Marios Tokas

Marios Tokas

Marios Tokas (griechisch Μάριος Τόκας, * 8. Juni 1954 in Limassol; † 27. April 2008 in Athen) war ein zyprischer Komponist und Liedtexter.

Leben

Tokas wuchs in Limassol auf und verlebte dort seine Kindheit und Jugend. Als das türkische Militär 1974 in Zypern einmarschierte, leistete er gerade seinen Militärdienst. Er selbst sagte, diese Zeit habe ihn traumatisiert und stark beeinflusst. Was er 1974 erlebt hatte, sei in seine Werke eingeflossen. Direkt danach begann Tokas an unterschiedlichen Orten Konzerte zu geben, um mit dem Geld zyprische Kriegsflüchtlinge zu unterstützen und seinen Landsleuten beizustehen.

Im September 1975, nach seinem 38-monatigen Militärdienst, zog er nach Athen, wo er an der Philosophischen Fakultät der Universität Athen und gleichzeitig an der Musikschule Ethniko Odio (Εθνικό Ωδείο) studierte. Er schloss sein Musikstudium mit Auszeichnung ab.

Tokas war mit Amalia Petsopoulou verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Er starb 2008 an Krebs und wurde auf Staatskosten Zyperns auf dem Ersten Friedhof Athens beigesetzt. Seiner Beerdigung wohnten zahlreiche Menschen bei, auch der Staatspräsident Zyperns Dimitris Christofias.

Karriere

Tokas‘ Interesse für Musik wurde geweckt, nachdem er mit 13 Jahren ein Konzert mit Mikis Theodorakis und Maria Farantouri in Limassol besucht hatte. Anschließend beschäftigte er sich während seiner Schulzeit mit Musik und schrieb Stücke für Schulaufführungen. Tokas‘ Musik wird der Laïki Mousiki, der griechischen Volksmusik, zugeordnet. Zahlreiche seiner Stücke sind von der zyprischen Musik beeinflusst und seine Texte handeln oft vom Schicksal seiner geteilten Heimat.

1978 veröffentlichte er seine erste Schallplatte namens Tragoudia tis pareas (Lieder der Freunde) mit eigener Musik und Liedtexten, gesungen von Manolis Mitsias. Ein Meilenstein seiner Karriere war 1981 die Zusammenarbeit mit dem griechischen Lyriker Giannis Ritsos, als er dessen Gedichte vertonte und als Schallplatte mit dem Titel Pikrameni mou genia (Meine verbitterte Generation) herausbrachte, gesungen von Lakis Chalkias. Später vertonte er auch Gedichte von Kostas Varnalis, Kostas Karyotakis, Nazim Hikmet und anderen Poeten.

Tokas arbeitete im Laufe seiner Karriere mit zahlreichen bekannten, griechischen Musikerinnen und Musikern zusammen, unter anderem mit Haris Alexiou, Dimitra Galani, Marinella, Constandina, Glykeria, Katerina Kouka, Dimitris Mitropanos, Giannis Parios, Tolis Voskopoulos und Paschalis Terzis. Er schrieb Filmmusik, Musik für Theaterstücke und Fernsehfilme.

Tokas selbst bezeichnet sein musikalisches Werk namens Mutter Gottes Maria, das 1996 als Schallplatte erschien, als einen Höhepunkt seiner Karriere. Er komponierte die Musik, nachdem er die Athos-Republik besucht und ihn dieses Erlebnis tief berührt hatte.

Bis zu seinem Tod veröffentlichte Tokas zahlreiche Schallplatten. Er hinterließ ein reiches musikalisches Erbe, seine Kompositionen gehören immer noch zu den beliebtesten der Laïki Mousiki in Zypern und Griechenland.

Auszeichnungen

Büste von Marios Tokas in Nikosia 2011

2001 wurde Marios Tokas mit der Medaille herausragender Verdienste um die zyprische Demokratie (Μετάλλιο Εξαίρετης Προσφοράς της Κυπριακής Δημοκρατίας) ausgezeichnet. Ein Jahr danach verlieh man ihm auch den Jannos-Kranidiotis-Preis (βραβείο «Γιάννος Κρανιδιώτης»), eine Auszeichnung, die nach dem zyprischen Politiker Kranidiotis benannt wurde, der maßgeblich an den Bemühungen zur Aufnahme Zyperns in die EU beteiligt war. In der Begründung zu Tokas‘ Auszeichnung stand:

«Μάριος Τόκας, μουσικοσυνθέτης γιατί καταξιώθηκε στο χώρο της μουσικής και προσθέτει στην ποιότητα της δημιουργίας του, την ευαισθησία του για την ιδιαίτερη πατρίδα του Κύπρο με γνήσια οράματα για τη συμφιλίωση και την κατάργηση των συρματοπλεγμάτων.»

„Marios Tokas, Musiker und Komponist, [erhielt die Auszeichnung] weil er es verstand, seine Musik und deren Qualität mit einer Sensibilität für seine Heimat Zypern zu verbinden, die sich in ernst gemeinten Visionen für eine Versöhnung und die Abschaffung von Stacheldrahtzäunen ausdrückte.“

Diskografie

Einzelnachweise

  1. 1 2 Biography: Marios Tokas. 8. November 2016, abgerufen am 8. November 2022 (englisch).
  2. 1 2 3 4 ΤοΒΗΜΑ Team: Σήμερα η κηδεία του Μάριου Τόκα. 25. November 2008, abgerufen am 8. November 2022 (griechisch).
  3. 1 2 3 Βιογραφία | Μάριος Τόκας. 23. Oktober 2013, abgerufen am 8. November 2022 (griechisch).
  4. 1 2 Σαν Σήμερα. gr: Μάριος Τόκας. Abgerufen am 8. November 2022 (griechisch).
  5. ↑ Βραβείο Πρωτοποριακής Δημιουργίας «Γιάννος Κρανιδιώτης». In: OPEK. Abgerufen am 8. November 2022 (griechisch).
Personendaten
NAME Tokas, Marios
ALTERNATIVNAMEN Τόκας, Μάριος (griechisch)
KURZBESCHREIBUNG griechisch-zypriotischer Musiker
GEBURTSDATUM 8. Juni 1954
GEBURTSORT Limassol, Zypern
STERBEDATUM 27. April 2008
STERBEORT Athen, Griechenland