Marianne Engel

Marianne Engel (geb. 15. Dezember 1972 in Wettingen, Kanton Aargau) ist eine schweizerische Fotografin, Biochemikerin, Objekt- und Videokünstlerin.

Leben und Werk

Marianne Engel wuchs in Mandach auf. Nach zwei Semestern Kunstgeschichte (1994/95) an der Universität Zürich folgte ein Biochemiestudium an der Universität Zürich, welches sie 2001 mit dem Diplom abschloss. Parallel zum Studium erwarb sie als Autodidaktin die für ihre künstlerische Arbeit notwendigen fotografischen Kenntnisse.

Ein Interesse an der belebten Natur zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. Durch Experimente mit analoger Fotografie eröffnet sie sich und anderen einen neuen und freien Zugang zu dem Thema Natur, der unabhängig von der Herangehensweise der Biochemie ist. Sie fotografiert unspektakuläre Motive wie Pflanzen (Nachtblumen, 2004), Pilze (Fliegenpilz 7, 2006), Landschaften (Location, 2008) und Tiere (Severins Grab, 2012).

Auf nächtlichen Streifzügen durch den Wald findet sie das Material und die Motive für ihre Arbeit. Die Naturmotive, vor einem leeren Hintergrund fokussiert, wirken, als wären sie freigestellt. Sie sind von ausserordentlicher Plastizität und intensiver Farbigkeit. Marianne Engel arbeitet mit künstlichen Lichtquellen, Taschenlampen, Handblitzen, Straßenbeleuchtung und dem fahlen Mondlicht bei langen Belichtungszeiten, wodurch sich Farbverschiebungen ergeben. Nächtliches Restlicht und Mehrfachbelichtungen geben ihren Fotografien eine ganz eigene Farbigkeit. Marianne Engels Faszination gilt besonders dem Selbstleuchten der Natur, Glühwürmchen, Phosphoreszenz, Leuchtpilzen, von Hallimaschen durchwachsenem Holz, Foxfire, dem Glänzen und Glitzern von Gold und von Regentropfen auf Gras. Sie präsentiert dem Zuschauer eine magisch durchdrungene Welt. Für einige Exponate taucht sie die Pflanzen in Epoxidharz, das mit grünen, blauen, violetten oder roten phosphoreszierenden Farbpigmenten versetzt ist. So entstehen dauerhaft im Dunkeln leuchtende Formen.

2011 erwarb Marianne Engel einen alten Bauernhof mit Umschwung (Garten und Nebengebäuden) in Etzwil, in einem Tal des Tafeljura im nördlichen Aargau gelegen, eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln, Ackerland und Obstbaumwiesen. Dieser Ort birgt für sie die Möglichkeit, ein pflanzlich und tierisch geprägtes Gesamtkunstwerk schrittweise zu verwirklichen.

Für die Einzelausstellung 2011 im Aargauer Kunsthaus erweiterte sie ihr installatives Repertoire und vereinte Objekte und Fotografien mit ihrer vielfältigen Sammlung von alltäglichen objets trouvés, die sie unter anderem auf ihrem Hof entdeckte.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Werke in Sammlungen

Preise, Workshops, Residenzen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Katrin Weilenmann: Marianne Engel. SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz, 2015, 2015, abgerufen am 26. März 2025 (englisch).
  2. ↑ Marianne Engel. Abgerufen am 26. März 2025.
  3. ↑ Die Gärten der Alchemistin. Brugger Neujahrsblätter, hundertsiebenundzwanzigster Jahrgang, 2017, ISBN 978-3-9524079-4-3, S. 2–25.
  4. ↑ Marinne Engel. Nürnberg: Verlag für Moderne Kunst / MANOR Aargauer Kunsthaus, 2011, S. 14–54.
Personendaten
NAME Engel, Marianne
ALTERNATIVNAMEN marengel (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG schweizerische Fotografin, und Objektkünstlerin
GEBURTSDATUM 15. Dezember 1972
GEBURTSORT Wettingen, Kanton Aargau