| Mark-77-Bombe | |
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| Allgemeine Angaben | |
| Typ: | Brandbombe |
| Herkunftsland: | |
| Hersteller: | Bureau of Naval Weapons (BuWeps) |
| Entwicklung: | 1950er-Jahre |
| Indienststellung: | 1954 |
| Einsatzzeit: | 1954–2005 |
| Technische Daten | |
| Gefechtsgewicht: | 235–344 kg |
| Länge: | 2,76–3,51 m |
| Durchmesser: | 472–475 mm |
| Ausstattung | |
| Gefechtskopf: | Napalm |
| Zünder: | Aufschlagzünder |
| Waffenplattformen: | Kampfflugzeuge |
| Liste von Bomben nach Herkunftsnation | |
Die Mark 77 (oder einfach Mk 77) ist eine Brandbombe bzw. ein Brandtank aus den Vereinigten Staaten der mit viskosen Brandkampfstoffen wie z. B. Napalm befüllt ist.
Die Mark 77 wurde in den frühen 1950er-Jahren von dem Bureau of Naval Weapons (BuWeps) für die United States Navy (USN) und das United States Marine Corps (USMC) entwickelt. Die ersten Versuche wurden im Februar 1953 durchgeführt und 1954 war die Bombe einsatzbereit. Sie ersetzten bei der USN und beim USMC die Napalmbomben BLU-1, BLU-11, BLU-27 und BLU-32.
Quellen:
Bei der Mark 77 handelt es sich um eine Brandbombe bzw. um einen Brandtank. Der Bombenkörper ist ein dünnwandiger Behälter aus Aluminium. Auf der Oberseite sind zwei Einfüllstutzen zum Befüllen des Brandtanks angebracht. Ebenso befinden sich auf der Oberseite zwei Aufhängeösen im Abstand von 356 mm (14 inch) für die Montage an die Außenlaststationen von Kampfflugzeugen. Vorne und hinten am abgeflachten Bombenkopf sind zwei Vertiefungen eingelassen. In diese werden die M15, M16 oder M23-Anzündladungen mit Weißem Phosphor sowie jeweils ein Zünder vom Typ M157 oder M173 eingesetzt. Anstelle von diesen können in den beiden Einfüllstutzen M273-Anzündladungen mit M918-Zündern eingeschraubt werden. Der Bombenkörper kann mit verschiedenen Brandkampfstoffen aus verdickteten Kohlenwasserstoffen befüllt werden. Verwendet wird z. B. herkömmliches Napalm auf der Basis von Motorenbenzin wie auch Napalm NP-2 oder Napalm NP-3 auf Basis von Kerosin. Je nach Modell fassen die Bombe 284 Liter (75 US.liq-Gallonen) oder 416 Liter (110 amerikanische US.liq-Gallonen) Brandkampfstoff.
Mark 77-Bomben werden aus dem Tiefflug oder Sturzflug abgeworfen. Nach dem Abwurf taumelt die Bombe um die Längs- und Querachse. Beim Aufschlag auf der Erdoberfläche zerplatzt der dünnwandige Bombenkörper. Dabei entzündete sich die Anzündladung mit dem pyrophoren weißen Phosphor, welches augenblicklich das Napalm in Brand setzt. Durch das große Drehmoment der Bombe beim Aufschlag, wird das brennende Napalm über eine große Fläche verspritzt. Das Napalm brennt dabei mit 800–1000 °C für mehrere Minuten.
Erstmals in großem Umfang wurde die Mark 77 während des Vietnamkrieges eingesetzt.
Die USA setzten Mark 77 im Zweiten Golfkrieg 1990/1991 ein. Dabei wurden etwa 500 Mark 77 abgeworfen. Sie wurden hauptsächlich von AV-8B „Harrier II“ des United States Marine Corps eingesetzt und dazu benutzt, mit Öl gefüllte Gräben zu entzünden, die vom Irak als Barrieren in Südkuwait errichtet worden waren.
Weiter kam die Mark 77 im Krieg in Afghanistan bei der Schlacht um Tora Bora 2001 zum Einsatz.
Im Irakkrieg 2003 setzten die Streitkräfte der Vereinigten Staaten die Mark 77 gegen Ziele der Republikanischen Garde ein. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten behauptete zwar, seine Napalm-Vorräte 2001 vernichtet zu haben, lehnte aber den Verzicht auf die Mark 77 ab, da der verwendete Brandkampfstoff Kerosin statt Motorenbenzin enthält und daher nicht als Napalm zu klassifizieren sei. Die Substanz sei zwar bemerkenswert ähnlich, jedoch verursache sie weniger Umweltschäden.