Maria Lanzendorf, (Mitter) Ober Lanzendorf und Unter Lanzendorf um das Jahr 1873, die alten Gemeindegrenzen sind noch verzeichnet (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Die Fläche der Gemeinde umfasst nur 1,69 Quadratkilometer. 0,69 Prozent der Fläche sind bewaldet. Durch das Gemeindegebiet verläuft der Wiener Neustädter Kanal. In Maria-Lanzendorf mündet der Petersbach in die Schwechat.
Die Gemeinde wurde 1954 durch Abtrennung von Groß-Wien wieder selbständig. Die von einem großen Teil der Bevölkerung zumal aus wirtschaftlichen Gründen angestrebte Wiedervereinigung mit der Schwestergemeinde Lanzendorf scheiterte am Widerstand einer der drei im provisorischen Gemeinderat vertretenen Parteien. Maria-Lanzendorf sollte nach der Auflösung des Bezirks Wien-Umgebung ab 1. Jänner 2017 ursprünglich Teil des Bezirks Mödling werden. Nach Einsprüchen von Bürgern wurde Maria-Lanzendorf jedoch dem Bezirk Bruck an der Leitha zugeordnet, dem es seit 1. Jänner 2017 angehört.
Einwohnerentwicklung
Maria-Lanzendorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Am 30. November 2015 hatte die Gemeinde 2104 Einwohner und 428 Nebenwohnsitze. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1894 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1487 Einwohner, 1981 1107 und im Jahr 1971 1147 Einwohner.
Kalvarienberg: Der Kalvarienberg von Maria-Lanzendorf ist ein einzigartiges Dokument barocker Frömmigkeit– ein künstlich aufgebrachter Hügel, in dessen Nischen und Grotten der Leidensweg, der Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi figural und bildlich nachvollzogen wird.
Wirtschaft und Infrastruktur
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 86, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 4. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 967. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 52 Prozent.
Außerdem wird der Maria Lanzendorfer Bahnhof täglich von der Inneren Aspangbahn zwischen Wiener Neustadt und Wien im Stundentakt bedient.
Öffentliche Einrichtungen
In Maria-Lanzendorf befindet sich ein Kindergarten.
Sport
Sportclub Maria-Lanzendorf mit den Sektionen Fußball und Tennis, im Nachwuchs Kooperationen mit Nachbarvereinen
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.
Am 5. Juni 2025 einigten sich SPÖ und Grüne auf eine Koalition.
Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ, 6 ÖVP und 3 Sonstige.
Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ, 7 GRÜNE, 3 FPÖ und 3 ÖVP. (Wahl aufgrund von Fehlern rund um die Zulassung der Liste von Ex-Bürgermeister Peter Wolf [LiMaLa] aufgehoben)
Nach der Wiederholungswahl 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 SPÖ, 6 LiMaLa, 6 GRÜNE, 1 ÖVP und 1 FPÖ.
Franz Hasenöhrl (1885–1970), Komponist (Pseudonym Franz Höhrl)
Gerhard Melzer, Hauptschuldirektor und verdienter Heimatforscher, Herausgeber der Bildchronik „Das alte Maria-Lanzendorf“ (2005)
Sissy Roth-Halvax (1946–2009), Bürgermeisterin von 2000 bis 2009, Präsidentin des Bundesrates vom 1.Jänner 2006 bis 30.Juni 2006
Josef Schmid (1816–1892), Inhaber der Kanzelmühle
Literatur
Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 3. Band: Klosterthal bis Neunkirchen. Mechitaristen, Wien 1831, S.70 (Lanzendorf (Maria-) – Internet Archive).
↑Julia Tanzer:Historische morphologische Veränderung der südlichen Wiener Donauzubringer 1755–2010. Masterarbeit. Universität für Bodenkultur Wien, Wien 2016, S.94 (boku.ac.at[PDF; 60,5MB; abgerufen am 3.Januar 2020]).