Maria Zeiller-Uchatius

Maria Zeiller-Uchatius (* 9. März 1882 als Maria von Uchatius in Wien; † 8. September 1958 in Innsbruck) war eine österreichische Malerin, Grafikerin und Kunstgewerblerin. Ab 1920 hatte sie eine Professur an der Staatsgewerbeschule Innsbruck inne.

Leben

Buntpapier (Füchse)
Buntpapier (Vögel)
Buntpapier (Pferde und Hunde)

„Mitzi“ oder „Mizzi“ von Uchatius war die Tochter von Carl Josef Ritter von Uchatius. Sie studierte nach dem Besuch der Zeichenschule des Wiener Frauen-Erwerb-Vereins ab dem Jahr 1900 an der Kunstgewerbeschule Wien bei Felician Myrbach, Friedrich Linke, Rudolf von Larisch und Carl Otto Czeschka und machte 1906 ihren Abschluss. Sie heiratete am 19. August 1909 in Dietenheim bei Bruneck den Bildhauer und Holzschnitzer Ottmar Zeiller (auch Ottomar Zeiller, 1868–1921). 1910 wurde die Tochter Johanna geboren. Damals wohnte die Familie in der Poltenhütte. Um die Wohnverhältnisse zu verbessern zog man 1911 in den Oberen Hohlerhof in Heiligkreuz bei Hall. Von hier gab es auch eine bessere Verkehrsanbindung. Für künstlerisches Wirken sowie die Tierhaltung (Enten, Hasen, Ziegen, ein Pony) gab es mehr Platz. 1911 wurde die Tochter Brigitta und 1912 der Sohn Ivo (Geistlicher und Schriftsteller, † 1942) geboren. Das Ehepaar trennte sich 1919 und ließ sich 1920 scheiden. Brigitta wurde Fotografin und pflegte ihre Mutter später nach Schlaganfällen. Zeiller-Uchatius wohnte zuletzt in Solbad Hall (Reimmichlstraße 1), sie starb mit 76 Jahren im LKH Innsbruck.

Werk

Die Arbeiten von Maria Zeiller-Uchatius waren von ihrer Ausbildung in Wien, von der Wiener Secession und vom Japonismus beeinflusst. Noch während des Studiums illustrierte sie 1904 die Zeitschrift „Der liebe Augustin“ (Hefte 9 und 11). Sie entwarf Spielzeug und Dekor-Papiere, die ab 1906 in der Fachpresse veröffentlicht wurden. Im Jahr 1906 fertigte sie Entwürfe für Holzspielzeug in Form von Tierfiguren für den Verlag Coubil in Paris. Anschließend unternahm sie Studienreisen nach Paris und New York und war kurze Zeit im Lehrmittelbureau für gewerbliche Unterrichtsanstalten tätig. Ab Januar 1909 unterrichtete sie an der 1872 gegründeten, ab 1907 in Wolkenstein ansässigen, Kunst- und Schnitzschule Sankt Ulrich im Grödnertal. Dort lernte sie Ottmar Zeiller kennen. Mit ihm gemeinsam stellte sie Holzspielzeug her, dass auch nach London exportiert wurde. Ab 1910 lehrte sie als Vertragslehrerin für Malen und Zeichnen, ab 1920 bis zur Pensionierung 1934 als Professorin an der Staatsgewerbeschule Innsbruck. Sie leitete den offenen Zeichensaal und verschiedene Kunstfächer.

