

Marienkalender waren eine vor allem im späten 19. Jahrhundert weit verbreitete Form von Volkskalendern vor dem Hintergrund der römisch-katholischen Heiligenverehrung, bei der Maria, die Mutter Jesu, eine zentrale Rolle einnimmt.
Die Marienverehrung hat in der katholischen Kirche eine lange Geschichte, wobei Marienkalender als ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit gesehen werden können. Eine Ursache für die starke Verbreitung dieser Kalender im späten 19. Jahrhundert war die am 8. Dezember 1854 von Papst Pius IX. proklamierte Bulle Ineffabilis Deus, die die Unbefleckte Empfängnis zum Dogma erhob.
Marienkalender enthalten neben einem Kalendarium vor allem bildliche, aber auch textliche Inhalte, die sich auf Maria und ihre Bedeutung für das Glaubensleben beziehen. Des Weiteren beinhalten viele Marienkalender allgemein lebenspraktische Elemente, die vor allem der bäuerlichen Lebensart entstammen. Dazu gehören zum Beispiel Mondphasen oder Bauernregeln. Hinzu kamen häufig Erzählungen oder Gedichte, die (mehr oder weniger stark) religiösen Bezug aufwiesen.
Während diese Kalender in der Zeit ihrer Hochblüte im deutschen Sprachraum eine Auflage von 400.000 Stück erreichten, gibt es heute im deutschen Sprachraum nur mehr einen regelmäßig erscheinenden Marienkalender.