Marienkalender

Benzigers Marienkalender für das Jahr 1897
Österreichische Marienbildnisse 2019
Österreichische Marienbildnisse 2019

Marienkalender waren eine vor allem im späten 19. Jahrhundert weit verbreitete Form von Volkskalendern vor dem Hintergrund der römisch-katholischen Heiligenverehrung, bei der Maria, die Mutter Jesu, eine zentrale Rolle einnimmt.

Ursprung und Eigenart

Die Marienverehrung hat in der katholischen Kirche eine lange Geschichte, wobei Marienkalender als ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit gesehen werden können. Eine Ursache für die starke Verbreitung dieser Kalender im späten 19. Jahrhundert war die am 8. Dezember 1854 von Papst Pius IX. proklamierte Bulle Ineffabilis Deus, die die Unbefleckte Empfängnis zum Dogma erhob.

Marienkalender enthalten neben einem Kalendarium vor allem bildliche, aber auch textliche Inhalte, die sich auf Maria und ihre Bedeutung für das Glaubensleben beziehen. Des Weiteren beinhalten viele Marienkalender allgemein lebenspraktische Elemente, die vor allem der bäuerlichen Lebensart entstammen. Dazu gehören zum Beispiel Mondphasen oder Bauernregeln. Hinzu kamen häufig Erzählungen oder Gedichte, die (mehr oder weniger stark) religiösen Bezug aufwiesen.

Während diese Kalender in der Zeit ihrer Hochblüte im deutschen Sprachraum eine Auflage von 400.000 Stück erreichten, gibt es heute im deutschen Sprachraum nur mehr einen regelmäßig erscheinenden Marienkalender.

Bekannte historische Marienkalender im deutschsprachigen Raum (alphabetisch geordnet)

Aktuell erscheinende Marienkalender im deutschsprachigen Raum

Siehe auch

Commons: Marienkalender – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Katja Mellmann, Jesko Reiling: Vergessene Konstellationen literarischer Öffentlichkeit zwischen 1840 und 1885. Berlin 2016, ISBN 978-3-11-047877-8.
  2. ↑ Fritz Pustet: Firmengeschichte. In: Webseite. Verlag Friedrich Pustet GmbH & Co. KG, 2018, abgerufen am 26. August 2018.
  3. 1 2 Marienkalender. Katholischer Taschenkalender der Tradition. Abgerufen am 28. September 2026.
  4. 1 2 Manuel Müller: Duderstädter Pestbuch.
  5. ↑ Günther Wiegand: Die heimatkundlichen Zeitschriften des Eichsfeldes. (PDF) In: Webseite. MECKE DRUCK UND VERLAG, abgerufen am 26. August 2018.
  6. ↑ Benziger’s Marienkalender. In: Karl-May-Wiki. Abgerufen am 26. August 2018.
  7. 1 2 Karl Semmelweis: Die ältesten Kalenderdrucke aut dem Gebiete des Burgenlandes und die Kalenderliteratur des burgenländisch-westungarischen Raumes. In: Burgenländische Heimatblätter. Band 43, 1981, S. 18–37 (zobodat.at [PDF; abgerufen am 26. August 2018]).
  8. ↑ marienkalender.at – Der österreichische Marienkalender. Archiviert vom Original am 22. November 2018; abgerufen am 5. Januar 2025.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann: Zeitungen und Zeitschriften. In: Webseite. Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann, abgerufen am 26. August 2018.