Maria Reinecke

Maria Reinecke (auch: Marie Reinecke; * 1846;† nach 1906) war eine deutsche Pianistin, Musikpädagogin, Musikschulgründerin und Unternehmerin.

Leben

Maria oder Marie Reinecke war eine Tochter des Seminarmusiklehrers, Musikpädagogen und Musiktheoretikers Rudolf Reinecke (auch: Rudolf Reincke) und seiner zweiten Ehefrau Johanna Elisabeth Henriette geb. Hubp, die er 1836 geheiratet hatte. Sie war somit eine Halbschwester des in Leipzig tätigen Kapellmeisters Carl Reinecke, dessen Werke sie immer wieder aufführte, so 1893 die „Undine“-Sonate. 1884 gründete sie – unverheiratet als „Fräulein“ bezeichnet – in Wolfenbüttel eine Musikschule und ein Seminar für unverheiratete Musiklehrerinnen mit angeschlossener Klavier- und Gesangsschule. Die Schule wurde später von Carl Reineckes Tochter Betty geleitet.

Anfang der 1890er Jahre errichtete Maria Reinecke eine „Hochschule für Musik“ in Hannover und wohnte in den dortigen Räumen des Seminars für Musiklehrerinnen im Hause Höltystraße 13. In dieser Zeit unterrichtete sie auch selbst, war unter anderem musikalische Hauptlehrerin der Pianistin Marta Milinowski.

In der Hochschule für Musik in der Höltystraße 13 wirkte zeitweilig Marie Herner-Henrici beziehungsweise die in Hannover wohnende Gesellschafterin der in Hamburg ansässigen Firma Henrici & Dunemann OHG Marie Henrici, geborene Herner.

Schriften

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Milinowski, Marta. In: John William Leonard (Editor-in-Chief): Woman’s who’s who of America. A biographical Dictionary of contemporary Women of the United States and Canada. 1914–1915. The American Commonwealth Company, New York. (Wiederauflage bei Gale Research Company, Book Tower, Detroit 1976, ISBN 0-8103-4018-6, S. 561) (Digitalisat in der englischsprachigen Wikisource) (englisch)
  2. ↑ Lina Morgenstern: Frauenarbeit in Deutschland: Geschichte der deutschen Frauenbewegung und Statistik der Frauenarbeit auf allen ihr zugänglichen Gebieten, Band 1, zugleich Berlin S. W., Grossbeeren-Straße 5. Verlag der Deutschen Hausfrauen-Zeitung. 1893; vergleiche die Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek; S. 187; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. ↑ Nikolai Topusov: Carl Reinecke. Beträge zu seinem Leben und seiner Symphonik. Berlin 1943, S. 13, Fußnote 1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – Dissertation Friedrich-Wilhelms-Universität).
  4. 1 2 Oskar Fleischer, Alfred Valentin Heuss (Hrsg.): Zeitschrift der Internationalen Musikgesellschaft, Band 8, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1906, S. 149; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  5. ↑ Friedrich Jansa (Hrsg.): Wagener, Else Gertrud Ilse Sophia, in ders.: Deutsche Tonkünstler und Musiker in Wort und Bild, 2. Ausgabe, Leipzig: Verlag von Friedrich Jansa, 1911, S. 772; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  6. 1 2 The Musical Standard: A Newspaper for Musicians, Professional and Amateur, Reeves and Turner, 1884, p. 147; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  7. ↑ Gerhard Hahne: Reinecke, Rudolf. In: Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon. Band 2. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1971, ISBN 3-529-02642-5, S. 206 f. Online-Fassung als BioLex Digital (PDF; 32,7 MB). S. 2195 f.
  8. ↑ Matthias Wiegandt: Reinecke, Carl Heinrich Carsten. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 21. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 347–348 (deutsche-biographie.de).
  9. ↑ Carl Reinecke - Biographie II. In: carl-reinecke.de. Abgerufen am 20. November 2024.
  10. 1 2 Christian Friedrich Kahnt (Red.): Personalnachrichten in ders.: Neue Zeitschrift für Musik. Organ des Allgemeinen Deutschen Musikvereins und der Beethoven-Stiftung (NZfM), Heft 36 vom 29. August 1884, 51. Jahrgang (Band 80), C. F. Kahnt, Leipzig 1884, S. 386 f.; hier: S. 387; Textarchiv – Internet Archive.
  11. ↑ Musikalisches Wochenblatt. 24, 1893, Nr. 30 (20. Juli 1893), S. 428; Textarchiv – Internet Archive.
  12. ↑ Europa: Chronik der gebildeten Welt. 1884, Nr. 37, Sp. 1470; Digitalisat in der Google-Buchsuche.
  13. ↑ Bruno Schrader: Carl Reineckes 90. Geburtstag. In: Neue Zeitschrift für Musik. 81. Jg., Nr. 25, 18. Juni 1914, S. 359–366, hier S. 359; Textarchiv – Internet Archive.
  14. ↑ Ernst Wilhelm Fritzsch (Hrsg.): Musikalisches Wochenblatt. Organ für Musiker und Musikfreunde, Jahrgang 22, E. W. Fritzsch, Leipzig 1891, S. 334; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  15. ↑ Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden 1899, Abteilung I, Teil III: Alphabetisches Verzeichniß der Einwohner und Handelsfirmen, S. 958; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek über die Deutsche Forschungsgemeinschaft
  16. ↑ Richard Jakoby (Hrsg.): Staatliche Hochschule für Musik und Theater Hannover. Struktur, Zielsetzungen, Geschichte Hannover: Madsack, 1973, S. 41; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  17. ↑ Amtlicher Anzeiger: Beiblatt zum Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblatt, Hamburg: Lütcke & Wulff, 1923, S. 1093, 1117; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  18. ↑ Paul Stöde: Die einzelnen Fächer: 8. Künstlerische Fächer, b) Gesang. In: Pädagogische Jahresschau über das Volksschulwesen. 1, 1906/07, S. 342–352, hier S. 346; Textarchiv – Internet Archive.
Personendaten
NAME Reinecke, Maria
ALTERNATIVNAMEN Reinecke, Marie
KURZBESCHREIBUNG deutsche Musikschulgründerin, Pianistin und Klavierlehrerin
GEBURTSDATUM 1846
STERBEDATUM nach 1906