Marie Under

Marie Under. 1895–1905.

Marie Under (* 15. Märzjul. / 27. März 1883greg. in Tallinn; † 25. September 1980 in Stockholm) war eine estnische Dichterin.

Leben

Marie Under wurde als Tochter des Schullehrers Priidu (Friedrich) Under und seiner Frau Leena Under (geborene Kerner) geboren. Die Familie stammte ursprünglich von der Insel Hiiumaa. Von 1891 bis 1900 besuchte sie die Deutsche Mädchenschule in Tallinn. Marie Under begann bereits als Jugendliche, erste Gedichte zu schreiben, zunächst vor allem in deutscher Sprache. 1902 heiratete sie Carl Hacker und war als Buchhändlerin tätig. Die Familie lebte bis 1906 in Moskau.

Marie Under. Gemälde von Ants Laikmaa (1904)

Gefördert durch den Maler Ants Laikmaa widmete sich Marie Under mehr und mehr der Dichtkunst in estnischer Sprache. Sie gehörte von Anfang an der stark dem Symbolismus verpflichteten Bewegung Siuru an. Bereits ihr erster Gedichtband Sonetid („Sonette“) wurde 1917 ein literarischer Erfolg. Ihre Gedichte sind geprägt vom Lebensdurst sowie einer Hingabe an Liebe und Natur. 1927 heiratete sie den estnischen Dichter Artur Adson und wurde eine der einflussreichsten estnischen Lyrikerinnen.

1944 floh Marie Under vor der Besetzung Estlands durch die Sowjetunion nach Schweden. Dort mischten sich verstärkt Töne des Heimwehs nach Estland in ihr Werk. Von 1945 bis 1957 war sie am Theatermuseum von Stockholm tätig. 1980 starb Under in Stockholm. Ihre Asche wurde 2016 vom Stockholmer Friedhof Skogskyrkogården auf den Friedhof Rahumäe in Tallinn umgebettet, nachdem mehrere Stiftungen und Institutionen sich um die "Heimkehr" Unders bemüht hatten.

Mehrfach wurde Under für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. 2014 zitierte der damalige US-Präsident Barack Obama in einer Rede anlässlich eines Estland-Besuchs aus Unders Gedicht "Appell".

Gedichtsammlungen

Deutsche Übersetzungen

Von Marie Under sind seit den ersten Proben aus dem Jahre 1923 verstreut zahlreiche deutsche Übersetzungen erschienen, von ihr liegt auch eine Gedichtsammlung auf Deutsch vor:

Größere Auswahlen finden sich in den folgenden Anthologien:

Literatur zur Autorin

Einzelnachweise

  1. ↑ Silver Tambur: A mission to translate Marie Under into English. In: Estonian World. 3. Oktober 2013, abgerufen am 25. April 2026 (britisches Englisch).
  2. ↑ Miks maeti Marie Under ja Artur Adson justkui poolsalaja kodumaa mulda? In: Sirp. 1. Juli 2016, abgerufen am 25. April 2026 (et-EE).
  3. ↑ Epp Ehand | ERR: Exhibition in Sweden marks 140th birthday of Estonian poet Marie Under. 1. Mai 2023, abgerufen am 25. April 2026 (englisch).
  4. ↑ Urmas Vadi | ERR: Sada Eesti mõtet. Marie Under, nagu teda teab Barack Obama. 13. März 2018, abgerufen am 25. April 2026 (estnisch).
  5. ↑ Nachweise bei: Cornelius Hasselblatt: Estnische Literatur in deutscher Sprache 1784–2003. Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur. Bremen: Hempen Verlag 2004, S. 152–157.
  6. ↑ Der Schwiegersohn der Autorin.
Personendaten
NAME Under, Marie
ALTERNATIVNAMEN Under, Maria
KURZBESCHREIBUNG estnische Lyrikerin
GEBURTSDATUM 27. März 1883
GEBURTSORT Tallinn
STERBEDATUM 25. September 1980
STERBEORT Stockholm