
Margaret Mary Partridge (* 8. April 1891 in Nymet Rowland, England; † 27. Oktober 1967 in Willand) war eine britische Elektroingenieurin und Unternehmerin. Sie war Gründungsmitglied der Women’s Engineering Society (WES) und der Electrical Association for Women (EAW).

Partridge war die Tochter von John Leonard James Partridge und seiner Frau Eleanor Parkhouse, geb. Joyce. Sie besuchte die High School in Bedford und studierte bei Elizabeth Roberts am Bedford College. Dort erhielt sie die Arnott- und Jane-Benson-Stipendien und schloss ihr Studium 1914 mit einem Bachelor of Science mit Auszeichnung in Mathematik an der Universität London ab. Danach wurde sie zur stellvertretenden Schulleiterin an der Saltburn High School ernannt. 1915 nahm sie eine Lehrstelle bei dem Londoner Ingenieurbüro A. H. Barker an, welches sich auf die Beratung in den Bereichen Heizung, Lüftung und elektrische Beleuchtung spezialisiert hatte. Anschließend wechselte sie 1917 zu Lyon & Wrench, einem Hersteller von Signallampen, Generatoren und Batterien, wo sie die Leitung der Testabteilung übernahm. Sie und ihr Team stellten sicher, dass die Suchscheinwerfer und Röntgengeräte, die an die britischen Truppen geliefert wurden, funktionierten.
Partridge gründete 1919 ihr eigenes Ingenieurbüro in Devon. 1920 trat Partridge in die Women’s Engineering Society (WES) ein, die 1919 gegründet worden war. 1921 gründete sie ihr Unternehmen M. Partridge & Co. Das neue Unternehmen konzentrierte sich auf die Beleuchtung und Stromversorgung von Bauernhöfen und Landhäusern in der Region. 1922 veranstaltete sie in Exeter eine Ausstellung elektrischer Modelle und Maschinen, darunter eine Reihe von arbeitssparenden Geräten für Frauen im Haushalt. Ihr Unternehmen installierte Elektrizität in zahlreichen Privathäusern und spielte eine entscheidende Rolle beim Ausbau des Stromnetzes in Südostengland und versorgte so erstmals ländliche Gebiete mit Strom. Sie erhielt praktische Unterstützung und finanzielle Beratung von dem Elektroingenieur John Archibald Purves, der später die Stromversorgung für ganz Westengland mitgestalten sollte. Purves ermutigte Partridge, Beleuchtungsunternehmen in Cheriton Fitzpaine, Thorverton und Bampton zu gründen, wo sie die Häuser der Einwohner erstmals mit Strom versorgte.
1924 wurde die Electrical Association for Women (EAW) unter anderem gegründet, um die Nutzung von Elektrizität im Haushalt zu fördern. Partridge engagierte sich aktiv und wurde eine Freundin der EAW-Direktorin Caroline Haslett. Am 16. Juli 1925 präsentierte sie auf der von Caroline Haslett und der Women’s Engineering Society organisierten Internationalen Konferenz für Frauen in Wissenschaft, Industrie und Handel im Rahmen der British Empire Exhibition eine Abhandlung mit dem Titel Erzeugung und Verteilung von Elektrizität und sprach dabei gemeinsam mit der amerikanischen Ingenieurin Ethel H. Bailey und der Physikerin und Chemikerin Isabel Hadfield. Sie wurde zur EAW-Organisatorin für die Südwestregion ernannt und war eine der Hauptautorinnen des Electrical Handbook for Women.
Im Dezember 1925 wurde sie Direktorin der Exe Valley Electricity Company, die gegründet worden war, um Bampton und andere Orte in Devon und Somerset mit Strom zu versorgen. Sie warb unter den Mitgliedern der WES um Anteilseigner, darunter Lady Parsons und Lady Shelley-Rolls, und das Projekt wurde 1926 abgeschlossen. Partridge beschäftigte mehrere Ingenieure und Auszubildende, darunter auch Frauen. 1926 stellte sie eine weitere Auszubildende ein, Beatrice Shilling, die später Luftfahrtingenieurin wurde. Als Shilling nachts allein in einem Kraftwerk arbeitete, wurde entdeckt, dass sie damit gegen das Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die Beschäftigung von Frauen bei Nacht (1919) verstieß. Dieser Fall führte, unterstützt von der Women’s Engineering Society, schließlich 1934 zu einer Änderung des Übereinkommens, die Frauen in leitenden Positionen ausnahm.
Im September 1927 schloss sich Partridge mit Caroline und Laura Annie Willson zusammen, um die Firma Electrical Enterprises zu gründen. Ziel war es, den Bereich der ländlichen Elektrifizierung und der Installation elektrischer Geräte auszuweiten. Die Entwicklung von Hochspannungs-Ringleitungen führte jedoch schließlich zum Niedergang kleiner Einzelunternehmen wie Electrical Enterprises. 1929 war sie eine von nur zwei Frauen im Land, die als assoziierte Mitglieder des Institute of Electrical Engineers (IEEE) anerkannt waren, was sie zu einer geschätzten Rednerin und Expertin im Ingenieurwesen machte. Im Juli 1930 hielt sie am Hampstead College einen Vortrag über die Nutzung von Elektrizität im Haushalt für Hauswirtschaftslehrerinnen. Sie verfasste mehrere Kapitel für das Electrical Handbook for Women, das erstmals 1934 erschien. Im ersten Jahr wurden 33.000 Exemplare verkauft, und das regelmäßig aktualisierte Werk blieb die nächsten fünfzig Jahre im Druck.
Bei Beginn des Zweiten Weltkriegs gründete Partridge die Exeter Munitions Ltd. Sie wurde außerdem zur technischen Beauftragten für Frauen im Südwesten Englands ernannt und beriet Fabriken zur Beschäftigung von Frauen.
1942 wurde sie Vizepräsidentin und 1943 Präsidentin der Women’s Education Society (WES), ein Amt, das sie bis 1945 führte.
Nach ihrer Pensionierung 1946 engagierte sie sich in ihrem Wohnort Willand, wo sie mit ihrer ehemaligen Geschäftspartnerin Margaret Dorothea Rowbotham lebte. Unter ihrer Aufsicht wurde die Elektroinstallation des neuen Gemeindehauses von Mitgliedern des Fraueninstituts abgeschlossen. Sie war zudem als Direktorin zweier Pflegeheime tätig, in denen ihre Schwester als Chefärztin arbeitete.
Partridge starb 1967 im Alter von 76 Jahren in ihrem Haus Harpitt in Willand und wurde auf dem Friedhof von Willand beigesetzt.

Die Devon History Society enthüllte im März 2019 eine blaue Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus von Margaret Partridge in Willand.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Partridge, Margaret |
| ALTERNATIVNAMEN | Partridge, Margaret Mary (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Elektroingenieurin und Unternehmerin |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1891 |
| GEBURTSORT | Nymet Rowland, England |
| STERBEDATUM | 27. Oktober 1967 |
| STERBEORT | Willand, England |