Margarete Gebhardt

Anna Gertrud Viktoria Margarete Gebhardt (genannt „Grete“; * 16. August 1870 in Crossen an der Oder, Neumark, Provinz Brandenburg; † nach 1942) war eine deutsche Lehrerin, Schriftstellerin und Regionalhistorikerin.

Leben

Margarete Gebhardt war das jüngste Kind eines Juweliers und einer Pfarrerstochter. Sie hatte einen ältesten Bruder und zwei Schwestern. Der Bruder wurde Pfarrer. Die ältere Schwester Florentine Gebhardt wurde Lehrerin und Schriftstellerin, die andere Schwester Marie Elisabeth „Lise“ wurde ebenfalls Lehrerin.

Margarete Gebhardt besuchte die Höhere Mädchenschule in Crossen und anschließend eine Molkereischule. 1897 arbeitete sie als Fleischbeschauerin. Danach zog sie nach Tegel bei Berlin, wo auch ihre Schwester Florentine lebte. Dort legte sie Prüfungen zur Haushaltsleherin, Handarbeitslehrerin, Zeichenlehrerin und Volksschullehrerin ab.

Danach arbeitete sie als Lehrerin, wahrscheinlich zuerst in oder bei Berlin, spätestens ab 1925 in Sorau in der Niederlausitz, dort wahrscheinlich an einer Volksschule und möglicherweise später am Lyzeum für Mädchen. Seit etwa 1929 war sie Konrektorin, 1930 ging sie in den Ruhestand.

Margarete Gebhardt war sehr aktiv im Verein für die Geschichte Soraus und des Sorauer Handwerkervereins tätig, für den sie Schriftführerin und Archivarin war. 1928 wohnte sie in der Priebuser Straße 55, später in der Ehrlichstraße 7.

Schriftstellerisches Werk

Margarete Gebhardt veröffentlichte Erzählungen und Bühnenstücke für Jugendliche (wahrscheinlich Mädchen). Ihr umfangreichstes Werk waren Sagen und Geschichten aus der Lausitz. Für die Jugend erzählt. Die Sage Die Losbitte (1922) verfasste sie 1927 nochmals als Drehbuch für das Theater. Sie war auch Mitarbeiterin des Sorauer Tageblatts, der Lausitzer Heimatblätter und des Lausitzer Flurbuchs, außerdem veröffentlichte sie mehrere Artikel über den Verein für die Geschichte Soraus. Margarete Gebhardt illustrierte auch zwei Bücher ihrer Schwester Florentine.

Geschichten und Theaterstücke

Weitere Textveröffentlichungen

Illustrationen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Gudrun Wedel: Gebhart, Florentine; in: Autobiographien von Frauen. ein Lexikon. Böhlau Verlag, Köln und Weimar 2010. ISBN 3-412-20585-0. S. 261, und öfter
  2. ↑ Gudrun Wedel: Lehren zwischen Arbeit und Beruf. Einblicke in das Leben von Autobiographinnen aus dem 19. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien 2000. ISBN 3-205-99041-2.
  3. ↑ Wer ist's? 1935, S. 475; mit biographischen Details
  4. ↑ Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1925, mit der Angabe Sorau, Lehrerin; in Sorau gab es eine Höhere Mädchenschule/Lyzeum, siehe Sorau (Kr. Sorau), in Historisches Städtebuch Ostbrandenburg, S. 448–467, hier S. 466 PDF (ansonsten keine weiteren Angaben zu dieser Schule feststellbar); aber nicht am Jungengymnasium, vgl. deren Jahresberichte; (Direktor Emil Engelmann verließ dieses bereits 1926)
  5. ↑ Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1930, Sp. 349; (1928 noch Lehrerin); diese Angabe beruht auf ihrer eigenen Angabe; ansonsten ist diese Bezeichnung offiziell für sie nicht feststellbar; in Kürschners Literatur-Kalender, 1934–1943 als Konrektorin i. R.
  6. ↑ Sorau/Schuhmacherinnung 1620–1795 im GenWiki.
  7. ↑ Namen-Verzeichnis der Einwohner der Kreisstadt Sorau N.-L. – Personenstand am 1. Oktober 1928. (Memento vom 22. Februar 2015 im Internet Archive) S. 18
  8. ↑ Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1925–1943, mit mehreren Adressen in Sorau.
  9. ↑ Margarete Gebhardt, LiteraturPort
Personendaten
NAME Gebhardt, Margarete
ALTERNATIVNAMEN Gebhardt, Anna Gertrud Viktoria Margarete (vollständiger Name); Gebhardt, Grete (Spitzname)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Lehrerin, Jugendschriftstellerin und Regionalhistorikerin in Sorau
GEBURTSDATUM 16. August 1870
GEBURTSORT Crossen an der Oder
STERBEDATUM nach 1942