Maria Pachleitner

Maria Pachleitner (* 10. September 1909 in Polstrau als Maria Lamm; † 24. Jänner 2008) war eine österreichische Aktivistin für die Integration von Menschen mit Behinderungen sowie Gründerin und Präsidentin der Lebenshilfe Österreich.

Leben und Wirken

Maria Lamm wurde am 10. September 1909 als Tochter des Stationschefs Franz Lamm (* 4. September 1874; † ?) und dessen Ehefrau Maria (geborene Poljanec; * 14. Oktober 1878; † ?) im heute slowenischen Polstrau, das damals zur Untersteiermark gehörte, geboren und am Folgetag auf den Namen Maria getauft. Ihre Eltern hatten am 9. August 1899 geheiratet. Nachdem sie hier auch ihre frühe Kindheit verbracht hatte, zog sie mit ihrer Familie nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nach Graz, wo sie die Handelsschule besuchte. Nach dem Abschluss arbeitete sie als Sekretärin in Anwaltskanzleien. Im Oktober 1939 heiratete sie August Pachleitner, den Inhaber der Feuerwehrausrüstungsfirma „Rosenbauer“. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne, der zweite Sohn wurde 1943 mit Trisomie 21 geboren.

Die Behinderung ihres Kindes motivierte das Paar im Jahr 1960 den „Verein zur Förderung cerebralgestörter Personen“ zu gründen, der ab 1962 „Lebenshilfe“ genannt wurde. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1961 war Maria Pachleitner weiterhin eine treibende Kraft des Vereins. Dank ihrer ständigen Bemühungen um die Integration von Menschen mit Behinderungen wurde 1964 das Steiermärkische Behindertengesetz verabschiedet, das den Schutz von benachteiligten Menschen gewährleistet. Es war das erste derartige Gesetz in Österreich. Pachleitners Ziel war es, dass benachteiligte Menschen in Sicherheit und Geborgenheit ein Leben in Würde und in Harmonie zur Umwelt verbringen können. Sie war bis 1987 Präsidentin des Landesverbandes der steirischen Lebenshilfen und bis 1993 Präsidentin der Sektion Graz und Umgebung.

1986 setzte sich Pachleitner gemeinsam mit ihrem damaligen Mitarbeiter Marc Angelini für die Gründung von Special Olympics Austria und die Austragung in Österreich ein.

Pachleitner starb im Jänner 2008 im Alter von 98 Jahren, wenige Wochen nach dem Tod ihres behinderten Sohnes. Ihre Beerdigung fand am 12. Februar 2008 am Katholischen Stadtfriedhof Graz-St. Peter statt (Grab P-2-18-9).

In Graz sind eine Straße und ein Kindergarten nach ihr benannt.

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Motiv: Grab am Katholischen Stadtfriedhof Graz-St. Peter

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Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Stadtportal der Landeshauptstadt Graz Graz-Ehrungen: Präsidentin Maria Pachleitner. Abgerufen am 2. März 2023.
  2. 1 2 Taufbuch Središče ob Dravi, tom. VIII, fol. 389 (Faksimile), abgerufen am 17. August 2026
  3. ↑ Christoph Hartner: Selbstständiges Leben für Menschen mit Behinderung. 18. Juli 2020, abgerufen am 2. März 2023.
  4. 1 2 Amtsblatt der Landeshauptstadt Graz, Nr. 6, 5. Juni 2008, Jahrgang 104. Trauersitzung des Gemeinderates für die Ehrenringträgerin der Stadt Graz Maria Pachleitner
  5. ↑ Die Geschichte der Lebenshilfe. Abgerufen am 2. März 2023.
  6. ↑ Steirer des Tages: Marc Angelini: Ein Wettkämpfer, der keinen zurücklässt | Kleine Zeitung. 10. Januar 2021, abgerufen am 13. April 2023.
  7. ↑ Yumpu.com: Billetts - Leben mit Behinderung. Abgerufen am 2. März 2023.
  8. ↑ Maria Pachleitner in der Caelum Verstorbenen- und Gräbersuche], abgerufen am 17. August 2026
  9. ↑ Maria-Pachleitner-Straße in Graz - Straßenverzeichnis Graz - Straßenverzeichnis Straßen-in-Österreich.at. Abgerufen am 2. März 2023.
  10. ↑ Rettet Das Kind Steiermark - Kindergarten Maria-Pachleitner. Abgerufen am 2. März 2023.
Personendaten
NAME Pachleitner, Maria
ALTERNATIVNAMEN Lamm, Maria (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG österreichische Aktivistin sowie Gründerin und Präsidentin der Lebenshilfe Österreich
GEBURTSDATUM 10. September 1909
GEBURTSORT Polstrau, Untersteiermark, Österreich-Ungarn
STERBEDATUM 24. Januar 2008