Mario Schmidt (* 1960 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Physiker und Umweltwissenschaftler. Er war von 1999 bis 2026 Professor für ökologische Unternehmensführung an der Hochschule Pforzheim und leitete das Institut für Industrial Ecology] (INEC).
Schmidt studierte Physik und Astronomie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seinen Zivildienst leistete er beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ab. Bereits zu seiner Schulzeit engagierte er sich in den badisch-elsässischen Bürgerinitiativen bei den Protesten gegen das Kernkraftwerk Wyhl. Er leitete in Freiburg die Schülergruppe Umweltschutz, später an der Universität Heidelberg das Tutorium Umweltschutz, aus dem dann auf seine Initiative hin die Ringvorlesung Umweltschutz (1985–1995) und die Interdisziplinären Ergänzungsstudien Umweltwissenschaften (1995–2005) hervorgingen. Er war in den 1980er Jahren maßgeblich am Aufbau des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) beteiligt. Zwischendurch war er von 1989 bis 1990 Referatsleiter bei der Umweltbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 2012 bis 2021 war er Mitglied im Beirat der baden-württembergischen Landesregierung für Nachhaltige Entwicklung. Von 2015 bis 2020 war er zusätzlich Honorarprofessor an der Fakultät für Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg. Seit 15 Jahren arbeitet er ehrenamtlich in verschiedenen Richtlinien- und Normierungsgremien des DIN und ISO sowie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) mit und war von 2021 bis 2024 Mitglied in der Ressourcenkommission des Umweltbundesamtes. Seit 2022 ist er ehrenamtlich Co-Vorsitzender der Jury Umweltzeichen („Blauer Engel“), eines der ältesten und renommiertesten Umweltproduktlabels weltweit.
Frühe Arbeitsschwerpunkte von Schmidt waren Abfallvermeidung (1985–1986), Radioökologie (1986–1990), Verkehrsemissionen und Verkehrsvermeidung (1990–1995). 1991/92 leitete er auf Initiative der damaligen Heidelberger Oberbürgermeisterin Beate Weber das erste größere kommunale Klimaschutzkonzept in Deutschland. Weitere Konzepte folgten, z.B. für Wuppertal oder die Expo in Hannover. Seit den frühen 1990er Jahren war und ist er an der Durchführung erster Ökobilanzen und der Methodenentwicklung im Bereich des Energie- und Stoffstrommanagements beteiligt. Aktuell befasst er sich mit betrieblicher Ressourceneffizienz, Rohstoff-Themen und dem Carbon Footprint von Produkten und Unternehmen.
Schmidt war von 2004 bis 2014 Sprecher der Institute für Angewandte Forschung (IAF) der Hochschulen für Angewandte Forschung (HAW) in Baden-Württemberg, und Gründungsmitglied im Vorstand des Baden-Württemberg Center of Applied Research (BW CAR). Schmidt gründete 2011 an der Hochschule Pforzheim den Bachelor-Studiengang „Ressourceneffizienz-Management“ sowie 2014 den Master-Studiengang „Life Cycle & Sustainability“. 2016 gründete er das kooperative Promotionskolleg „Energiesysteme und Ressourceneffizienz - ENRES“, das er gemeinsam mit Armin Grunwald am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) leitete. 2021 folgte das Promotionskolleg "Klima, Ressourcen und Circular Economy (KLIREC) – Wechselbeziehungen, Synergien und Tradeoffs".
Mario Schmidt hat zahlreiche Artikel und Bücher verfasst, u.a.:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmidt, Mario |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Physiker und Umweltwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 1960 |
| GEBURTSORT | Freiburg im Breisgau |