„Familie“ – Natursteinplastik (1956). Die Plastik befindet sich in Wien 3., Landstraßer Hauptstraße 92–94 (Kurt-Steyrer-Hof).„Musizierende Kinder“ – Natursteinplastik (1959). Die Plastik befindet sich in Wien 3., Rabenhof-Hainburgerstraße 68.
Margarete Hanusch wurde als Tochter des k. u. k. Militärverpflegsoffizials Adalbert Hanusch geboren. Sie übersiedelte schon als Kleinkind 1906 nach Wien.
Hanusch studierte zuerst von 1913 bis 1922 in der Jugendkunstklasse von Franz Cizek und von 1923 bis 1927 Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule von Anton Hanak. Anschließend unterrichtete sie bis 1938 als Lehrerin in Klosterneuburg. Ab 1940 war sie als Schulinspektorin in Wien tätig, bis sie 1945 (zwei Jahre vor der offiziellen Pensionierung) entlassen wurde.
Aus der frühen Schaffenszeit von Hanusch stammen einige Zeichnungen und Grafiken, die von einer realistischen Auffassung mit sozialromantischen Anflügen zeugen. Später wandte sie sich völlig der Bildhauerei zu. In den 1930er und 1940er Jahren schuf sie eine Reihe von Holz-Skulpturen, die klare Formen und Einflüsse des Art déco sowie eine gewisse Feierlichkeit und verhaltene Monumentalität aufweisen.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Margarete Hanusch eine anerkannte Künstlerin und erhielt öffentliche Aufträge. Sie nahm 1937 und 1938 an der Großen Deutsche Kunstausstellung in München teil. 1940 beschickte sie die von der NS-Frauenschaft initiierte Großausstellung Künstlerisches Frauenschaften in der Wiener Secession mit der Skulptur Stehendes Mädchen.
Zum 1. Mai 1938 trat sie der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 6.311.542).
Nach einem längeren Aufenthalt in Salzburg kam Margarete Hanusch 1946 wieder nach Wien und bezog eine Wohnung im Haus Hafengasse 13 im dritten Wiener Gemeindebezirk. In der Erbsenbachgasse 3 in Döbling hatte die Künstlerin ihr Atelier.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele damals errichtete städtische Wohnhausanlagen mit Kunstwerken geschmückt (Kunst am Bau), darunter auch mit Plastiken von Hanusch. Ihre Arbeiten waren von Formvereinfachung, innerer Ruhe und Zeitlosigkeit geprägt. Die Plastik „Familie“ gehört zu den seltenen Beispielen, die von den Zeitgenossen wegen ihrer ästhetischen Rückwärtsgewandtheit kritisiert wurden.
Statue des Hl. Urban in der Urbanikapelle in der Hagenau, Perchtoldsdorf
Literatur
Dankmar Trier:Hanusch (Hanus; Hanuš), Margarete (Grete; Gretl; Margaretha). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 69, De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-598-23036-3, S.240.
Hanusch, Margarete. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band2: E–J. E. A. Seemann, Leipzig 1955, S.373 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).