwohl das WASA-Team nur den dritten Platz belegte, feierte Allan persönlich ihren ersten Gesamtsieg bei einem Rundstreckenrennen, als sie das Junior Long Handicap-Rennen gewann. Ihre schnellste Runde wurde mit einer Geschwindigkeit von 97,65 mph (ca. 157 km/h) gemessen. Ihren zweiten Gesamtsieg in Brooklands errang sie ebenfalls am Steuer des 4½-Liter-Bentley im Junior Long Handicap-Rennen, und zwar beim Easter Meeting im darauffolgenden Jahr.
Ihre fahrerische Leistungen erregten die Aufmerksamkeit des Werksteams von MG Cars, und sie wurde eingeladen, das Team beim 200 Mile Relay Race des Light Car Club im Jahr 1934 in Brooklands zu verstärken. Die rein weibliche Mannschaft belegte am Steuer eines MG Magnette den dritten Gesamtrang in einem Rennen, das inmitten eines sintflutartigen Gewitters endete. Sie pflegte weiterhin enge Verbindungen zu MG und gehörte zu den führenden Fahrerinnen der George Eyston's Dancing Daughters von George Eyston – einem rein weiblichen Team, das 1935 mit drei werksseitig vorbereiteten MG PA am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilnahm. Sie bstritt das Rennen mit Colleen Eaton, der Ehefrau von George Eyston. Die weiteren Fahrerinnen waren Joan Richmond, Eva Gordon-Simpson, Doreen Evans und Barbara Skinner. Im Jahr 1935 fuhr Margaret Allan erstmals jenes Auto, mit dem sie am engsten verbunden bleiben sollte: Richard Markers Bentley 4½ Litre, bekannt als „Old Mother Gun“. Dieses Fahrzeug hatte 1928 als Werksrennwagen mit Woolf Barnato und Bernard Rubin am Steuer das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewonnen; nachdem es in den Besitz von Marker übergegangen war, hatte man jedoch die ursprüngliche Tourer-Karosserie durch eine stromlinienförmige Einsitzer-Karosserie ersetzt – jene, die zuvor auf einem Woolf Barnato gehörenden 3-Liter-Modell montiert gewesen war. Obwohl sie mit „Old Mother Gun“ im Jahr 1935 einen zweiten Platz als bestes Ergebnis erzielte, war sie mit Dudley Follands einsitzigem Frazer Nash Shelsley erfolgreicher. Mit diesem Wagen gewann sie das Handicap-Rennen beim August Bank Holiday Meeting und erreichte dabei eine Rundenbestzeit von 119,15 mph. Im Training hatte sie eine Geschwindigkeit von 127,05 mph erzielt und war damit schneller als Earl Howe, dessen damaliger Rennrekord bei 127 mph lag.
Wie sich herausstellte, sollte 1936 Allans letzte volle Saison im Motorsport-Wettbewerb sein. Marker hatte „Old Mother Gun“ mit einem wesentlich größeren 6½-Liter-Motor ausgestattet, was die Leistung des Wagens erheblich steigerte. Mit diesem Fahrzeug belegte Allan beim ersten Rennen der Saison in Brooklands den zweiten Platz, gewann jedoch wenige Wochen später das Second Whitsun Long Handicap-Rennen. Bei diesem Rennen lag ihre Durchschnittsgeschwindigkeit bei über 115 mph, während ihre schnellste Rennrunde mit 122,37 mph gemessen wurde. Diese Leistung brachte Allan das offizielle „120-mph-Abzeichen“ ein; sie war eine von nur vier (oder fünf – die Quellenlage ist hier uneinheitlich) Frauen, denen dies während der Zeit von Brooklands als aktive Motorsportstrecke gelang. Später im Jahr 1936 fuhr sie den Frazer Nash beim Bergrennen von Shelsley Walsh, wo sie den Damenpreis gewann.
Im Rückblick beurteilte ein Autor der Zeitschrift *Motor Sport* im Jahr 1943 ihre Rennbilanz als „genauso gut … wie die jedes Mannes mit vergleichbaren Rennwagen“. Nach ihrer Heirat kehrte Margaret Jennings 1950 für einen kurzen Auftritt in den Rennsport zurück: Sie nahm an der Rallye „Circuit of Ireland“ teil. Obwohl sie dem Wettbewerbssport mehr als ein Jahrzehnt lang ferngeblieben war, gewann Jennings den Damenpreis der Veranstaltung.
| Jahr | Team | Fahrzeug | Teamkollege | Platzierung | Ausfallgrund |
|---|---|---|---|---|---|
| 1935 | MG PA Midget | Rang 26 |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Allan, Margaret |
| ALTERNATIVNAMEN | Allan Jennings, Margaret Mabel Gladys |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Automobilrennfahrerin |
| GEBURTSDATUM | 26. Juni 1909 |
| GEBURTSORT | Newton Mearns |
| STERBEDATUM | 21. September 1998 |
| STERBEORT | Carmarthen |