Marginal

Ein Marginal (lateinisch margo, marginis = „Rand“) ist etwas am Rande/auf der Grenze Liegendes, Nebensächliches (das heißt am Rande einer Sache, sprich eines Gegenstandsbereichs Liegendes). Das Wort muss keine entwertende Nebenbedeutung haben, diese kann aber durchaus mitschwingen. Eine weitere wichtige Gruppe von Bedeutungen bezieht sich von der Grenzwert-Methodik (Infinitesimalrechnung) her kommend auf mathematisch abgeleitete Größen, vor allem in den Wirtschaftswissenschaften.

Knapp außerhalb des Randes von einem Gegenstandsbereich liegend:

Beispiel: Zeigt man auf die Farbe Türkis (Rechteck D) und sagt dabei „Das ist kein Grün“, dient Türkis als ein marginales Gegenbeispiel für den Prädikator Grün. Das Gegenbeispiel Türkis ist marginal, weil die Farbe Türkis fast, aber nicht mehr ganz in den Gegenstandsbereich Grün fällt, sprich Türkis liegt nur knapp außerhalb des Randes vom Gegenstandsbereich Grün. Die Farbe Blau (Rechteck G) wäre hier kein marginales Gegenbeispiel, weil sie recht weit vom Rand des Gegenstandsbereichs entfernt liegt. Der Gegenstandsbereich Grün ließe sich mit diesem Gegenbeispiel nicht eng genug eingrenzen und die Abgrenzung bliebe vage oder der Gegenstandsbereich wäre damit zu groß definiert.
A B C D E F G

Verwendung als räumliche Angabe:

MannFrauRandwahrscheinlichkeit
Klasse 100,250,250,50
Klasse 110,100,400,50
Randwahrscheinlichkeit0,350,651,00

Im Sinne von klein:

Sprachwissenschaft:

Fall Suffix Beispiel Übersetzung Erklärung
Sogenannte marginale Kasus im Finnischen
Abessiv -tta2) talotta „ohne Haus“ Mangel (ohne etwas)
Instruktiv -(i)n taloin „mittels Häusern“ Art und Weise (mittels etwas)
Komitativ -(i)ne-4) taloineen „mitsamt (ihren/seinen) Häusern“ Dazugehörigkeit (zusammen mit etwas)

Siehe auch

Wiktionary: marginal – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Klaus A. Schneewind: Methodisches Denken in der Psychologie. Verlag Hans Huber, Bern 1969, S. 41–42.
  2. ↑ "Grossekettler/Hadamitzky – Volkswirtschaftslehre Kap. 2.1.1.
  3. ↑ https://www.degruyter.com/database/WSK/entry/wsk_id_wsk_artikel_artikel_19251/html?lang=de
  4. ↑ Barry J. Blake: Case. 2. Auflage. Cambridge 2001, ISBN 978-0-521-80761-6, 39 (englisch).
  5. ↑ https://titus.uni-frankfurt.de/personal/manana/kasus/kasus2.htm