Mark Vollrath (* 22. Februar 1962 in Darmstadt) ist ein deutscher Psychologe. Er ist geschieden und hat zwei Söhne. Er lebt in Braunschweig und Kopenhagen.
Wissenschaftlicher Werdegang und Profil
Mark Vollrath studierte Psychologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (1982–1988) und schloss das Studium mit dem Diplom in Psychologie (Gesamtnote sehr gut) ab. Seine Promotion erfolgte dort von 1988 bis 1992 mit der Arbeit „Apparative Messung und psychologische Bedeutung von Mikropausen im Sprechen“ (magna cum laude). Im Januar 2002 habilitierte er sich mit der Schrift „Lernprozesse bei Alkoholtoleranz“ und erhielt die Lehrbefähigung für das Fach Psychologie.
Nach der Vertretung einer C4-Professur für Allgemeine und Kognitive Psychologie an der Universität Oldenburg (2001–2002) war Vollrath von 2002 bis 2007 Leiter des Bereichs Human Factors am Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig. Seit dem 1. Oktober 2007 ist er W3-Professor für Ingenieur- und Verkehrspsychologie an der TU Braunschweig und leitet dort den entsprechenden Lehrstuhl.
Nachhaltige Prägung der Verkehrspsychologie
Vollrath hat die Verkehrspsychologie in Deutschland in einzigartiger Weise über alle Phasen wissenschaftlicher Karrieren hinweg geprägt. Von 2008 bis 2024 war er Leiter der Fachgruppe Verkehrspsychologie der DGPs. Ein besonderes Anliegen war ihm stets die strukturierte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Über viele Jahre hinweg organisierte und leitete er jährlich stattfindende Doktorandenworkshops, die zu einem zentralen Ort des fachlichen Austauschs, der Vernetzung und der Qualitätssicherung innerhalb der Disziplin wurden.
Allein an seinem Lehrstuhl betreute Vollrath seit 2009 32 erfolgreich abgeschlossene Promotionen im Bereich der Verkehrspsychologie. Darüber hinaus war er als Zweitgutachter und Prüfer an einer Vielzahl weiterer Promotionsverfahren in ganz Deutschland beteiligt. Auch auf der Ebene der Habilitation und Professur hat er den wissenschaftlichen Nachwuchs maßgeblich begleitet und gefördert. Zu den von ihm unterstützten akademischen Karrieren zählen unter anderem Meike Jipp, Martin Baumann und Anja Huemer; zudem war er Gutachter in Habilitationsverfahren von Stefan Brandenburg und Tibor Petzoldt. Damit hat er Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entscheidend geprägt und die institutionelle Kontinuität der Verkehrspsychologie gesichert.
Wissenschaftliche Leistung und Sichtbarkeit
Vollrath weist eine außerordentlich starke wissenschaftliche Produktivität und Wirkung auf. Laut Google Scholar verfügt er über einen H-Index von 35 und mehr als 300 Publikationen, darunter rund 80 peer-reviewte Artikel in hochrangigen internationalen Fachzeitschriften der Verkehrspsychologie, die national und international stark rezipiert werden. Seine Arbeiten haben den wissenschaftlichen Fortschritt des Fachs nachhaltig beeinflusst und Standards gesetzt.
Er war zudem ein zentraler Akteur der wissenschaftlichen Community: Als Sprecher initiierte er 2015 die Tagung der Fachgruppe Verkehrspsychologie und organisierte diese bis 2023 im zweijährigen Rhythmus inhaltlich maßgeblich mit.
Lehrbücher und disziplinprägende Grundlagenwerke
Ein besonderer Stellenwert kommt den Lehrbüchern von Vollrath zu. Das gemeinsam mit Josef Krems verfasste Lehrbuch „Verkehrspsychologie“ (seit 2011) ist bis heute ein zentrales Referenzwerk für Lehre und Forschung im deutschsprachigen Raum. Ergänzt wird dies durch das Lehrbuch „Ingenieurpsychologie“ (seit 2015), das sich als Standardwerk in der psychologischen Ausbildung etabliert hat. Mit dem 2025 erschienenen Band „Was ist eigentlich … Verkehrspsychologie?“ hat Vollrath darüber hinaus eine allgemeinverständliche Einführung vorgelegt, die das Fach für Studierende und die interessierte Öffentlichkeit zugänglich macht.
Forschungsschwerpunkte, Drittmittel und Transfer
Die Forschung von Vollrath konzentriert sich auf drei zentrale Themenfelder:
(1) Ablenkung beim Fahren,
(2) Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren,
(3) Alkohol und Drogen im Straßenverkehr.
In allen Bereichen leitete er eine Vielzahl umfangreicher Drittmittelprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 5,5 Mio. Euro seit 2017, gefördert durch öffentliche Institutionen (u. a. BASt, Bundesministerien, DFG), Industriepartner (z. B. VW, BMW, Bosch) sowie Versicherungsforschung. Hervorzuheben ist das über neun Jahre laufende interdisziplinäre DFG-Graduiertenkolleg „SocialCars“ (GRK 1931), in dem Vollrath gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus nicht-psychologischen Disziplinen drei Generationen von Promovierenden ausbildete und damit Grundlagenforschung und Anwendung in exemplarischer Weise verband.
Gesellschaftliche Wirkung und politische Relevanz
Die Arbeiten von Vollrath zeichnen sich durch einen außergewöhnlich hohen gesellschaftlichen Impact aus. Besonders hervorzuheben sind:
Vollrath hat seine Forschungsergebnisse zudem kontinuierlich in die Öffentlichkeit getragen – über Fachveranstaltungen hinaus in Presse, Rundfunk und Fernsehen – und damit die Sichtbarkeit psychologischer Forschung in der Gesellschaft maßgeblich erhöht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vollrath, Mark |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Verkehrspsychologe |
| GEBURTSDATUM | 22. Februar 1962 |
| GEBURTSORT | Darmstadt |