Marjoe

Film
Titel Marjoe
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1972
Länge 88 Minuten
Stab
Regie Howard Smith,
Sarah Kernochan
Produktion Howard Smith,
Sarah Kernochan
Kamera David Myers
Schnitt Lawrence Silk

Marjoe ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm des Regisseurs Howard Smith aus dem Jahr 1972, der 1973 den Oscar für den besten Dokumentarfilm erhielt. Der Film dokumentiert das einträgliche Geschäft des Erweckungspredigers Marjoe Gortner.

Inhalt

Marjoe behandelt die Karriere des christlichen Predigers Hugh Marjoe Ross Gortner, der besonders in den Südstaaten der USA erfolgreich war. Wegen seiner besonderen Begabungen ließen ihn seine Eltern schon als Kind als Prediger auftreten. Sie verdienten so ein millionenschweres Vermögen. Die Eltern brachten ihm bereits früh Körpersprachentricks bei, mit denen er seine Predigten unterstützte und die Zuhörer begeistern konnte. Nachdem er auch als Erwachsener jahrelang erfolgreich als Evangelist tätig gewesen war, stellte Gortner diese Karriere und das Geschäft mit dem Glauben infrage. Er beschloss, eine Abschiedstournee zu unternehmen, die verfilmt werden sollte. Auf der Bühne predigte, sang und tanzte er wie gewohnt, während er hinter der Bühne mit dem Dokumentarfilmteam Klartext sprach. Er offenbarte seine Taktiken, mit denen er das oft ekstatische Publikum manipulierte. Zu bestimmten Techniken gehörte auch, dass er ganz bewusst unsinniges Zeug brabbelte und so eine Zungenrede unter dem Einfluss höherer Mächte vortäuschte. Marjoe wird gezeigt, wie er Gläubige segnet, und er spricht davon, wie Gott zu ihm als Vierjähriger gesprochen und dass er miterlebt habe, wie eine Frau von Krebs geheilt worden sei.

Veröffentlichung

Bei der Veröffentlichung erhielt der Film eine große Aufmerksamkeit. In den Südstaaten wurde er jedoch nicht gezeigt, da man sich vor Gewalttätigkeiten im sogenannten Bible Belt fürchtete.

Wiederentdeckung der Negative

Der Film wurde zwar auf VHS veröffentlicht, geriet jedoch in Vergessenheit. 2002 wurden seine Negative in New York City wiederentdeckt. Nachdem man sich die Rechte gesichert hatte, wurde der Film restauriert und von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences gezeigt.

Am 15. November 2005 wurde der Film in New York City vom IFC Center gezeigt. Das Motto der gezeigten Dokumentationen hieß: „Stranger Than Fiction“.

Auszeichnung

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 NY Times: Marjoe. In: NY Times. Abgerufen am 14. November 2008.
  2. ↑ 'Leute im Bible Belt bekamen diesen Film niemals zu sehen. Der Verleiher hatte Angst vor Ausschreitungen und zeigte ihn nicht südlich von Des Moines.'
  3. ↑ Artikel über Marjoe (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ Documentaries. Sarah Kernochan, abgerufen am 10. Oktober 2011.