Marie Leskien-Lie

Marie Leskien-Lie, auch Marie Leskien, geborene Marie Sofie Lie (geboren am 21. Mai 1877 in Kristiania; gestorben am 10. November 1957 in Leipzig), war eine norwegisch-deutsche Übersetzerin.

Leben

Lie war eine Tochter des norwegischen Mathematikers Marius Sophus Lie und dessen Frau Anna Sophie Oline Ingerine (geborene Birk oder Birch, 1854–1920). In ihrer Familie wurde sie zumeist Lillemor oder Maia gerufen und später Mai genannt. Ihre Eltern verabschiedeten sich kurz nach ihrer Geburt voneinander, wobei sich die Mutter mit dem Baby in ihr Elternhaus nach Risør begab und der Vater seine jährliche Bergtour unternahm.

Sie zogen im April 1886, als sie fast neun Jahre alt war, nach Leipzig in die Seeburgstraße Nr. 5, da ihr Vater als Professor an der nahegelegenen Universität arbeitete. Zunächst hatte sie Schwierigkeiten sich mit anderen Kindern anzufreunden, da sie die Sprache nicht beherrschte. Doch sie lernte sehr schnell Deutsch, so dass sie die Sprache bereits nach vier Monaten gut beherrschte. Im August 1886 mietete ihr Vater für die Familie die Angermühle in Berga, das etwa 50 bis 60 km südlich von Leipzig gelegen ist, wo sie die Ferienzeit verbrachten.

In Leipzig besuchte sie bis 1898 das Mädchen-Gymnasium von Fräulein Käthe Windscheid; Dagny besuchte die Höhere Mädchenschule von Fräulein Baur und Herman das Nikolai-Gymnasium. Im September 1898 kehrten die Eltern mit den jüngeren Geschwistern nach Norwegen zurück. Sie hingegen blieb und studierte Sprachen an der Universität Leipzig. Gemeinsam mit ihrem Mann übersetzte sie norwegische Literatur ins Deutsche, hier insbesondere Werke von Alexander Lange Kielland. Später reiste sie nach Stavanger und Jæren in Norwegen, die sie selbst als „Kiellands Landschaft“ bezeichnete. Sie war Lehrerin und leitete über viele Jahre Kurse für Mädchen, die zum Abitur führten. In den 1930er-Jahren musste sie diese Tätigkeit einstellen und gab Privatstunden, auch für vom öffentlichen Unterricht ausgeschlossene jüdische Mädchen.

Familie

Grabplatte Friedrich und Marie Leskien

Leskien-Lie heiratete im Jahr 1905 den Augenarzt Friedrich „Fritz“ Leskien (13. Februar 1877–12. November 1949), bis 1908 Arzt an der „Heilanstalt für Augenkranke“, anschließend niedergelassener Augenarzt, einen Sohn des Professors für slawische Sprachen August Leskien. Das Paar hatte zwei Kinder:

  1. mit Erika Langen, eine Tochter Jutta Leskien (geboren 1937)
  2. mit Eva Brandt, eine Tochter Marie Leskien (gestorben als Kleinkind)
  3. mit Uta Heusinger, drei Kinder: Katja Leskien (geboren 1962), Dan Leskien (geboren 1964), Bettina Leskien (geboren 1967)

Sie hatte zwei Geschwister:

Das Familiengrab befindet sich auf dem Südfriedhof in Leipzig, II. Abteilung 17 und 18.

Übersetzungen (Auswahl)

Gemeinsam mit Friedrich Leskien:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Marie Lie histreg.no (norwegisch).
  2. ↑ Lebensdaten laut Grabplatte auf dem Südfriedhof in Leipzig, II. Abteilung 17 und 18 (Universitätsgrab), Konzessionsschein-Nr. 1238 und 1239.
  3. ↑ Arild Stubhaug: The Mathematician Sophus Lie – It was the Audacity of My Thinking. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2002, ISBN 3-540-42137-8, S. 340 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  4. ↑ Ernst Hölder gutenberg-biographics.ub.uni-mainz.de.
  5. ↑ Arild Stubhaug: Es war die Kühnheit meiner Gedanken: Der Mathematiker Sophus Lie. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-55795-8, S. 529, doi:10.1007/978-3-642-55795-8 (books.google.de – Leseprobe).
  6. ↑ Straub, Harald W(alter). In: American men and women of science – the physical and biological sciences. 12. Auflage. Band 6: St–Z. Jaques Cattell Press, New York 1973, ISBN 0-8352-0505-3, S. 6175 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Personendaten
NAME Leskien-Lie, Marie
ALTERNATIVNAMEN Lie, Marie (Geburtsname); Leskien, Marie; Leskien, Maria; Lie, Mai; Lie, Maia; Lie, Lillemor (Kosename)
KURZBESCHREIBUNG norwegische Übersetzerin
GEBURTSDATUM 21. Mai 1877
GEBURTSORT Kristiania
STERBEDATUM 10. November 1957
STERBEORT Leipzig