Arbeiten (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Posthum

Literatur

Commons: Maria Zeiller-Uchatius – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Sterberegister Innsbruck 1019/58. Abweichend – wohl nach dem letzten Wohnort – auch Hall in Tirol.
  2. ↑ Karl Michael Kuzmany: Jüngere österreichische Graphiker, in: Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst (Hrsg.): Die Graphischen Künste, 31.1908, S. 79.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Wiltschnigg, Elfriede: Zeiller-Uchatius, Maria, in: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy and Wolf Tegethoff (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon, Internationale Künstlerdatenbank, Online, K. G. Saur, Berlin, New York 2022.
  4. ↑ Sterberegister Innsbruck 1019/58.
  5. ↑ Brigitte Borchhardt-Birbaumer: Sammelwut von fremden Ufern, Wiener Zeitung, 9. Oktober 2018, abgerufen am 19. März 2023.
  6. ↑ Monumental – minimal: Der Tiroler Bildhauer und Holzschnitzer Ottmar Zeiller, (1868–1921) (Memento des Originals vom 19. März 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Ausstellungskatalog, Erika Wimmer (Hrsg.), Skarabäus, Innsbruck 1996, S. 17, 18.
  7. ↑ Decke für eine Zeitschrift von M. v. Uchatius (Originaltitel), Inventarnummer: BI 12983-1-46, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  8. ↑ Stag, Inventarnummer: 1978.533, The Metropolitan Museum of Art, online, abgerufen am 19. März 2023.
  9. 1 2 Silvie Aigner: Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938. Ausstellungskatalog. Unteres Belvedere 2019. Prestel-Verlag, München 2019, S. 150.
  10. ↑ Fotografie von drei Glas-Schalen nach Entwürfen von Otto Hofner und Marie Uchatius, ausgeführt von J. & L. Lobmeyr, Inventarnummer: KI 7571-54, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  11. ↑ Studien von Mizzi von Uchatius (Originaltitel), Die Fläche I, Tafel 178 (Serientitel), Inventarnummer: BI 12983-1-164, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  12. ↑ Studien von Mizzi von Uchatius (Originaltitel), Die Fläche I, Tafel 178 (Serientitel), Inventarnummer: BI 12983-1-163, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  13. ↑ Kinderbuch von Franz von Zülow, Holzschnitte von Mizzi von Uchatius (Originaltitel), Die Fläche I, Tafel 183 (Serientitel), Inventarnummer: BI 12983-1-169, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  14. 1 2 Fotografie eines Spielzeug-Pferdewagens aus Holz nach einem Entwurf von Marie Uchatius, Inventarnummer: KI 7717-372, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  15. ↑ Fotografie eines bemalten Spielzeug-Bauerhofes aus Holz, Inventarnummer: KI 7717-373, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  16. ↑ Fotografie eines bemalten Bauerndorfes aus Holz nach Modellen von Marie Uchatius, Inventarnummer: KI 7717-371, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  17. ↑ Fotografie von bemalten Spielzeug-Tieren aus Holz nach einem Entwurf von Marie Uchatius, Inventarnummer: KI 7717-374, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  18. ↑ Buntpapier (auf Japanpapier), Inventarnummer: WWBP 383, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  19. ↑ Vorsatzpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 395, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  20. ↑ Vorsatzpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 394, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  21. ↑ Vorsatzpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 393, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  22. ↑ Vorsatzpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 385, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  23. ↑ Buntpapier, Inventarnummer: WWBP 395, MAK Wien, abgerufen am 19. März 2023.
  24. ↑ Fotografie des Plakats "Fattinger Hundekuchen" von Maria von Uchatius, Inventarnummer: KI 7652-29, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  25. ↑ Maria von Uchatius: Malerei auf Pergament, Deutsche Kunst und Dekoration, 19.1906–1907, S. 440.
  26. ↑ Vorsatzpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 388-2, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  27. ↑ Vorsatzpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 386, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  28. ↑ Vorsatzpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 387-2, MAK Wien, Sammlung online, abgerufen am 19. März 2023.
  29. ↑ Buntpapier (Handdruck), Inventarnummer: WWBP 384, MAK Wien, abgerufen am 19. März 2023.
  30. ↑ Am Bergquell, 1. Band, Naturteil, Heinrich Klotz (Hrsg.): Schul-Lesebuch, Tirol 1924, in: Unforgettable Austrian childrens' books, Löcker, Wien 2008, archive.org, abgerufen am 19. März 2023.
  31. ↑ Uchatius Maria. Malerin, Grafikerin und Kunstgewerblerin, biografiA online
  32. ↑ Maria Uchatius Zeiller, askart.com, abgerufen am 19. März 2023.
  33. ↑ Faszination Japan im Bank Austria Kunstforum Wien, kek Kunst Essen Kino, 21. Oktober 2018, abgerufen am 19. März 2023.
  34. ↑ Schule Oberhuber – Eine Sammlung als Programm. Verlängerung bis 30. Juli 2022, abgerufen am 21. März 2023.
Personendaten
NAME Zeiller-Uchatius, Maria
ALTERNATIVNAMEN Uchatius, Maria von; Uchatius, Mizzi von; Uchatius, Mitzi von; Uchatius-Zeiller, Maria von; Zeiller, Maria
KURZBESCHREIBUNG österreichische Malerin, Grafikerin, Kunstgewerblerin und Professorin
GEBURTSDATUM 9. März 1882
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 8. September 1958
STERBEORT Innsbruck